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am 26. Mai 2007
Vorhang auf für Jack Burns, einen neuen typischen John Irving Helden!

Zunächst einmal: knappe 1140 Seiten muss der Leser bewältigen und das ist - vorallem zwischen Seite 200 und Seite 400 - manchmal fast ein bisschen viel verlangt, denn wie immer geht Irving in die - manches Mal ein wenig geschmacklosen - Details. Aber gottlob wird man für sein Durchhaltevermögen auch belohnt, denn John Irving knüpft mit "Bis ich dich finde" an seine großen Romane "Garp" und "Hotel New Hampshire" an und so verheisst dieses Buch einen fulminanten Start in den neuen Bücherfrühling!

Jack Burns ist ein uneheliches Kind und seine Mutter sucht mit ihm gemeinsam in allen Hafenstädten Nord- und Mitteleuropas nach William Burns, der Orgelspieler ist und ein "Tintensüchtiger", den Alice - Jacks Mutter - über die Tattoo-Szene, der sie selbst angehört, kennen und lieben gelernt hat. AllŽdie hartgesottenen alten Tätowierer, die Organisten in den verschiedenen Kirchen und die Huren in den Häfen geben eine wunderbare Kulisse ab für einen wirklich rasanten Start in die Entwicklungsgeschichte des Jack Burns, der seine weitere Kindheit schließlich auf einer Mädchenschule in Toronto verbringt, dort allzu früh sehr skurille sexuelle Erfahrungen macht und schließlich als Schauspieler eine ganz besondere Karriere macht.

Auf dem Höhepunkt seines Erfolges, nach dem Tod der Mutter, macht er sich erneut auf die Suche nach seinem Vater, vollzieht die Reise, die er als Vierjähriger machte nach und gewinnt ganz neue Einsichten...

Diese zweite Reise ist zugleich das stärkste Stück des Romans, der hier wirklich atemberaubend an Fahrt gewinnt und so gekonnt mit der verzerrten Wahrnehmung spielt, dass der Leser wirklich mit den zeitweisen Schwächen des Buches versöhnt wird.Alle Figuren bekommen viel stärkere Konturen und die Könnerschaft Irvings tritt deutlich hervor.

Es ist ein Buch, dass mir manchmal ein wenig uninspiriert erschien, allerdings nur auf den ersten Blick! Da er dieses Mal fast alle handelnden Personen erneut irgendwann die Bühne betreten lässt, hat das Buch dadurch eine sehr große Tiefe. Es ist ein Roman für Langstreckenleser, an dessen Ende man dann doch traurig ist, Jack Burns und seinen Kosmos verlassen zu müssen!

(Diese Rezension bezieht sich auf die gebundene Ausgabe)
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am 4. Januar 2011
Dass Irving-Fans von dem Buch mehrheitlich begeistert sind, ist wohl völlig normal. Aber was, wenn man John Irving bislang nur dem Namen nach gehört hat? Und gibt es solche Menschen überhaupt? Es gibt sie! Eine meiner ersten Begegnungen war der Film "Gottes Werk und Teufels Beitrag" - danach kam lange nichts weiter. Und vor einigen Jahren dann das Hörbuch von "Garp und wie er die Welt sah".

