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Bis nach Toulouse
 
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Bis nach Toulouse

Philipp Poisel Audio CD
4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (84 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Davon, dass das Leben oftmals die merkwürdigsten Wege geht, weiß Philipp Poisel ein Lied zu singen, aktuell zu hören auf seinem zweiten Album Bis Nach Toulouse. Auch, dass diese Wege verschlungen und lang sein können, um dort hinzugelangen, wo man gerade ist. Pläne und Hoffnungen, die sich nicht erfüllen, Krankheiten, die sich plötzlich auf der Überholspur der Lebensautobahn als unerwartete Vollsperrung in den Weg stellen; gerade noch mit Vollgas und plötzlich ausgebremst. All das hat der Sänger aus Ludwigsburg mit seinen 27 Jahren schon erlebt. Zum Beispiel die Konfrontation mit dem eigenen Ende nach Diagnose eines Hirntumors; glücklicherweise ein medizinischer Irrtum. Seine Bewerbung als Realschullehrer in den Fächern Musik, Kunst und Englisch, abgelehnt. Schlüsselerlebnisse, die sein Leben bestimmten und daher seinen Songs Authentizität verleihen. Einzig sein verträumter Blick und die weichen Gesichtszüge könnten darüber hinwegtäuschen, dass Philipp Poisel ein gehöriges Maß an Lebenserfahrung und musikalischen Fähigkeiten auf den rauen Straßen in fast ganz Europa erworben hat. Mit der Klampfe Stimmungen zu erzeugen, Geschichten zu erzählen und Leute mitzureißen, das gelingt Philipp Poisel auch auf Bis Nach Toulouse, in Songs, die von seinen Erfahrungen berichten ("Markt und Fluss"). Sie zeichnen aus, was Max Herre (Freundeskreis) in seiner LEA Award Laudatio über Phillp Poisel so treffend als "warmen, coolen, schludrigen Folksound" bezeichnet hat ("Zwischen Innen Und Außen"). Im Vergleich zu seinem Vorgänger Wo Fängt Dein Himmel An? ist das neue Album noch vielschichtiger ausgefallen und fasziniert durch thematische und musikalische Vielfalt seiner 12 selbst komponierten und getexteten Songs, der letzte davon live ("Ich Will Nur"). Produziert wurden sie von Frank Pilsl dessen einfühlsame Arrangements mit akustischer Gitarre, Drums, Klavier, zuweilen Cello, daherkommen, wie perfekt für Philipp Poisel auf den Leib geschneidert. Bis Nach Toulouse ist ein besinnliches aber keinesfalls depressives Album geworden. Philipp Poisel versteht sich vielmehr auf die Lebenskunst, den tiefgründigen, ernsteren Seiten des Lebens mit einer gewissen Heiterkeit zu begegnen und zu dem Fazit zu kommen "Auch wenn das Leben manchmal traurig ist, bin ich froh dabei zu sein." ("Froh Dabei Zu Sein") -- Andreas Schultz

motor.de

Philipp Poisel verschlägt es auf seinem neuen Album nach Toulouse und sein Weg ist lang und melancholisch. Zumindest an Tiefe fehlt es dem Grönemeyer-Zögling nicht. Wenn einer eine Reise tut...

Beim Gedanken an deutschsprachige Liebeslieder läuft es vielen Musikliebhabern kalt den Rücken herunter. Nur sehr selten gelingt es einem Künstler seine Gefühle so zum Ausdruck zu bringen, dass er dabei nicht sofort sein Gesicht verliert oder ins Schmalzige verfällt. Wenn besagtem Musiker dann auch noch die Jahre fehlen, um seinen Aussagen wenigstens eine gewisse biografische Schwere zu verleihen, ist der Ofen meist ganz aus. Anders ist das beim erst 27 jährigen Philipp Poisel aus dem beschaulichen württembergischen Ludwigsburg. Mit seiner ersten Single „Wo fängt dein Himmel an?“ machte er 2008 leise und gefühlvoll auf sich aufmerksam, legte sein gleichnamiges, vielbeachtetes Debüt nach und schaffte mit dem aufbegehrenden Song „Als gäbs kein morgen mehr“ sogar den Sprung auf die ein oder andere DJ-Playlist. Was Poisel ausmacht ist die schonungslose Offenheit, mit der er, ohne Scheu davor sich angreifbar zu machen, von sich erzählt. Der Wahlstuttgarter schreibt sich selbst den Soundtrack seines Lebens. Er reist viel, lernt Menschen kennen, dann plagt ihn das Heimweh, er kommt zurück und muss wieder weg. All die Emotionen, die einen rastlosen Mitzwanziger bewegen, vertont Poisel in seinen Liedern. Dass er dabei manchmal den Bogen zum Kitsch überspannt, nimmt er hin.

