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Bis zum letzten Tag: Roman [Gebundene Ausgabe]

Nicholas Sparks , Adelheid Zöfel
3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (60 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

So richtig hingehauen hat das mit den Frauen in Travis‘ Leben bis jetzt nicht. Eine feste Bindung, so glaubt er, wäre auch gar nichts für ihn. Und eigentlich deutet tatsächlich auch nichts darauf hin, dass es ihm mit der Liebe einmal wirklich ernst werden könnte. Doch, wir ahnen es, das alles ändert sich schlagartig mit dem Auftritt „dieser einen Frau“, Gabby, bei der plötzlich alles ganz anders ist, Sonne und Mond heller scheinen und die Sterne schöner funkeln.

Doch der geübte Sparks-Leser ahnt auch dies bereits: Wo so viel Licht ist, da ist irgendwo auch Schatten. So unkompliziert Travis‘ Liebesleben nämlich bisher auch gewesen sein mag, umso komplizierter wird es mit Gabby. Und natürlich müssen wir mit unserem Helden erst mal durch so manches Gefühlstal schreiten und in Abgründe blicken, bis sich auch diese Liebesgeschichte aus der geübt-routinierten Feder des Nicholas Sparks in rührend reines Hochgefühl auflöst…

Der Traum von der großen Liebe, Wirrungen und Irrungen der Herzen, Höhen und Tiefen des Gefühls, leidendes Schmachten, abgründige und romantische Leidenschaft: Zum vierzehnten Mal nun bekommt man von Sparks, was man von ihm erwartet. Auch wenn Bis zum letzten Tag für manchen Geschmack (wieder) nicht ganz an seinen Erstling Wie ein einziger Tag heranreichen mag und die nach dem immer gleichen Muster gestrickten Geschichten des Autors zweifellos von Mal zu Mal vorhersehbarer werden: Sparks Stammleserschaft wird auch Bis zum letzten Tag wieder von der ersten bis zur letzten Seite mit fiebrigen Sinnen verschlingen. --Gundula Göbeldinger

Pressestimmen

Immer, wenn ein neuer Sparks erscheint, heißt es: Taschentücher zücken! Die Bücher des US-Autors und deren Verfilmungen sind Riesenerfolge." (Madonna )

Kurzbeschreibung

Kann Liebe siegen, wenn die Hoffnung stirbt?

An die große Liebe glaubt Travis Parker nicht. Er hat sich seine Welt bestens eingerichtet: ein guter Job, nette Freunde, ab und an eine kleine Affäre. Doch dann lernt der überzeugte Junggeselle Gabby Holland kennen, die sein Herz im Sturm erobert. Mit ihr will er bis ans Ende der Tage zusammen sein. Da stellt ihn ein schrecklicher Unfall vor eine Entscheidung um Leben und Tod.

Travis Parker lebt in einem wunderschönen Haus direkt am Meer, verbringt traumhafte Wochenenden mit seinen Freunden beim Segeln oder Grillen und liebt seine Arbeit als Tierarzt. Für eine Frau ist in seinem Leben kein Platz mehr, meint er und scheut jede feste Bindung. Die erste Begegnung mit seiner neuen Nachbarin Gabby Holland fällt entsprechend distanziert aus. Auch Gabby ist genervt von dem smarten Sonnyboy, der sich scheinbar auf nichts richtig einlässt. Doch als sie in einem Notfall schnelle Hilfe braucht, ist Travis ganz für sie da und zeigt seine wahre Tiefe. Und er verliebt sich wider Willen Hals über Kopf in Gabby. Entsetzt hört er, dass sie seit Jahren einen netten Freund hat. Zum ersten Mal beginnt Travis zu kämpfen, denn er weiß, dass Gabby die Liebe seines Lebens ist. Eine wunderschöne Romanze beginnt. Bis eines Abends ein fürchterlicher Unfall passiert, der Travis’ ganzes Glück zu zerstören droht und ihn vor eine fürchterliche Entscheidung stellt.

