Nur zur Horizonterweiterung und aus persönlicher Neugierde an Naturwissenschaften habe ich mir das Buch gekauft und begonnen darin ein wenig rumzulesen, Inhaltsverzeichnis überflogen, die Bilder und Schemen angeschaut, diese und jene Box gelesen und dann hat es mich gepackt, zum Anfang um das Werk von da an konsequent durchzulesen, die Übungen zu lösen, teilweise das Internet als Erweiterung einzubeziehen, auch als Glossar. - Auf knapp 300 Seiten voller Bilder, Grafiken, Formeln, Schemen und Diagrammen, mit vielen spannenden und abgeschlossenen Exkursen und natürlich der Text. Packend, leicht lesbar geschrieben, vollgespickt mit Wissen zur Biotechnologie, ihrer Geschichte und Gestalter. Biotechnologie in der gesamten Breite, ihrer Einbindung in die Gesellschaft, Ökonomie, Politik, andere Wissenschaften wie Ökologie, Physische- und Humangeographie, Chemie, Verfahrens- und Prozesstechnik, Messtechnik, Diagnostik und Medizin, Recht und Ethik, über den Zeitstrahl der Geschichte dieser Wissenschaft und ihrer Anwendungen. Diese Vernetzung des eigentlichen Sachthemas in das gesamte Umfeld macht einen grossen Teil der Faszination aus, die das Buch auf mich hat. Renneberg kommuniziert mit den Lesenden auf vielen verschiedenen Ebenen, die er wahrlich meisterhaft vernetzt. - Sie lernen die Fragestellungen und Lösungen soweit kennen, dass Sie sie gut einordnen können. Renneberg öffnet in diesem Buch alle Zimmer des grossen Hauses Biotechnologie und zeigt das Inventar der Räume, aber wie man mit dem Flügel im Wohnzimmer und dem Herd in der Küche, der Zentralheizung im Keller sachgerecht umgeht, dass muss und will er offen lassen. Was dieses Buch somit nicht bietet und auch nicht bieten soll und kann ist eine konkrete Anweisung zum technischen und experimentellen Handeln. Das Prinzip wird erklärt aber die Anleitung oder Rezeptur ist nicht da, aber man könnte recht leicht daran kommen, den Schlüssel zum Schrank hat man erhalten.
Sich Wissen mit diesem Buch anzueignen macht riesig Spass. Die Begeisterung vom Autor zum Thema ist allgegenwärtig und vor allem sie spring rüber, Langeweile kommt nie auf, unnötige Wiederholungen gibt es keine, dafür viele gute Querverweise und immer wieder spannend vernetzt und eingebettet in das ganze grosse Bild, das Haus steht am Schluss auf dem Grundstück und das Grundstück im Ort.
Die 2,3cm Breite des Buches gehört jedenfalls zum Besten unter vielen Laufmeter Bücherrücken in meinen Regalen. Um den Schluss des Vorworts von Professor Renneberg aufzunehmen: Für dieses Buch stirbt kein Baum umsonst!