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Bis ans Ende der Meere: Die Reise des Malers John Webber mit Captain Cook
 
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Bis ans Ende der Meere: Die Reise des Malers John Webber mit Captain Cook [Gebundene Ausgabe]

Lukas Hartmann
4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 486 Seiten
  • Verlag: Diogenes; Auflage: 1 (24. Februar 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3257066864
  • ISBN-13: 978-3257066869
  • Größe und/oder Gewicht: 18,8 x 12,6 x 3 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 75.410 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Lukas Hartmann
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

Das ausgerechnet ein Schweizer und somit ein typischer Binnenländer einen Roman über eine der berühmtesten Seereisen verfasst, ist schon ziemlich gewagt. Das sich das Wagnis jedoch gelohnt hat, beweist dieser beeindruckende Roman.

Reisebeschreibungen haben ja oft den drögen, belehrenden "Charme" eines Erdkundebuches. Das ist hier keineswegs der Fall. Dank detailreicher, lebendiger Darstellung nimmt einen der Autor mit auf die Reise und lässt einen die Erlebnisse und Eindrücke seiner Figuren dramatisch und auch drastisch mitempfinden. Nachdem man das Buch weggelegt hat, ist man eher erstaunt, sich im heimischen Wohnzimmer wiederzufinden, statt in der engen Kajüte der Resolution. Die ansteckende Krankheit Fernweh hat ein weiteres Opfer gefunden. --Literature.de - Das Literaturportal, 16.04.2009

Kurzbeschreibung

Im Juni 1776 schifft sich der junge Zeichner John Webber in Plymouth (England) zur dritten Weltumsegelung auf dem Dreimaster 'Resolution' ein. Kapitän ist James Cook. Webber quartiert sich in der Kajüte ein, in der Georg Forster auf Cooks zweiter Weltumsegelung Tagebuch führte. Webber wird zum Vertrauten von Captain Cook, stirbt beinahe und begegnet seiner großen Liebe. Vier Jahre später kommt Webber zurück, gezeichnet von den Strapazen der Reise. Die Sehnsucht nach der Südsee wird ihn nie mehr loslassen. Captain Cook, der aufgebrochen war, um die Nordwestpassage durchs arktische Eis zu finden, kehrt nicht heim. Was war geschehen? Ein spannender historischer Roman um den rätselhaften Captain James Cook und zugleich die Entwicklungsgeschichte eines jungen englischen Malers mit Schweizer Wurzeln.

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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Die abenteuerliche Geschichte eines Entdeckers, 11. März 2009
Rezension bezieht sich auf: Bis ans Ende der Meere: Die Reise des Malers John Webber mit Captain Cook (Gebundene Ausgabe)
Mit großer Liebe zum Detail und in klassischer Manier wird in diesem Roman die Geschichte des englischen Malers schweizerischer Herkunft John Webber erzählt. John Webber nahm in den Jahren 1776 bis 1780 als Zeichner an der dritten und letzten Südsee-Expedition von James Cook teil. Dabei hält der Maler alles im Bild fest, was ihn der ehrgeizige und disziplinierte Kapitän James Cook an Bord der Resolution" erlaubt zu malen. Denn einige Motive darf er nicht wahrheitsgemäß im Bild festhalten, um der Nachwelt nur dass zu hinterlassen, was James Cook für richtig hält. So reist er in der stinkenden und bedrückenden Enge, die sich Mensch und Tier teilen, mehr als drei Jahre über die Weltmeere. Bis zu jenem schicksalhaften 14. Februar 1779 - der Tag, an dem Cook auf einer Hawaiiinsel durch ein unglückliches Missverständnis von Einheimischen ermordet wird. Vier Jahre später kehrt John Webber nun nach England zurück, doch die Sehnsucht nach der Südsee und das Liebesverhältnis zu einer Eingeborenen wird ihn nie mehr loslassen. Das von ihm gemalte Portrait James Cooks, will die verbitterte Witwe des Kapitäns aber nicht als das Bild ihres Mannes anerkennen.