Klappentext

"Nicholas Sparks lässt (...) kein Herz unberührt."
Bild am Sonntag

"Nicholas Sparks packt in einen Satz mehr Gefühle als andere auf eine ganze Seite."
Bild am Sonntag

"Nicholas Sparks ist ein brillanter Erzähler. Er lässt seine Charaktere durch tiefe Traurigkeit und Verzweifelung gehen und dann das Glück finden. Und das liegt bei Sparks immer in der Liebe zu einem anderen Menschen."
NDR

Über den Autor

Nicholas Sparks, 1965 in Nebraska geboren, lebt zusammen mit seiner Frau und fünf Kindern in North Carolina. Mit seinen Romanen, die ausnahmslos die Bestsellerlisten eroberten und weltweit in 47 Ländern erscheinen, gilt Sparks als einer der meistgelesenen Autoren der Welt. Mehrere seiner Bestseller wurden erfolgreich verfilmt. Alle seine Bücher sind bei Heyne erschienen, zuletzt "Wie ein Licht in der Nacht“.

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Prolog

Februar 2007

Geschichten sind ebenso einzigartig wie die Menschen, die sie erzählen, und am schönsten sind die Geschichten, die mit einer Überraschung enden. Wie oft hatte sein Vater das zu ihm gesagt, als er noch klein war! Travis Parker erinnerte sich lebhaft daran, wie Dad bei ihm auf dem Bettrand saß und wie seine Mundwinkel nach oben gingen, wenn Travis ihn anbettelte, doch noch eine Geschichte zu erzählen.
»Was für eine möchtest du hören?«, fragte sein Vater immer.
»Die beste Geschichte der Welt«, antwortete Travis.
Eine Weile lang saß sein Vater dann ganz still da, bis seine Augen aufleuchteten und er lächelnd den Arm um Travis legte. In dramatischem Tonfall begann er zu erzählen ... Und nachdem Dad das Licht ausgemacht hatte, lag Travis häufig noch lang wach, weil die Geschichten so aufregend waren, voller Abenteuer und Gefahren und spannend bis zum Schluss. Sie spielten immer in Beaumont und Umgebung. Beaumont war die kleine Küstenstadt in North Carolina, in der Travis Parker seit seiner Kindheit lebte.
Erstaunlicherweise kamen in den meisten Geschichten irgendwelche Bären vor, Grizzlybären, Braunbären, Kodiakbären. Sein Vater nahm es nicht so genau mit der natürlichen Lebenswelt der Bären, ihn interessierten vor allem die haarsträubenden Verfolgungsjagden quer durch die sandigen Ebenen von North Carolina, und bis zur sechsten Klasse hatte Travis schreckliche Albträume, in denen er auf den Shackleford Banks von wild gewordenen Eisbären gehetzt wurde. Doch gleichgültig, wie viel Angst ihm die Geschichten seines Vaters einflößten — er fragte trotzdem jedes Mal: »Und wie geht's weiter?«
Das waren unschuldige Erinnerungen an längst vergangene Tage. Travis war inzwischen dreiundvierzig. Als er jetzt auf den Parkplatz des Carteret General Hospital einbog, wo seine Frau seit zehn Jahren arbeitete, musste er allerdings wieder an diesen Satz denken, mit dem er damals seinen Vater zum Weitererzählen bringen wollte.
