Dass Leonardo da Vinci seinen Flugapparat nach Beobachtungen an Vögeln gebaut hat und Papier aus Holz statt, wie herkömmlich, aus Lumpen hergestellt wird, gehört zur Historie der Bionik, die in diesem Buch keineswegs zu kurz kommt, hat doch die Technik eine grundsätzlich mit der Natur verbundene Evolution durchlaufen. Je besser die Menschen jedoch die Natur beobachten können, insbesondere im Zeitalter des Rasterelektronenmikroskops, desto mehr Möglichkeiten eröffnen sich ihnen hinsichtlich der Nutzung von Nanostrukturen, die einen enormen Einfluss auf unterschiedlichste Maschinen, Geräte und Bauten nehmen können.
Sehr schnell erschließt sich auch technisch wenig versierten Lesern die Welt der Bionik, wenn sie sich mit diesem Buch befassen. Es ist klar strukturiert: Pro Entdeckung beziehungsweise Anwendung oder Forschungsansatz steht eine Doppelseite zur Verfügung, deren rechte Hälfte einem Foto mit kurzer, aber ausreichend detaillierter Erläuterung gewidmet ist. Auf der linken Seite findet man unter einer schlagkräftigen Überschrift die Informationen zum jeweiligen in Technik umgewandelten Trick der Natur. Die Texte sind in sich nochmals gegliedert. Gesonderte Kästen bieten Hintergrund- oder weiterführende Informationen, so zum Beispiel zur Evolution des Bienenstachels im Text über den Bienen abgeschaute Injektionskanülen.
Die Fotos geben im Allgemeinen sehr gut den zentralen Effekt wieder, um den es in den Texten geht.
Bei den Ausführungen wurde auf optimale Allgemeinverständlichkeit geachtet, sodass sich das Buch vor allem für Menschen eignet, die sich noch nicht mit dem Thema befasst haben und auch insgesamt eher wenig mit Technik und Ingenieurswesen zu tun haben; wer sich mit der Materie ein wenig auskennt, wird Tiefe vermissen.
Eine spannende und weit gefächerte Einführung also, die den Reiz und die Faszination der Bionik anschaulich und spannend zu vermitteln vermag - und dies zu einem bemerkenswert günstigen Preis.