Hier also ein paar Voraussetzungen, die dazu führen könnten, dass Sie das Buch lieben werden:
1. Sie mögen Bücher oder Filme, in denen es um skurille Menschen bzw. um Menschen und ihre Eigenheiten geht. Die fabelhafte Welt der Amelie, Hektors Reise, Fred Vargas... - wer so etwas mag, bekommt mit diesem Buch ein Festmahl mit Pappatt-Garantie.
2. Sie mögen Autobiografien - Bis ich dich finde ist kein Krimi und kein raffiniertes Drama - es ist die Geschichte des Schauspielers Jack Burns von Kindheit bis ins Erwachsenenalter. Irving zeigt Entwicklungen und Zusammenhänge auf und das ist neben den skurillen Persönlichkeiten ein weites faszinierendes Element des Buches.
3. Texte unter der Gürtellinie schrecken Sie nicht ab. - Eines der meist genutzten Substantive des Buches dürfte "Penis" sein. Wer also bei der bloßen Erwähnung des Wortes kurz zusammenzuckt, sollte die Finger von dem Buch lassen. Aber auch bzgl. Sex gilt: wenn Irving detaillierter darüber schreibt, dann ist das selten (und in diesem Buch nie) eine Schilderung von "normalem" Kuschelsex.
4. Sie mögen einfühlsame Beobachtungen - Dazu ein Beispiel: Besonders beeindruckt hat mich persönlich die groteske, teilweise sogar komisch anmutende Missbrauchs-Schilderung. Trotzdem bleibt Irving nicht auf der kuriosen Beschreibung stehen, sondern schreibt auch sehr eindrücklich von den entstehenden Verletzungen. Ich habe mich an der Stelle sogar gefragt, ob Irvings Geschichte von der Kurios-Lockeren Tat damit nicht vielleicht sogar weitaus alltäglicher ist, als das Bild vom ekelhaften Monster, dass sich an Minderjährigen vergreift.

"Bis ich dich finde" ist ein geniales Buch und eignet sich meiner Meinung nach genauso gut oder schlecht, Irving kennenzulernen wie "Garp" oder das "Hotel New Hampshire".

