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Bis ich sie finde [Gebundene Ausgabe]

Karen-Susan Fessel
4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (21 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Lespress-Rezension

So reißerisch die Ankündigung „die Geschichte einer Liebe über 10 Jahre und 50.000 Kilometer„ verspricht, so feinfühlig kommt Karen-Susan Fessels Selbstfindungsgeschichte „Bis ich sie finde„ daher. Was zwischen der Berlinerin Uma und der Schwedin Jane im „roten Staub„ der australischen Wüste mit einer flüchtigen Urlaubsbegegnung beginnt, dauert über ein Jahrzehnt an, ehe die Suche (vorerst) endet – in Lappland.

Jane war „früher„ ein Mann – verhängnisvolles Vorzeichen einer von Unzulänglichkeiten, Uneingestandem und Verdrängtem gekennzeichneten Liebesbeziehung, die vordergründig nicht bestehen kann/darf/soll – die Begegnungen im Lauf der zehn Jahre, von denen keine länger als wenige Tage währt, enden abrupt und lassen Uma so verletzt wie beherzt zurück. An Grenzen stoßen die Protagonistinnen, zwischenmenschliche und sprachliche.

Bequem hat sich Frauenschwarm Uma eingerichtet, nur für den Bruder, der später Samenspender ihrer Co-Kinder werden wird, bleibt die selbsternannte Schuhmacherin immer „Miri„ – die eines Tages, Jahre nach der Entdeckung ihres Traums Jane feststellt, dass nur Bruder, Geliebte, ein schwuler Bekannter und zwei Kinder übrig geblieben sind – zu wenig, um Fortbestand zu haben. In mehrjährigen Überbrückungen spielt sich das Leben Umas ab, der Roman gewährt nur Momentaufnahmen in den Alltag seiner Hauptfigur, für die sich das Innerste um Jane dreht, das Leben aber woanders spielt. Auf einen Schlag verstreichen acht Jahre, aus der Liebestollen wurde die zweifache Mutter. In einer Schlüsselszene um Sein und Schein wähnt Umas kleine Tochter auf einem Plakat einen „Chinesen„, und noch während Uma ihr bemüht vermittelt, es handele sich um einen „Japaner„, biegt just Jane um die Ecke: Wer weiß schon, was sich hinter der Unnahbaren verbirgt? Zwischen den seltenen Begegnungen bleibt Jane im Dunkeln, nur wenig dringt aus ihrem Leben durch, wie eine heilvolle Erwartung bricht sie in seltenen Momenten durch, verharrt ansonsten in Umas Gedankenwelt, die sich zusehends schwer tut, ihrem Umfeld ihre anhaltenden Gefühle zu vermitteln. Freundschaften gehen in die Brüche, Figuren verlieren ihr Leben – zwischen den Zeilen. Im Verzicht auf Vollständigkeit ruht der Reiz, in die Charaktere Uma und Jane zu tauchen und ihre Geschichte weiterzuspinnen.

Mit ihrem Roman, der drei Kinder- und Jugendbüchern und einer populärliterarischen Geschichte folgt, gelingt Fessel ein stilles Bravourstück, das unter die Haut geht, auch wenn zu oft „schief gelächelt„ wird und „warmer Atem Ohren„ streift. Ein mutiges Buch, das dem Thema Transgender eine neue Seite abgewinnt, zu Kontroversen einlädt und absurde Diskussionen („Gehören biologische Männer nach der Geschlechtsumwandlung zu 'uns'?„) unterminiert. Der selbst beim (vermeindlichen?) Happy End verletzlichen Protagonistin lässt sich ihre harte Konsequenz nicht übel nehmen. Sie hat sie – gefunden.

Leonie Wild

Kurzbeschreibung

Als Uma die blonden Haare und markanten Züge der Schwedin Jane zum ersten Mal erblickt, weiß sie, daß diese Frau etwas in ihr berührt, was sie ihr ganzes Leben lang beschäftigen wird. Jane ist kühl und unnahbar, und sie erschüttert Uma, den Frauenschwarm, in ihren Grundfesten. Uma will etwas, vielleicht alles von Jane, aber Jane weist Uma unmißverständlich zurück. Jane ist anders, besonders. Jane war früher ein Mann. Uma geht zurück nach Berlin, arbeitet als Schuhmacherin beim städtischen Theater und steht im Mittelpunkt von Freunden, Künstlern und Lebenskünstlern. Und sie lebt zusammen mit ihrer Freundin Marianne und ihren beiden Kindern Lucie und Hugo. Aber da ist Jane, die Uma nicht vergessen kann. Wie der rote Wüstenstaub und die eisigen Schneekörner, die auf ihrer Haut brennen, so die Erinnerungen an eine Liebe, die aller Vernunft trotzt. Uma kann nicht anders, auch wenn der Schmerz sie schier zerreißt: Sie sucht Jane, die ihren eigenen Weg geht, und findet eine Antwort.

"Bis ich sie finde" ist die Geschichte einer scheinbar unmöglichen großen Liebe, einer Liebe, die zehn Jahre und 50.000 Kilometer überbrücken und der Hitze des australischen Outbacks wie der Kälte des lappländischen Winters standhalten muß.

Über den Autor

Karen-Susan Fessel, geboren 1964 in Lübeck, aufgewachsen in Meppen/Ems. Studium der Theaterwissenschaft, Germanistik und Romanistik in Berlin, seit 1994 Schriftstellerin und freie Journalistin. Karen-Susan Fessel lebt in Berlin und arbeitet zur Zeit an ihrem vierten Kinder- und Jugendbuch. Veröffentlichungen (Auswahl): "Heuchelmund, Erotische Erzählungen" (1995); "Bilder von ihr, Roman" (1996); "Was ich Moira nicht sage, Erzählungen" (1998); "Ein Stern namens Mama, Kinderbuch" (1999); "Nur die Besten!, Roman" (2001); "Steingesicht, Jugendbuch" (2001); "Und wenn schon!, Jugendbuch" (2002).
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