Er stieg aus und nahm den Blumenstrauß, den er gerade gekauft hatte, vom Beifahrersitz. Bei ihrem letzten Gespräch hatten er und seine Frau sich gestritten. Er wäre sehr froh gewesen, wenn er das, was er gesagt hatte, irgendwie hätte zurücknehmen können, er wollte sich um alles in der Welt mit ihr versöhnen, damit alles wieder gut wurde. Zwar machte er sich keine Illusionen, dass die Blumen etwas ändern würden, aber ihm war nichts Besseres eingefallen. Das, was passiert war, belastete ihn entsetzlich, aber seine verheirateten Freunde versicherten ihm, Schuldgefühle seien typisch für eine gute Ehe. In ihren Augen waren sie der Beweis dafür, dass man ein Gewissen hatte und moralische Werte ernst nahm. Im Prinzip sollte man natürlich am besten dafür sorgen, dass es gar keinen Anlass für Gewissensbisse gab. Seine Freunde gaben zu, dass auch sie das nicht immer schafften. Das galt für alle Paare, die er kannte, davon war Travis überzeugt. Kein Mensch war vollkommen, und er sollte nicht so streng mit sich sein. Seine Freunde wollten ihm helfen, damit er sich besser fühlte. »Wir alle machen Fehler«, versicherten sie ihm. Und er nickte dann immer, als würde er ihnen zustimmen, aber tief in seinem Inneren wusste er, dass sie nie verstehen würden, was er durchmachte. Sie konnten es gar nicht verstehen. Sie schliefen jede Nacht neben ihrer Frau, keiner war je länger als ein Vierteljahr von seiner besseren Hälfte getrennt gewesen, und sie mussten sich nicht die quälende Frage stellen, ob ihre Ehe je wieder so sein würde wie vorher.
Während er den Parkplatz überquerte, dachte er an seine beiden Töchter, an seinen Job, an seine Frau. Die drei Säulen seiner Existenz — aber in letzter Zeit schien keine der drei zu tragen. Travis hatte das Gefühl, auf allen Ebenen versagt zu haben. So etwas wie Glück schien meilenweit entfernt, unerreichbar wie ein Flug ins Weltall. Doch das war nicht immer so gewesen. Es hatte in seinem Leben eine lange Phase gegeben, in der er sehr glücklich gewesen war. Wie gut er sich daran erinnern konnte! Doch jetzt war alles anders. Die Menschen veränderten sich. Alles veränderte sich — dagegen war man machtlos. Es gehörte zu den unerbittlichen Naturgesetzen, denen der Mensch ausgeliefert war. Man machte Fehler, man bedauerte sie, aber man musste die Konsequenzen tragen, und plötzlich erschien einem selbst etwas so Einfaches wie das Aufstehen am Morgen wie eine unzumutbare Überforderung.
Kopfschüttelnd betrat er das Krankenhaus. Vor seinem inneren Auge sah er sich selbst, wie er als Kind gebannt den Geschichten seines Vaters gelauscht hatte. Sein eigenes Leben war die beste Geschichte auf der ganzen Welt gewesen, dachte er, eine Geschichte, die eindeutig auf ein Happy End zusteuerte. Und als sich die Tür des Krankenhauses hinter ihm schloss, überfielen ihn, wie so oft, die Erinnerungen. Und tiefes, tiefes Bedauern.
Erst später, als er sich seinen Erinnerungen wirklich hingeben konnte, wagte er es, sich die Frage zu stellen, die er seinem Vater als Kind immer gestellt hatte: Und wie geht's weiter?