Lukas Hartmann, schweizerischer Autor, gelang mit diesem historischen Roman ein spannendes und unterhaltsames Lesevergnügen. Seine Fähigkeit aus Quellenberichten lebendige Figuren zu entwickeln und sich mit Empathie in die historischen Personen hineinzuversetzen, machen diesen Roman zu einem aktuellen und ergreifenden Leseabenteuer. Geschickt werden hier Fakten und Fiktion zu einem Ganzen verknüpft, welches aufzeigt, dass die Wünsche, Ängste und Sehnsüchte der Menschen zeitlos sind und sich durch nichts von denen heutiger moderner Menschen unterscheidet. Bis ans Ende der Meere ist endlich mal wieder ein historischer Roman, der nicht nach dem üblichen Schema gestrickt ist und sich sprachlich aus der Flut historischer Romane angenehm hervorhebt.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen absolut lesenswert, 18. Januar 2010
Rezension bezieht sich auf: Bis ans Ende der Meere: Die Reise des Malers John Webber mit Captain Cook (Gebundene Ausgabe)
Dieses Buch ist eines von denen, die ich absichtlich langsam lese, damit ich mehr davon habe. Mit dem Buch von Lukas Hartmann kann man abtauchen in vergangene Zeiten und Welten, hört den Wind und das Knarren und Ächzen des Schiffes, spürt die Enge, riecht den Schmutz, den Schweiß, die Angst. Natürlich sind diese Bilder auch gespeist durch Filme, die man gesehen hat. Und dennoch: nicht jeder Autor ist in der Lage Stimmungen zu erzeugen, die die Leser fesseln bis zur letzten Seite. Als sich nach Cooks Tod das Geführ der Leere und Trauer unter der Besatzung verbreitet, fühlte ich diese Stimmung genau. Alles war nun anders. Der Maler Webber, aus dessen Perspektive wir diese Geschichte erzählt bekommen, ist eine sympatische Figur, die mir plötzlich große Lust auf Malerei machte. Die Bilder, die er gemalt hat, hätte ich am liebsten auch sofort betrachtet. Die Strapazen, die die Forschungsreisenden damals auf sich genommen haben, müssen beinah unerträglich gewesen sein. Aber was brachten sie alles von Ihren Reisen mit! Das ist einfach faszinierend und spannend.

Ein rundum gelungenes Buch, auch die Auflistung der Beteiligten und Orte im Anhang sind eine gute Idee. Es hätte ruhig noch 200 Seiten mehr haben können. Ich habe es genossen.

Einzig irritierend ist manchmal die Grammatik, die wohl auf das Schweizerische Deutsch zurückzuführen ist. Sie beeinträchtigt aber nicht die Qualität des Buches.
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21 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Und er war der Mann, der eine Prinzessin malte, 20. Februar 2009
Von 
Helga Kurz "Helga Kurz" (Stuttgart) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Bis ans Ende der Meere: Die Reise des Malers John Webber mit Captain Cook (Gebundene Ausgabe)
Poetua, die Tochter eines Stammesführers in der Inselwelt der Südsee, kann er nicht vergessen. Immer wieder drängt sie sich in sein Bewusstsein, auch dann noch, als er längst wieder im drangvollen, regnerischen London durch die Straßen geht. Über sich einen matten Himmel, der mit dem ihren, der sich als riesige, in allen Blauschattierungen prunkende Kuppel über ein paar Erdfleckchen im Meer spannt, nicht zu vergleichen ist. Einst malte er sie auf der dritten, rund vier Jahre dauernden Reise mit Kapitän James Cook; es war die intensivste Zeit seines Lebens, von der er für den Rest seines relativ kurzen Lebens beruflich und emotional zehren sollte.

Die Fotografie war in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts noch nicht erfunden. Maler wie John Webber hielten wichtige Ereignisse fest, um sie der Nachwelt zu überliefern. Seine Sicht und vor allem seine Person stehen im Mittelpunkt dieses außergewöhnlichen historischen Romans von Lukas Hartmann, der sich hart an das hält, was man über James Cooks letzte Reise zu wissen glaubt und doch eine ganz eigene aufregende und fantasievolle Geschichte erzählt. John Webber, ein zur Melancholie neigender Asket und von Kindheit an entwurzelt, ist ein begabter Maler mit solider Ausbildung. Geboren in London und aufgewachsen in Bern, hat er sich nach einem Studienaufenthalt in Paris in der britischen Hauptstadt angesiedelt. Mit seinem Bruder Henry, der das Leben zu genießen weiß, lebt er mehr schlecht als recht und versucht, als Künstler über die Runden zu kommen. Die Chance seines Lebens bietet sich ihm, als er das Angebot bekommt, als dokumentierender Maler die dritte Expedition des damals bereits berühmten Kapitän Cook rund um die Erde zu begleiten. Nach kurzem Zögern nimmt die Landratte Webber das beängstigende und verlockende Angebot an. Das Meer nimmt ihn gefangen, im Guten wie im Bösen. Am Ende der qualvollen und doch so unendlich aufregenden Reise auf dem Forschungsschiff Resolution wird er die See im Blut haben und nie mehr loswerden.