Und noch ein Tipp: selbst wenn man lieber liest als hört: selbst ein kurzes Reinhören in verschiedene Kapitel des Hörbuches (gelesen von Rufus Beck) sind ein absolutes Erlebnis!
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am 2. Januar 2010
Das ist mein dritter Roman den ich von JI gelesen habe. Alle haben eines gemeinsam, die Handlung entwickelt sich behäbig, mitunter sogar schwer. Auch hier wird dem Leser einiges an Durchhaltevermögen abverlangt. Während der ersten ca. 150 Seiten bedarf es einiger Konzentration sich in das Milieu einzufinden. Nach der Hälfte des Buches geht es aber richtig los und man wird regelrecht in das Geschehen hineingezogen.
Die Geschichte spielt innerhalb eines Zeitraums von 35 Jahren und beginnt mit den Lebensumständen eines unehelichen 4-jährigen Kindes, das mit seiner Mutter den Lebensweg des untergetauchten Vaters verfolgt. Die Mutter Tätowiererin, zeitweise Prostituierte, der Vater ein begnadeter Organist und Frauenversteher lernten sich beim Chorgesang kennen. Aus der kurzzeitigen Verbindung ging der Sohn Jack hervor.
Ausgangspunkt der Vatersuche ist Kanada. Es folgt eine Reise nach Europa mit Stationen in Skandinavien, den Niederlanden und Deutschland.
Wieder nach Kanada zurückgekehrt endet die Suche nach dem Vater. Die Mutter hat plötzlich kein Interesse mehr die durchaus vorhandenen Spuren weiter zu verfolgen. Nunmehr wird der Lebensweg des heranwachsenden Jungen erzählt. Seine Erfahrungen an einer Mädchenschule auch auf sexuellem Gebiet. Schon als Schüler ist er ein gefragtes Talent in verschiedenen Theatergruppen. Seine besondere Begabung liegt in der Darstellung weiblicher Charaktere. Eine langjährige platonische Freundschaft mit einer deutlich älteren Mitschülerin führt beide im Erwachsenenalter in das professionelle Filmgeschäft. Er steigt zum gefeierten Star mit Kultstatus auf, der weiter meistens weiblich angehauchte Rollen auch als Transvestit spielt, sie macht Karriere als Drehbuchautorin und Schriftstellerin.
Nachdem inzwischen mehrere Jahrzehnte vergangen sind, nimmt Jack aus den verschiedensten Gründen wieder die Suche nach seinem Vater auf.
Das Buch ist nicht richtig spannend, es ist aber wegen seiner Menschen-Typen hochinteressant zu lesen. JI hat eine atemberaubende Phantasie und einen mit Witz gespickten begeisternden Schreibstil. Wer sich nicht abschrecken lässt und zuweilen auch mal langatmige Schilderungen über z.B. das Filmgeschäft aushalten kann, wird mit einer tollen Geschichte belohnt.
Der Roman hätte inhaltlich sicher nicht darunter gelitten, wenn er um zweihundert bis dreihundert Seiten kürzer gewesen wäre.
Ich kann das Buch uneingeschränkt empfehlen, wenngleich mir "Gottes Werk und Teufels Beitrag" noch etwas besser gefallen hat.
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am 28. Januar 2006
Oscar Wilde sagte mal: Gute Menschen reizen die Geduld, böse reizen die Phantasie. Für beides ist hier gesorgt, aber insbesondere umweht dieses Buch ein Flair von Skurrilität und Erotik.
Wenn der Inhalt Gottes Werk ist, dann ist der Umfang Teufels Beitrag: John Irving sprengt in seinem neuen Roman Dimensionen. Nie war ein Buch von ihm so umfangreich, nie war eins so erotisch, nie gewährte Irving mehr Einblick in seine eigene Vergangenheit. Auf mehr als 1150 Seiten !! lässt er den Jungen und später den Mann Jack Burns nach seinem Vater suchen.
Aufgewachsen mit einer dominierenden Mutter, diese Art der Liebe wieder gefunden mit einer älteren Frau, die ihm hilft, „die Rosen von Jericho“ zu entblättern, wie seine Mutter es ebenso tat in den schmutzigen Viertel mit ebensolchen Männern unter Kenntnis und Beobachtung des jungen 4-jährigen Burns. Jack Burns hat aus diesem Grunde seinen Vater nicht gekannt. Und das macht sicher eine Stärke des Buches aus: die Intensität der Gefühle, die Sehnsucht, die unerklärliche, aber spürbare Bindung zu einem unbekannten Menschen, die fortwährend treibt, diesen zu finden trotz der Erlebnisse in einer grenzenlosen Welt, grenzenlos aus geographischer wie emotionaler, erotischer Sicht. Irving spart nicht mit Direktheit, er überschreitet die Grenzen des möglichen Anstandes, will schockieren, weil wach halten. So wie Burns sich wach halten muss mit seinem intensiven Gefühl der Nähe zu seinem Vater, die es in die Wirklichkeit zu bringen gilt. Sein Sehnen gilt, bis ich dich finde.
Nun ja, es hat Längen, dieses Buch, nicht nur des Umfangs wegen. Und doch ist es ein fesselndes, humorvolles, bewegendes, großartiges Werk. Vielleicht ein Versuch, die letzten Fragen eines privaten John Irvings zu klären. Und mit ihm kommen wir vielleicht zu unseren. Damit ist es sehr menschliches Werk.
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am 5. Januar 2006
Vorhang auf für Jack Burns, einem neuen typischen John Irving Helden!Zunächst einmal: knappe 1140 Seiten muss der Leser bewältigen und das ist - vorallem zwischen Seite 200 und Seite 400 - manchmal fast ein bisschen viel verlangt, denn wie immer geht Irving in die - manches Mal ein wenig geschmacklosen - Details. Aber gottlob wird man für sein Durchhaltevermögen auch wirklich belohnt, denn John Irving knüpft mit "Bis ich dich finde" an seine großen Romane "Garp" und "Hotel New Hampshire" an und so verheisst dieses Buch einen fulminanten Start in den neuen Bücherfrühling! Jack Burns ist ein uneheliches Kind und seine Mutter sucht mit ihm gemeinsam in allen Hafenstädten Nord- und Mitteleuropas nach William Burns, der Orgelspieler ist und ein "Tintensüchtiger", den Alice - Jacks Mutter - über die Tattoo-Szene, der sie selbst angehört, kennen und lieben gelernt hat. All´die hartgesottenen alten Tätowierer, die Organisten in den verschiedenen Kirchen und die Huren in den Häfen geben eine wunderbare Kulisse ab für einen wirklich rasanten Start in die Entwicklungsgeschichte des Jack Burns, der seine weitere Kindheit schließlich auf einer Mädchenschule in Toronto verbringt, dort allzu früh sehr skurille sexuelle Erfahrungen macht und schließlich als Schauspieler eine ganz besondere Karriere macht. Auf dem Höhepunkt seines Erfolges, nach dem Tod der Mutter, macht er sich erneut auf die Suche nach seinem Vater, vollzieht die Reise, die er als Vierjähriger machte nach und gewinnt ganz neue Einsichten...Diese zweite Reise ist zugleich das stärkste Stück des Romans, der hier wirklich atemberaubend an Fahrt gewinnt und so gekonnt mit der verzerrten Wahrnehmung spielt, das der Leser wirklich mit den zeitweisen Schwächen des Buches versöhnt wird.Alle Figuren bekommen viel stärkere Konturen und die Könnerschaft Irvings tritt deutlich hervor. Es ist ein Buch, dass mir manchmal ein wenig uninspiriert erschien, allerdings nur auf den ersten Blick! Da er dieses Mal fast alle handelnden Personen erneut irgendwann die Bühne betreten lässt, hat das Buch dadurch eine sehr große Tiefe. Es ist ein Roman für Langstreckenleser, an dessen Ende man dann doch traurig ist, Jack Burns und seinen Kosmos verlassen zu müssen!
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am 15. April 2006
Dieses Buch hat Längen - ja! Dieses Buch verlangt einem etwas Geduld und starke Handgelenke ab. Doch wenn man es beendet hat, möchte man nicht wahrhaben, dass die Zeit, die man Jack Burns begleitet hat, vorbei sein soll. So zumindest ging es mir. Mir ist Jack Burns und viele der Figuren seines Universums dermaßen ans Herz gewachsen, dass ich vorerst in eine Leere falle und mich wieder sammeln muss. Ich verstehe alle Kritiker und doch möchte ich mich verneigen vor John Irving - ich liebe ihn für solche Bücher! Mein Favorit Owen Meany hat endlich einen Bruder bekommen! Danke John Irving, danke für deine verrückten Einfälle, danke für deine Offenheit und für dein riesengroßes Herz!
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am 14. Juni 2006
Gut, ich gebe es zu, ich bin großer Irving Fan - aber dieser neue 1100-Seiten Wälzer ist nun mal großartig!

