Nach zwölf Jahren legt der Autor eine völlig neu bearbeitete 2.Auflage vor. Es ist eine solide Einführung in die Probleme dieses Landes Birma oder Myanmar, das nur hin und wieder bei besonderen Katastrophen die Aufmerksamkeit der Medien erlangt. Nur wenigen ist bewusst, dass hier seit langem eine totalitäre Militärdiktatur die eigenen Völker unterdrückt. Die vielen verschiedenen Ethnien mit durchaus eigener Sprache, Kultur und Geschichte werden in ihrer Eigenart deutlich. Nach den Kapiteln "Land und Leute" und "Geschichte und Politik" behandelt der Autor ausführlich "Religion und Gesellschaft". Die prägende Rolle des Buddhismus fasziniert viele. Es gibt aber auch Muslime und Christen. Über letztere würde man gern mehr erfahren. So ist auch das Schlusskapitel zur "Kultur" reichlich knapp geraten. Touristen benötigen sicherlich noch einen Reiseführer, sollten sich aber die Schlußbemerkungen über "Tourismus und Menschenrechte" merken. "Statt eines Boykottaufrufs wäre es deshalb sinnvoller, die Tourismusindustrie in den Kampf um Demokratie einzubinden..." So schlägt der Autor vor: "...die begehrten Devisenbringer tragen einen Anstecker mit dem Schriftzug "Tourists for Democracy", den die Birma-Solidaritätsbewegung weltweit erstellt und verbreitet." Über diese kann man mehr erfahren unter den angegebenen Internetadressen. Kritisch wäre anzumerken, dass man heute doch Farbfotos nicht nur auf dem Umschlag erwartet und die Landeskarte von 1997 erneuert werden sollte mit allen Ortsnamen, die im Buch vorkommen.