Kapitel 1

Mai 1996

Kannst du mir bitte mal sagen, wieso ich mich bereit erklärt habe, dir zu helfen?«, knurrte Matt. Sein Gesicht war feuerrot angelaufen, weil er sich verzweifelt bemühte, den Riesenkarton mit dem neuen Whirlpool ans andere Ende der großen Terrasse zu schieben, wo sie die entsprechende Vertiefung vorbereitet hatten. Er fand keinen richtigen Halt mit den Füßen, der Schweiß lief ihm in Strömen über die Stirn und tropfte ihm in die Augen, was unangenehm brannte. Es war heiß, viel zu heiß für Anfang Mai. Und erst recht für diese Plackerei, so viel stand fest. Sogar Travis' Hund Moby hatte sich ein schattiges Plätzchen gesucht, wo er jetzt mit hängender Zunge vor sich hin hechelte.
Travis Parker, der gemeinsam mit Matt den Whirlpool an seinen vorbestimmten Platz zu befördern versuchte, zuckte nur die Achseln. »Du hast eben geglaubt, es würde lustig«, sagte er und drückte wieder mit der Schulter gegen die Kiste. Der Whirlpool, der mindestens zweihundert Kilo wog, bewegte sich ein paar Zentimeter vorwärts. Wenn sie in diesem Tempo weitermachten — wie lange dauerte es dann, bis sich das Ding endlich an Ort und Stelle befand? Na ja, irgendwann im Lauf der nächsten Woche würden sie es schaffen.
»Das Ganze ist doch total absurd«, schimpfte Matt und stemmte sich mit seinem ganzen Gewicht gegen die Kiste. Eigentlich bräuchten sie ein paar Maulesel, dachte er. Der Rücken tat ihm weh, und einen Moment lang hatte er das Gefühl, als würden sich seine Ohren aufgrund der Anstrengung vom Kopf lösen und in die Luft sausen wie zwei Feuerwerkskörper — so ähnlich wie die Raketen, die er und Travis als Kinder immer an Silvester aus irgendwelchen Flaschen abgeschossen hatten.
»Das hast du schon mal gesagt.«
»Und Spaß macht es auch nicht«, brummte Matt.
»Auch das sagtest du bereits.«
»Und es ist garantiert nicht leicht, das Ding richtig anzuschließen.«
»Doch, doch.« Travis richtete sich auf und deutete auf den Karton. »Siehst du, was da steht? >Einfach zu installieren^« Von seinem Schattenplatz unter dem Baum aus begann Moby — ein reinrassiger Boxer — laut und zustimmend zu bellen, während Travis fröhlich grinste. Überhaupt wirkte er sehr zufrieden mit sich selbst.
Matt platzte innerlich fast vor Wut. Diesen sorglosen Gesichtsausdruck von Travis konnte er nicht ausstehen. Das heißt — manchmal mochte er ihn auch. Eigentlich meistens. Im Grund gefiel ihm nämlich die unbändige Lebenslust seines Freundes. Aber heute hatte er etwas dagegen. Sehr viel sogar.
Frustriert griff er nach der Bandana, die in seiner hinteren Jeanstasche steckte. Sie war schon ganz nass, weil er sich dauernd den Schweiß damit abgewischt hatte, und die Feuchtigkeit hatte sich auch auf die Sitzfläche seiner Hose ausgebreitet. Matt fuhr sich übers Gesicht und wrang das Tuch dann mit einer schnellen Bewegung aus. Flüssigkeit...