Schon bald ist er von Cook, dem Kapitän der Resolution, fasziniert. Unnachgiebig und mit eiserner Hand regiert er sein Schiff, ein Mikrokosmos des britischen Weltreichs zurzeit König George III. Es sind, wie so oft, unruhige Zeiten. Die dreizehn amerikanischen Kolonien sind dabei, sich von England loszusagen, und mehr denn je verkörpert ein Kapitän der Royal Navy die Gesetze Englands. Cook erscheint oberflächlich ruhig und diszipliniert. Seine Macht stellen er und seine Besatzung nicht in Frage. Ehrgeiz, Entdeckergeist und sein wacher Verstand haben ihn zu dieser dritten Reise getrieben, die ihm die Admiralität auf seine Bitte hin gestattete. Aber unter der glatten Oberfläche des Kapitäns brodelt ein Vulkan aus Wut, Verbitterung und Überdruss, der sich immer wieder durch Ausbrüche Erleichterung verschafft. Auf seinem Schiff kommt er gleich nach Gott, daran lässt er keinen Zweifel. Vergehen werden hart bestraft, das gilt besonders für Diebstähle, die seine kalte Wut sofort an die Oberfläche katapultieren. Über andere Dinge dagegen sieht er hinweg, auch um sein Weltbild nicht zu gefährden. Wenn seine Matrosen in der Südsee bei der Hurerei jede Zurückhaltung aufgeben und zu mehreren kopulierend an Deck liegen, schaut er nicht hin. Die scheinbare Überlegenheit der englischen Rasse über die unzivilisierten, ja barbarischen "Wilden" fällt in der Glut der Gier und des Triebs schnell in sich zusammen.

Und Webber? Der Maler hält alles im Bild fest. Alles was ihm Cook erlaubt, wohlgemerkt. Die Zensur des Kapitäns steht unter dem Diktat einer "übergeordneten Wahrheit", die das Gebilde darstellt, wie man sich seinen Zeitgenossen und der Nachwelt präsentieren will. Vieles darf er malen und zeichnen, manches nicht oder nicht wahrheitsgemäß. Und festzuhalten gibt es so viel Fremdes! Die drangvolle, stinkende Enge an Bord, die sich die Menschen mit etlichen Tieren von Ungeziefer über Ratte bis hin zu Kuh und Pferd zu teilen haben. Hitze und Kälte, Nässe, die fast keine Ecke des Dreimasters trocken ließ. Die Kameraden, die Schicksalsgenossen sind und die wenigen Freunde, die durch die gemeinsamen Entbehrungen und Gefahren so nahestehend werden und doch wieder losgelassen werden müssen. Die fremden Landschaften, Tahiti, Kapstadt, Alaska, Sibirien... und die dazugehörenden Menschen und immer wieder der Himmel und das Meer in all seinen Erscheinungsformen und Farben. Webber malt und zeichnet, manchmal wie besessen, er wird immer besser. Seine Kunst ist sein Kosmos, sein einziger zuverlässiger Zufluchtsort auf dieser Welt, der ihm in großer Freude, Verzauberung, Verzweiflung und Depression zuverlässig zur Verfügung steht, bis zu jenem schicksalhaften 14. Februar 1779, dem Tag an dem Cook in der Kealakekuabucht auf der Hawaiiinsel, die wir heute Big Island nennen, ermordet wird. Danach ist nichts mehr wie früher, wenn auch Webber wieder malen wird, ja sogar täuschen, um die Admiralität und die ganze Welt, die ihre Helden ohne Fehl und Tadel haben will, zufrieden zu stellen. Nicht zufrieden jedoch ist die verbitterte Witwe des großen Kapitäns, der weder sein Portrait von Cook zusagt, noch das Szenario der Ermordung ihres Mannes. Mit den beiden Besuchen bei Elizabeth Cook beginnt und endet die Geschichte um den Maler John Webber und seine Reise mit James Cook, die neben dem permanenten Gefühl des Verlassenseins sein eindrücklichstes Erlebnis gewesen war, überstrahlt von der unerfüllten Liebe zu der polynesischen Prinzessin Poetea. So will es der Erzähler Lukas Hartmann, der mit diesem Buch geschickt Fakten und Fiktionen vermengte und eine wunderbare Erzählung schuf, die den Leser unweigerlich in ihren Bann zieht und auf eine aufregende Entdeckungsreise schickt. Wie alle guten Erzähler schafft er das beiläufig und ohne viel Tamtam. Wie die historischen Personen die diesen Roman bevölkern wirklich waren, werden wir nie wissen. Wohl aber wird uns einmal mehr bewusst gemacht, dass die Sehnsüchte und Wünsche der Menschen zeitlos und an keinen Ort, an keine Erziehung gebunden sind. "Das Herz ist ein einsamer Jäger" ist der wunderbare Titel eines anderen Romans aus dem Haus Diogenes, dessen Name wiederum als Synonym für erstklassige Unterhaltung gelten darf. In diesem Satz ist auch die Melodie dieses Werks enthalten. Ein Buch übrigens, das sich auch für jüngere Leser hervorragend zur (verbotenen) Unterderbettdecke-Lektüre eignen würde, wenn es denn die noch geben würde. Oder zur Verfilmung für einen der legendären Drei- oder Vierteiler wie "Die Schatzinsel" oder "Der Seewolf", die vor gut einem Vierteljahrhundert die Bevölkerung an den Adventssonntagen vor den Fernseher lockte.

Helga Kurz

20. Februar 2009
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