Irving erzählt mit seiner typischen Fabulierfreude von der Schönheit und der Grausamkeit des Lebens: er schafft ein wunderbares Panoptikum aus Tätowierstudios, Kirchenorgelspielen und dem Leben in Hollywood.

Nicht immer leichte Kost, denn ja, es geht auch um den Missbrauch von Kindern; wir sind uns aber sicher alle einig, dass es nicht das Ziel von Literatur sein kann, moralisch anstößige Themen auszusparen.

Was bleibt ist Folgendes: Irvings gewaltige Bildersprache, skurrile Momente (die aber nicht, wie in früheren Werken Selbstzweck sind sondern inzwischen funktional zur Entwicklung des Romans beitragen) und letztlich wieder eine insgesamt stimmige und interessante Geschichte - also: lesen bitte.
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am 11. Januar 2010
Dies war mein erster Roman von John Irving und wahrscheinlich war es bislang das Buch, dass mir die meiste Geduld abgerungen hat. Ich wollte zwischendurch wirklich aufhören, wollte aber natürlich wissen, ob Jack seinen Vater nun doch noch findet. Hätte mich das Ende enttäuscht, hätte ich wirklich nur 2 bis 3 Sterne gegeben, aber so kann ich guten Gewissens 4/5 Sterne verteilen.