Auf seinem neuen Album verschlägt es ihn nach Frankreich. Im Titeltrack „Bis nach Toulouse“ besingt er ebendiesen Zwiespalt zwischen Heim- und Fernweh, der ihn plagt: „Wenns mir zuviel wird, dann steige ich aus. Dann steige ich ein, in meinen Wagen“, singt Poisel ohnmächtig, aber gleichermaßen trotzig und wehmütig folgt: „aber schön ist es nicht ohne Dich“. Am deutlichsten formuliert er seine Zerrissenheit in „Zwischen Innen und Außen“: Anfänglich nur von verhaltenen Akustikgitarrenklängen begleitet, setzt in dem bekennenden Satz „Dort wo ich herkomm, halt ich es nie lange aus. Und wenn ich dann fort bin, denk immer an zu Haus“ das tragende Schlagzeug ein. Was nach spärlicher Instrumentierung klingt, reicht Poisel fast auf dem gesamten Album als Klangteppich seiner ohnehin viel gewichtigeren Worte. Nur manchmal bricht er aus dem Akustikgitarre-Drum-Schema aus und stockt seine Backingband wahlweise mit Bass und E-Gitarre („Zünde alle Feuer“), oder mit Klavier („All die Jahre“) und sogar Streichern („Markt und Fluss“) auf. Über allem schweben aber immer die Texte und die melodische Stimme Poisels, die stets eine imaginäre Person besingt.

Genau da aber liegt die Schwäche des Albums. Es ist einfach zuviel des Guten. Jeder einzelne Song ist gut arrangiert und mit fähigen Musikern bestückt (Poisel eingeschlossen). Jeder Song ist aber auch so tiefgreifend melancholisch und voller Schwermut, dass es spätestens auf der Hälfte des Albums überbordend und anstrengend wird. Sicher gibt es auch Ausnahmen, wie zum Beispiel den Opener „Wie soll ein Mensch das ertragen“, der sich nach mehrmaligem Durchlauf als absoluter Grower herausstellt. Alles in allem aber wirkt die sicher authentische Nachdenklichkeit des Albums eher erdrückend, als förderlich. Spätestens „Liebe meines Lebens“ und der Liveaufnahme von „Ich will nur“ - bei letzterer spielt Poisel höchstselbst das Klavier – lassen den Geduldsfaden reißen. Nicht nur, dass Poisel hier nochmal eine Schippe Pathos drauf packt, in dem Livemitschnitt klingt er seinem Idol und Labelchef Herbert Grönemeyer stimmlich so ähnlich, dass die Grenze zwischen Verehrung und Plagiat gänzlich verwischt. Philipp Poisel ist unbestritten ein musikalisches Talent und hat für seine jungen Jahre erstaunlich viel Reife in seinen Texten. Die fehlende Vielfalt der Platte bringt „Bis nach Toulouse” so nah an den Rand der Schmalzgrenze, dass es den ein oder anderen schauern dürfte.

Kurzbeschreibung

"Bis nach Toulouse" handelt vom Wechselspiel „Zwischen Innen und Außen“. Weggehen um Anzukommen, eine ganze Menge wird hier durchdacht und besungen. Nicht rechthaberisch, sondern mit einer warmen Melancholie. Philipps ungewöhnliche Stimme ist natürlich immer noch der Mittelpunkt: Fast beiläufig fallen ihm die Worte aus dem Mund, doch jedes davon ist tief empfunden. Eine angenehm lakonische Mischung aus Aufrichtigkeit und Verletzlichkeit. Die Arrangements der Songs stecken voller Details und gerade bei Songs wie "Ich will nur" oder "Liebe meines Lebens" spürt man, dass sein Songwriting eine neue Qualität erreicht hat.

Bis Nach Toulouse
Credit: Lena Scheynius
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