Prolog. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

PrologFebruar 2007Geschichten sind ebenso einzigartig wie die Menschen, die sie erzählen, und am schönsten sind die Geschichten, die mit einer Überraschung enden. Wie oft hatte sein Vater das zu ihm gesagt, als er noch klein war! Travis Parker erinnerte sich lebhaft daran, wie Dad bei ihm auf dem Bettrand saß und wie seine Mundwinkel nach oben gingen, wenn Travis ihn anbettelte, doch noch eine Geschichte zu erzählen.»Was für eine möchtest du hören?«, fragte sein Vater immer.»Die beste Geschichte der Welt«, antwortete Travis.Eine Weile lang saß sein Vater dann ganz still da, bis seine Augen aufleuchteten und er lächelnd den Arm um Travis legte. In dramatischem Tonfall begann er zu erzählen ... Und nachdem Dad das Licht ausgemacht hatte, lag Travis häufig noch lang wach, weil die Geschichten so aufregend waren, voller Abenteuer und Gefahren und spannend bis zum Schluss. Sie spielten immer in Beaumont und Umgebung. Beaumont war die kleine Küstenstadt in North Carolina, in der Travis Parker seit seiner Kindheit lebte.Erstaunlicherweise kamen in den meisten Geschichten irgendwelche Bären vor, Grizzlybären, Braunbären, Kodiakbären. Sein Vater nahm es nicht so genau mit der natürlichen Lebenswelt der Bären, ihn interessierten vor allem die haarsträubenden Verfolgungsjagden quer durch die sandigen Ebenen von North Carolina, und bis zur sechsten Klasse hatte Travis schreckliche Albträume, in denen er auf den Shackleford Banks von wild gewordenen Eisbären gehetzt wurde. Doch gleichgültig, wie viel Angst ihm die Geschichten seines Vaters einflößten - er fragte trotzdem jedes Mal: »Und wie geht's weiter?«Das waren unschuldige Erinnerungen an längst vergangene Tage. Travis war inzwischen dreiundvierzig. Als er jetzt auf den Parkplatz des Carteret General Hospital einbog, wo seine Frau seit zehn Jahren arbeitete, musste er allerdings wieder an diesen Satz denken, mit dem er damals seinen Vater zum Weitererzählen bringen wollte.Er stieg aus und nahm den Blumenstrauß, den er gerade gekauft hatte, vom Beifahrersitz. Bei ihrem letzten Gespräch hatten er und seine Frau sich gestritten. Er wäre sehr froh gewesen, wenn er das, was er gesagt hatte, irgendwie hätte zurücknehmen können, er wollte sich um alles in der Welt mit ihr versöhnen, damit alles wieder gut wurde. Zwar machte er sich keine Illusionen, dass die Blumen etwas ändern würden, aber ihm war nichts Besseres eingefallen. Das, was passiert war, belastete ihn entsetzlich, aber seine verheirateten Freunde versicherten ihm, Schuldgefühle seien typisch für eine gute Ehe. In ihren Augen waren sie der Beweis dafür, dass man ein Gewissen hatte und moralische Werte ernst nahm. Im Prinzip sollte man natürlich am besten dafür sorgen, dass es gar keinen Anlass für Gewissensbisse gab. Seine Freunde gaben zu, dass auch sie das nicht immer schafften. Das galt für alle Paare, die er kannte, davon war Travis überzeugt. Kein Mensch war vollkommen, und er sollte nicht so streng mit sich sein. Seine Freunde wollten ihm helfen, damit er sich besser fühlte. »Wir alle machen Fehler«, versicherten sie ihm. Und er nickte dann immer, als würde er ihnen zustimmen, aber tief in seinem Inneren wusste er, dass sie nie verstehen würden, was er durchmachte. Sie konnten es gar nicht verstehen. Sie schliefen jede Nacht neben ihrer Frau, keiner war je länger als ein Vierteljahr von seiner besseren Hälfte getrennt gewesen, und sie mussten sich nicht die quälende Frage stellen, ob ihre Ehe je wieder so sein würde wie vorher.Während er den Parkplatz überquerte, dachte er an seine beiden Töchter, an seinen Job, an seine Frau. Die drei Säulen seiner Existenz - aber in letzter Zeit schien keine der drei zu tragen. Travis hatte das Gefühl, auf allen Ebenen versagt zu haben. So etwas wie Glück schien meilenweit entfernt, unerreichbar wie ein Flug ins Weltall. Doch das war nicht immer so gewesen. Es hatte in seinem Leben eine lange Phase gegeben, in der er sehr glücklich gewesen