Negatives:
- Der zweite und dritte Abschnitt sind wirklich im negativen Sinne sehr anstrengend. Sie betreffen Jacks Schulzeit und wollten mich mehr als einmal dazu verführen, den Roman beiseite zu legen. Zum Glück habe ich diese "Durststrecke" überwinden können.
- Der Charakter der Mutter hat mich, nach dem großartigen ersten Abschnitt, wirklich total enttäuscht. Natürlich ist es ein Eckpfeiler der ganzen Geschichte, dass diese Frau einem so unsympathisch wird, aber dass mir ein anfangs so gemochter Charakter am Ende so bitter aufstößt, verlieh dem ganzen doch einen (wahrscheinlich gewollten?) bitteren Beigeschmack.
- Der Sexualität gilt in diesem Werk eine ganz besondere Aufmerksamkeit. Das sollte nun wirklich kein Kritikpunkt darstellen, aber eigentlich wollte ich zum Beispiel über den sexuellen Verkehr eines 9-jährigen mit einer stark übergewichtigen Haushaltshilfe oder darüber, wie eine 60jährige einem nachts den Penis hält nicht wirklich so genau lesen müssen.

Positives
- Der erste Abschnitt, bzw. das, was Jack von seiner ersten Europareise in Erinnerung geblieben ist, liest sich wirklich unglaublich gut. Man mag die Leute, die Dialoge und die spannende Suche nach Jacks Vater, bis hin zu diesem fast schon zauberhaften Abend in Amsterdam.
- Die Charaktere sind oft einfach super gelungen und man freut sich immer wieder, wenn Jack sie wieder trifft. Dazu gehören unter anderem sein schwuler Theater-Lehrer und Emma.
- Die Story ist so einfühlsam geschrieben, dass man genau fühlen kann, wie es Jack geht. Lang bevor es ausgesprochen ist, weiß man bereits, dass Jack seinen Platz im Leben nicht kennt und sich unvollständig fühlt. Bei den Lebensumständen kein Wunder.
- Die letzten Abschnitte sind einfach toll. Von dem Moment seiner Ankunft in Hollywood, über ein paar kleine Schwachstellen, bis hin zu diesem wirklich schönen Finale, dass mich sehr berührt hat, sind die letzten 3 großen Abschnitte des Buches einfach toll. Ich hätte es wohl immer bereut, wenn ich mich von dem schwachen Mittelteil hätte abschrecken lassen. Die wirkliche Story setzt sich erst danach ins richtige Licht zusammen und enthüllen all die (manchmal sogar versteckten) Geheimnisse, die der erste Abschnitt noch offen gelassen hatte.

