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Produktinformation
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1.140 Seiten, eine Langstrecke, die bei einem solchen Erzfabulierer leicht ins Uferlose führen kann. Auf Alice' und Jacks einjähriger Spurensuche durch Nordeuropas Hafenmetropolen, Kirchen und Bordelle, in denen der Orgelvirtuose William Burns seine Duftmarke hinterließ, präsentiert Irving -- typisch -- ein Panoptikum skurriler Figuren. Amsterdams Prostituierte, Helsinkis Tätowierer und unzählige blutjunge Chormädchen können ein Lied singen von der Spur, die der charmante Organist hinterlassen hat, der sich auf jeder seiner unseligen Stationen zum lebenden Notenblatt tätowieren lässt. Die schöne Alice, selbst eine Meisterin der Nadel, interviewt deflorierte Mädchen und Orgelnovizen (deren Auskünfte sie schon mal mit kostenlosen Tattoos und Liebesdiensten belohnt). Das Phantom des sexbesessenen flüchtigen Vaters aber ist stets einen Schritt voraus. Zwischen Tatovør-Ole, Herzensbrecher-Lars, Bach, Händel, sowie der halben Amsterdamer Rotlichtbesetzung, wächst der vierjährige Jack in eine merkwürdige Welt hinein.
Im zweiten Teil des Romans findet Klein-Jack sich als einer der wenigen männlichen Schüler in der St. Hilda Mädchenschule in Toronto wieder, Gelegenheit für den in erotischen Dingen ohnehin nie zaghaften Irving, seinem Affen gehörig Zucker zu geben. In dieser sexuell ausgehungerten Umgebung erschließt Emma Oastler, Jacks Tutorin, dem Jungen die tiefere Bedeutung eines der Lieblingsmotive seiner Mutter: Jack darf die "Rose von Jericho" entblättern. Eine Kindheit an der Seite starker älterer Frauen findet seine Entsprechung. Nach Schultheater und einem Ausflug ins Softpornogewerbe (erneut ein Irving-Festival), landet der schöne Jack schließlich als gefeierter Transvestiten-Darsteller in Hollywood (ein Irving-Eldorado der großen Namen). Jahre später wird der erfolgreiche Schauspieler den Auftrag seiner inzwischen verstorbenen Mutter erfüllen. Die Suche nach dem Vater geht weiter. Und zeitigt überraschende Ergebnisse.
Ein überschäumender, zuweilen überkonstruierter und vor allem überlanger Lebensbogen. Dennoch -- vergesst Garp und alle Bären! Wäre dies der Erstling eines unbekannten Schriftstellers, die Jubelfeiern nähmen kein Ende! --Ravi Unger -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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33 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Von Tätowiererinnen, Orgelspielern und Lebenslügen!,
Rezension bezieht sich auf: Bis ich dich finde (Broschiert)
Vorhang auf für Jack Burns, einen neuen typischen John Irving Helden!Zunächst einmal: knappe 1140 Seiten muss der Leser bewältigen und das ist - vorallem zwischen Seite 200 und Seite 400 - manchmal fast ein bisschen viel verlangt, denn wie immer geht Irving in die - manches Mal ein wenig geschmacklosen - Details. Aber gottlob wird man für sein Durchhaltevermögen auch belohnt, denn John Irving knüpft mit "Bis ich dich finde" an seine großen Romane "Garp" und "Hotel New Hampshire" an und so verheisst dieses Buch einen fulminanten Start in den neuen Bücherfrühling! Jack Burns ist ein uneheliches Kind und seine Mutter sucht mit ihm gemeinsam in allen Hafenstädten Nord- und Mitteleuropas nach William Burns, der Orgelspieler ist und ein "Tintensüchtiger", den Alice - Jacks Mutter - über die Tattoo-Szene, der sie selbst angehört, kennen und lieben gelernt hat. All´die hartgesottenen alten Tätowierer, die Organisten in den verschiedenen Kirchen und die Huren in den Häfen geben eine wunderbare Kulisse ab für einen wirklich rasanten Start in die Entwicklungsgeschichte des Jack Burns, der seine weitere Kindheit schließlich auf einer Mädchenschule in Toronto verbringt, dort allzu früh sehr skurille sexuelle Erfahrungen macht und schließlich als Schauspieler eine ganz besondere Karriere macht. Auf dem Höhepunkt seines Erfolges, nach dem Tod der Mutter, macht er sich erneut auf die Suche nach seinem Vater, vollzieht die Reise, die er als Vierjähriger machte nach und gewinnt ganz neue Einsichten... Diese zweite Reise ist zugleich das stärkste Stück des Romans, der