Ein absolut gelungenes Buch, das dem Leser einen wunderbaren Einblick in die Welt der Extremsportler, ihre körperlichen, aber auch psychologischen Hintergründe, gibt: Wie leben diese Menschen, wie trainieren sie, wie organisieren sie ihren Tag? Iris Hadbawnik, selbst Extremsportlerin (sie ist zweimalige Ironwoman in Frankfurt), hilft dem Leser zu verstehen, warum Menschen an ihre Grenzen gehen, manchmal mit dem Risiko, ihr Leben aufs Spiel zu setzen.
Das Bild vom Verrückten, ewig Getriebenen oder Egoisten, das leider in der Bevölkerung sehr verbreitet ist, verschwindet unweigerlich beim Lesen der Geschichten über die einzelnen Sportler und der detaillierten Recherchen der Autorin nach dem "Warum".
Nicht selten führen nämlich die Wut darüber, in der eigenen Lethargie gefangen zu sein oder der Neid, sich seine eigenen großen Träume nicht erfüllen zu können, zu negativen Aussagen über den Extremsport.
Dabei handelt es sich bei diesen Sportlern um im höchsten Maß organisierte, disziplinierte und zielstrebige Menschen, die nicht selten im Berufsleben in Führungspositionen sind. Sie wollen der Normalität entkommen, indem sie etwas Besonderes tun, an ihre Grenzen gehen, das Leben spüren. Wie Reinhold Messner sagte: Im Grunde gehen wir dorthin, wo man umkommen könnte, um nicht umzukommen."
Im zweiten Teil des Buches stellt sie Extremwettkämpfe vor, sehr hilfreich für alle, die evtl. vom Sportler zum Extremsportler mutiert sind und die passende Herausforderung suchen.
Ein faszinierendes Buch, das dazu animiert, die eigenen, ganz persönlichen Grenzen auszuloten. Dabei muss man nicht unbedingt zum Extremsportler werden.