"Man kann der jungen, hübschen und talentierten Dame nur raten, immer weiterzugehen", schrieb ich am Ende meiner Rezension zu MURIEL ZOEs letztem Album "Flood" (2009). Nun wäre es anmaßend zu glauben, dass sie auf mich gehört hat, aber ihr neues Werk "Birds & Dragons" hat meinen Rat und Wunsch ganz wunderbar umgesetzt.
MURIEL ZOE ist ein gutes Stück weitergegangen, weg vom Jazz, hin zum melancholischen Pop mit Americana-Einschlag. Musikalisch erinnern die dahinfließenden luftigen Arrangements an AMY MCDONALD oder JOHN MAYER, aktuell auch an BOY. Umgeben von handwerklich erstklassigen Musikern singt die junge Hamburgerin mit warmer Stimme, die sehr nah aufgenommen wurde, die sehnsüchtig und unaufdringlich eindringlich klingt, die von der Heimat in uns erzählt.
Die Songs versprühen Emotionalität und Lässigkeit, ein Gefühl, das Muriel Zoe selbst als "so ein Zwischending aus 70er-Jahre-Westcoast-Singer-Songwriter und Elbstrand-Atmo' bezeichnet. Alles scheint so unglaublich leicht und zurückhaltend, ist aber zu keiner Zeit belanglos. MURIEL ZOE macht Musik, in die man eintauchen kann ohne unterzugehen.