war. Wie gut er sich daran erinnern konnte! Doch jetzt war alles anders. Die Menschen veränderten sich. Alles veränderte sich - dagegen war man machtlos. Es gehörte zu den unerbittlichen Naturgesetzen, denen der Mensch ausgeliefert war. Man machte Fehler, man bedauerte sie, aber man musste die Konsequenzen tragen, und plötzlich erschien einem selbst etwas so Einfaches wie das Aufstehen am Morgen wie eine unzumutbare Überforderung.Kopfschüttelnd betrat er das Krankenhaus. Vor seinem inneren Auge sah er sich selbst, wie er als Kind gebannt den Geschichten seines Vaters gelauscht hatte. Sein eigenes Leben war die beste Geschichte auf der ganzen Welt gewesen, dachte er, eine Geschichte, die eindeutig auf ein Happy End zusteuerte. Und als sich die Tür des Krankenhauses hinter ihm schloss, überfielen ihn, wie so oft, die Erinnerungen. Und tiefes, tiefes Bedauern.Erst später, als er sich seinen Erinnerungen wirklich hingeben konnte, wagte er es, sich die Frage zu stellen, die er seinem Vater als Kind immer gestellt hatte: Und wie geht's weiter?Kapitel 1Mai 1996Kannst du mir bitte mal sagen, wieso ich mich bereit erklärt habe, dir zu helfen?«, knurrte Matt. Sein Gesicht war feuerrot angelaufen, weil er sich verzweifelt bemühte, den Riesenkarton mit dem neuen Whirlpool ans andere Ende der großen Terrasse zu schieben, wo sie die entsprechende Vertiefung vorbereitet hatten. Er fand keinen richtigen Halt mit den Füßen, der Schweiß lief ihm in Strömen über die Stirn und tropfte ihm in die Augen, was unangenehm brannte. Es war heiß, viel zu heiß für Anfang Mai. Und erst recht für diese Plackerei, so viel stand fest. Sogar Travis' Hund Moby hatte sich ein schattiges Plätzchen gesucht, wo er jetzt mit hängender Zunge vor sich hin hechelte.Travis Parker, der gemeinsam mit Matt den Whirlpool an seinen vorbestimmten Platz zu befördern versuchte, zuckte nur die Achseln. »Du hast eben geglaubt, es würde lustig«, sagte er und drückte wieder mit der Schulter gegen die Kiste. Der Whirlpool, der mindestens zweihundert Kilo wog, bewegte sich ein paar Zentimeter vorwärts. Wenn sie in diesem Tempo weitermachten - wie lange dauerte es dann, bis sich das Ding endlich an Ort und Stelle befand? Na ja, irgendwann im Lauf der nächsten Woche würden sie es schaffen.»Das Ganze ist doch total absurd«, schimpfte Matt und stemmte sich mit seinem ganzen Gewicht gegen die Kiste. Eigentlich bräuchten sie ein paar Maulesel, dachte er. Der Rücken tat ihm weh, und einen Moment lang hatte er das Gefühl, als würden sich seine Ohren aufgrund der Anstrengung vom Kopf lösen und in die Luft sausen wie zwei Feuerwerkskörper - so ähnlich wie die Raketen, die er und Travis als Kinder immer an Silvester aus irgendwelchen Flaschen abgeschossen hatten.»Das hast du schon mal gesagt.«»Und Spaß macht es auch nicht«, brummte Matt.»Auch das sagtest du bereits.«»Und es ist garantiert nicht leicht, das Ding richtig anzuschließen.«»Doch, doch.« Travis richtete sich auf und deutete auf den Karton. »Siehst du, was da steht? >Einfach zu installieren^« Von seinem Schattenplatz unter dem Baum aus begann Moby - ein reinrassiger Boxer - laut und zustimmend zu bellen, während Travis fröhlich grinste. Überhaupt wirkte er sehr zufrieden mit sich selbst.Matt platzte innerlich fast vor Wut. Diesen sorglosen Gesichtsausdruck von Travis konnte er nicht ausstehen. Das heißt - manchmal mochte er ihn auch. Eigentlich meistens. Im Grund gefiel ihm nämlich die unbändige Lebenslust seines Freundes. Aber heute hatte er etwas dagegen. Sehr viel sogar.Frustriert griff er nach der Bandana, die in seiner hinteren Jeanstasche steckte. Sie war schon ganz nass, weil er sich dauernd den Schweiß damit abgewischt hatte, und die Feuchtigkeit hatte sich auch auf die Sitzfläche seiner Hose ausgebreitet. Matt fuhr sich übers Gesicht und wrang das Tuch dann mit einer schnellen Bewegung aus. Flüssigkeit tropfte heraus wie aus einem undichten Wasserhahn und landete auf seinem Schuh.
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