hier wirklich atemberaubend an Fahrt gewinnt und so gekonnt mit der verzerrten Wahrnehmung spielt, dass der Leser wirklich mit den zeitweisen Schwächen des Buches versöhnt wird.Alle Figuren bekommen viel stärkere Konturen und die Könnerschaft Irvings tritt deutlich hervor. Es ist ein Buch, dass mir manchmal ein wenig uninspiriert erschien, allerdings nur auf den ersten Blick! Da er dieses Mal fast alle handelnden Personen erneut irgendwann die Bühne betreten lässt, hat das Buch dadurch eine sehr große Tiefe. Es ist ein Roman für Langstreckenleser, an dessen Ende man dann doch traurig ist, Jack Burns und seinen Kosmos verlassen zu müssen! (Diese Rezension bezieht sich auf die gebundene Ausgabe) Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
38 von 42 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
lang und schön,
Von marijen (münchen) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Bis ich dich finde (Gebundene Ausgabe)
Dieses Buch hat Längen - ja! Dieses Buch verlangt einem etwas Geduld und starke Handgelenke ab. Doch wenn man es beendet hat, möchte man nicht wahrhaben, dass die Zeit, die man Jack Burns begleitet hat, vorbei sein soll. So zumindest ging es mir. Mir ist Jack Burns und viele der Figuren seines Universums dermaßen ans Herz gewachsen, dass ich vorerst in eine Leere falle und mich wieder sammeln muss. Ich verstehe alle Kritiker und doch möchte ich mich verneigen vor John Irving - ich liebe ihn für solche Bücher! Mein Favorit Owen Meany hat endlich einen Bruder bekommen! Danke John Irving, danke für deine verrückten Einfälle, danke für deine Offenheit und für dein riesengroßes Herz!
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65 von 73 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Von Tätowiererinnen, Orgelspielern und Lebenslügen!,
Rezension bezieht sich auf: Bis ich dich finde (Gebundene Ausgabe)
Vorhang auf für Jack Burns, einem neuen typischen John Irving Helden!Zunächst einmal: knappe 1140 Seiten muss der Leser bewältigen und das ist - vorallem zwischen Seite 200 und Seite 400 - manchmal fast ein bisschen viel verlangt, denn wie immer geht Irving in die - manches Mal ein wenig geschmacklosen - Details. Aber gottlob wird man für sein Durchhaltevermögen auch wirklich belohnt, denn John Irving knüpft mit "Bis ich dich finde" an seine großen Romane "Garp" und "Hotel New Hampshire" an und so verheisst dieses Buch einen fulminanten Start in den neuen Bücherfrühling! Jack Burns ist ein uneheliches Kind und seine Mutter sucht mit ihm gemeinsam in allen Hafenstädten Nord- und Mitteleuropas nach William Burns, der Orgelspieler ist und ein "Tintensüchtiger", den Alice - Jacks Mutter - über die Tattoo-Szene, der sie selbst angehört, kennen und lieben gelernt hat. All´die hartgesottenen alten Tätowierer, die Organisten in den verschiedenen Kirchen und die Huren in den Häfen geben eine wunderbare Kulisse ab für einen wirklich rasanten Start in die Entwicklungsgeschichte des Jack Burns, der seine weitere Kindheit schließlich auf einer Mädchenschule in Toronto verbringt, dort allzu früh sehr skurille sexuelle Erfahrungen macht und schließlich als Schauspieler eine ganz besondere Karriere macht. Auf dem Höhepunkt seines Erfolges, nach dem Tod der Mutter, macht er sich erneut auf die Suche nach seinem Vater, vollzieht die Reise, die er als Vierjähriger machte nach und gewinnt ganz neue Einsichten...Diese zweite Reise ist zugleich das stärkste Stück des Romans, der hier wirklich atemberaubend an Fahrt gewinnt und so gekonnt mit der verzerrten Wahrnehmung spielt, das der Leser wirklich mit den zeitweisen Schwächen des Buches versöhnt wird.Alle Figuren bekommen viel stärkere Konturen und die Könnerschaft Irvings tritt deutlich hervor. Es ist ein Buch, dass mir manchmal ein wenig uninspiriert erschien, allerdings nur auf den ersten Blick! Da er dieses Mal fast alle handelnden Personen erneut irgendwann die Bühne betreten lässt, hat das Buch dadurch eine sehr große Tiefe. Es ist ein Roman für Langstreckenleser, an dessen Ende man dann doch traurig ist, Jack Burns und seinen Kosmos verlassen zu müssen!
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