Nun gut, wie ich hier lese, hat der Autor des Buches anscheinend ausreichende Fachkompetenzen. Im Buch selbst habe ich davon allerdings nicht viel davon mitbekommen. Als Biologiestudent im 3. Semester hatte ich mir das Buch für die Freizeit, als Motivator mit interessanten Themen, im Buchhandel ausgesucht die locker geschriebene zusammenhängende Form schien dafür passend.
Nach wenigen Seiten kam aber bereits der erste Frust auf. Gleich in den ersten Kapiteln beginnt ein emotionales Appell an alles Mögliche. Es wird hergezogen über Industrie, Wissenschaft, Bildungssystem, Irrtümer und andauernd muss man sich anhören, dass der Mensch von Anfang an alles falsch gemacht hat (und der Autor selbst alles besser weiß, obwohl er sich des Öfteren selbst widerspricht).
Das ganze gipfelt dann darin, dass die aktuelle Wissenschaft (im Hintergrund der Tierversuche) mit den Hexenverbrennungen in vergangenen Jahrhunderten gleichgesetzt wird(!). Ab diesem Zeitpunkt war die Glaubwürdigkeit dann vollends verschwunden. Der Autor hält es nicht für nötig, irgendeine seiner unzähligen Anschuldigungen, Verallgemeinerungen oder selbst seine wenigen, sich ständig wiederholenden Beispiele oder Zitate zu belegen.
Am meisten fehlt mir der rote Faden. Gegliederte Kapitel beinhalten hier ein konfuses Wirrwarr, in dem der Autor von einer Anekdote zur nächsten springt und plötzlich Beispiele aus früheren Kapiteln komplett wiederholt, ohne diese dann wenigstens gedanklich zu verknüpfen.
Ich hatte zusammenfassend das Gefühl, einen frustrierten arbeitslosen Biologen vor mir zu haben, der einfach mal Dampf über seine Situation ablassen wollte. Ein paar nette Beispiele, die ich mir erhofft hatte, wurden dann doch noch gebracht, aber auch nur so oberflächlich, dass sich nur neue Fragen auftaten. In vielen Punkten hat der Autor recht, überspitzt aber maßlos und begründet mangelhaft. Ich war mehrere Male kurz davor, das Buch entrüstet weg zu werfen. Insofern keine Empfehlung von mir!