Fazit:
"Bis ich dich finde" ist ein aufwühlender und solide geschriebener Roman, der einem viel Konzentration und Ausdauer abverlangt. Dieses zahlt es dem Leser aber in den letzten Kapiteln mehr als zurück.
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am 5. Oktober 2012
Ein Vater, der nicht zu seinem Kind steht. Eine Mutter, die mit dem vierjährigen Sprößling nach Europa aufbricht um ihn ausfindig zu machen und an seine väterlichen Pflichten zu erinnern. Eine „Quasi-Schwester“, mit der der Junge später mal eine „Quasi-Beziehung“ samt regelmäßigem „Penishalten zum Einschlafen“ führen wird. Dies sind die Hauptfiguren. Und eben der Junge - Jack Burns mit den Killerwimpern - schon im Kindesalter ein Frauenmagnet. Ein Sohn der sein ganzes Leben ein Suchender bleiben wird.
Die Mutter, hält sich in Europa mit Tätowieren nicht nur über Wasser, sondern macht sich bald einen Namen. Schon durch diesen wird klar, daß die Mutterrolle sie - zumindest so allein wie sie damit ist - überfordert. Doch „Daughter Alice“ trotzt allen Widrigkeiten mit stoischer Gelassenheit, tätowiert und kifft viel und beschützt ihren Sohn vor allen schädlichen Einflüssen so gut es geht. Und das ist auch notwendig. Schließlich führt sie die Reise an Orte, die nicht unbedingt die besten sind, um einen Jungen im Kleinkindalter großzuziehen. So lernt der kleine Jack Burns, der später einmal ein äußerst erfolgreicher Schauspieler mit einem Abo auf Transvestitenrollen werden wird, noch vor der Einschulung jede Menge Amsterdamer Prostituierte und „den kleinsten Soldaten von allen“ kennen und wie man in schwedischen Hotels nichtsahnenden Restaurantgästen eine Tätowierung im Hotelzimmer andreht. Wir begleiten Jack Burns durch sein ganzes Leben als Abstinenzler mit Frauenproblemen, welche - Es musste ja so kommen! - einem frühkindlichen sexuellen Missbrauch entspringen. Wir erfahren wie man sich als Ringer vor Blumenkohlohren schützt; daß „Fullbodies“ (Ganzkörpertätowierte, wie sein Vater einmal einer sein wird) immer frieren; daß die Tätowiererei und eine Karriere als Kirchenorganist sich im Berufsbild gar nicht so sehr unterscheiden; und daß manchmal nichts so ist wie es scheint.
Nicht weil Jack nach über 40 Jahren seinen Vater endlich findet, habe ich bei der Lektüre geweint, sondern wegen all dem was Jack erst verlieren muss um sein Ziel zu erreichen. Eine Geschichte von einem Jungen, der sein ganzes Leben nach seinem Vater sucht und am Ende nicht nur ihn, sondern auch zu sich selbst findet.
Ein wahrhaft großartiger Roman, der vor Skurrilitäten nur so strotzt und unglaublich viele gute Buch- und Musiktipps enthält - ein echter Irving eben -, der einen oft zum Lachen bringt - aber eben noch mehr zum Weinen, der uns den Glauben an das Gute im Menschen zurück gibt (Aber erst, nachdem er ihn uns selbst genommen hat!) und den Leser trotz oder gerade wegen der vielen vergossenen Tränen extrem glücklich aus der Lektüre entlässt.
Für mich ein Stück ganz persönliche Literaturgeschichte!
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am 10. Februar 2006
Dieses Buch ist ein Fest für die Irvingfans. Den genauen Inhalt möchte ich nicht nochmals referieren, das haben andere Rezensenten hier bereits sehr schön ausgeführt. Der neue Irving lässt sich Zeit. Dies macht es uns möglich, nicht nur intellektuell, sondern auch auf der Gefühlsebene nachzuvollziehen, warum Jack Burns so lange braucht, um sich wirklich auf die Suche zu begeben nach dem Vater, der ihm der Schlüssel zu vielen ungeklärten Fragen seines Lebens zu sein scheint. Ob die Suche die gewünschte Heilung bringt für Jack, sollte der Leser selbst herausfinden. Irving ist mit seinem neuen Werk die Anknüpfung an seine größten und dichtesten Romane wie "Owen Meany" und "Gottes Werk und Teufels Beitrag" gelungen und vielleicht übertrifft er sie sogar. Der Roman ist von hoher erzählerischer Dichte, die Figuren sind perfekt entwickelt und, wie Gott sei Dank immer bei Irving, fehlt es weder an Ironie einerseits noch an aufrichtigen Gefühlen andererseits. Ich bewundere an Irving, dass er seine Figuren ernst nimmt und sie so präzise zeichnet. Sie werden so für den Leser wirkliche Menschen, an deren Leben man teilnimmt. Viele zeitgenössische Schriftsteller sind sich "zu schade" eine derart aufrichtige Emotionalität zuzulassen und ziehen es vor, artifizielle Welten zu konstruieren in denen man sich als vorgeblich distanzierter Intellektueller verkriechen kann. Dies hat Irving nie nötig gehabt; seine früheren Vorbilder, wie Charles Dickens, hat er längst "überrundet", direkter und kritischer als der große Romancier der 19. Jahrhunderts hat Irving Familien und Welten erschaffen, deren Dialoge und Handlungsweisen für uns Leser immer bereichernd und inspirierend waren.
Mein Tip: Erfahrene Irving-Leser müssen dieses Buch haben, sie werden es definitiv lieben. Für Irving-Anfänger: Diese sollten vielleicht doch besser erst frühere Werke lesen, wenn man die typischen Irving-Charaktere in Büchern wie "Hotel New Hampshire", "Owen Meany" aber auch "Die vierte Hand" kennen gelernt hat, macht es um so mehr Freude, sie in neuen Gewändern in "Bis ich dich finde" wieder zu entdecken.
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