Für ihr neues Werk hat Christina mit einer `Vielfalt' an Künstlern, Produzenten und Songwritern zusammengearbeitet.
Das Resultat ist, neben ,Stripped`, ihr abwechslungsreichstes Album.
Man könnte es auch, als eine Art Fortsetzung, ihres ersten Pop- Albums, bezeichnen.
Allerdings klingt es nicht mehr so naiv (durch die verspielten Pop-Songs), sondern konturenreicher und gefestigter. Dies` wird, durch die Lyrics, unterstrichen, in denen Christina sich, als eine reife Frau präsentiert, die ihre nächste Lebensphase beschreitet, welcher sie, mit ihrem gekonnt- eingesetzten Stimmumfang, Ausdruck verleiht.
Bionic ist gefüllt mit einer ganzen Reihe von Upbeat- und Pop- Tracks, an denen sie offensichtlich Spass hatte.
Gleich zu Beginn des Albums, erklärt sie in dem Intro ,Bionic` (in einer Art Rap-Gesang), welche Richtung das Album einschlagen wird.
Untermalt wird der Song von elektronischen Beats, die sich in ,Not myself tonight`, in einem gesteigerten Tempo (in ,Justin Timberlakes` Sexyback- Manier`) fortsetzen.
,Woohoo`, ihre 2.Single, fängt mit malerisch- elektronischen Klängen an und überrascht, indem es sich zu einem Elektro-Hip-Hop-Track weiterentwickelt, welches von Nicki Minaj's Rap, begleitet wird.
Man könnte es, als einen moderneren Track von ,Stripped` bezeichnen (im Stil von ,Imma be` der Black eyed peas).
,Elastic Love` ist ein Club Track, der im 80'er- Retro Style daherkommt und Christina's Stimme elektrisch verfremdet. Es ist ein Song der Zeit zum entfalten braucht. House- und Dance- Freaks werden ihn gleich zu Beginn lieben.
,Desnudate` ist ein Elektro-Track mit Latin-Flair, in dem Christina textlich und musikalisch ihre spanischsprachigen Wurzeln mit einfließen lässt.
Nach diesem Track kommt es zu einem Break, worauf Christina in einem kurzen Intro (,Love& Glamour`) darauf hinweist, dass es von nun an, um Liebe und Fashion geht.
Letzteres wird in dem Dance Track ,Glam` und dem darauf folgenden RnB-lastigeren ,Prima Donna` erörtert.
Anschließend kehr Christina zu ihren sexuelleren Wurzeln zurück (die sie allerdings gereifter, als in Stipped, präsentiert) und leitet dies ebenfalls mit einem Intro (,Morning Dessert`) ein.
Dies führt sie, in dem Midtempo- Track ,Sex for Breakfast`, fort. Diesen Song würde ich ihrem ,Back to Basics` Album zuordnen.
Ebenso enthält das Album Powerballaden, die man von Mrs.Aguilera kennt und auch erwartet.
,Lift me up`, die beste Ballade des Albums, sorgt bereits beim ersten Anhören für Gänsehaut. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich irgendjemand, mit den Lyrics, nicht identifizieren kann.
Auch gesanglich ist dieser Song, einer der besten Leistungen ihrer Karriere.
Im Intro ,My Heart` lässt sie ihren Mann und ihren Sohn zu Wort kommen, was dem Album seinen persönlichen Schliff, und der darauffolgenden Ballade ,All I need`, noch mehr Ausdruck verleiht.
,I am` ebenfalls eine Ballade, in welche man sich zunehmends verliebt, ist ein schöner, träumerischer Song, der in seiner Einfachheit heraussticht und an längst vergangene Zeiten erinnert.
Die Balladen Sektion wird mit ,You lost it all` abgeschlossen. Eine Mischung aus ,Beautiful` und ,The Voice within`, wobei der Song seine Individualität bewahrt.
Im Anschluss folgen noch einige Pop-Fun Tracks, welche die Stimmung wieder etwas auflockern.
,I hate Boys` ist der RnB-Pop-Track, ,My Girls` der Dance-Pop-Track (im Madonna Style), und Vanity der Club-Pop-Track.
Diejenigen, die zu der `Deluxe Edition' gegriffen haben, werden an 5 weiteren Tracks ihre Freude haben.
,Monday Morning` beginnt wie ,Michael Jackson's Billie Jean`, entwickelt sich allerdings zu einer leichten spätsommerlichen- Pop- Nummer, in der die Lyrics: eyo, eyo, eyo", etwas an Rihanna erinnern.
Es folgt eine ,RnB-Hip-Hop-Nummer` im Stil von ,Woohoo`, die auf den Namen ,Bobblehead` hört und in der man Christina rappen hört.
Viele werden sagen/ fragen: Christina und Rap, funktioniert das überhaupt?
Ja, das tut es und macht mindestens so viel spass, wie ,Hollaback Girl` von Gwen Stefani.
Eine religiös- orientalisch angehauchte Midtempo-Dance-Nummer, namens ,Birds of Prey` , setzt die Liste der Bonustracks fort.
Es ist ein sehr schöner verträumter Song, der unaufgezwungen, einfach und befreiend klingt.
,Stronger than Ever` ist die Negativballade des Albums. Sprich` es geht nicht ums Lieben, im positiven Sinne, sondern darum verletzt zu werden und sich dadurch zu einem stärkeren Menschen zu entwickeln.
Passend zum Text, ist die Melodie rockiger und das ist auch gut so.
Das Album endet mit einer ruhigeren (auf das elementarste, an Instrumenten, reduzierten) Version von ,I am`.....nennt sich, in Anlehnung an ihr Erfolgsalbum ,Stripped`, ,I am (stripped)`.
Alles in Allem ist ein Album entstanden, welches man nicht, nach dem ersten Durchhören, beiseitelegt.
Man sollte getrost zu der ,Deluxe Edition` greifen, um nicht auf 5 Songs zu verzichten, die das Album perfekt abrunden und abwechslungsreicher gestalten.
Es ist auch kein 08/15- Album, welches voller einfach komponierter Tracks ist, die schnell ins Ohr gehen und ebenso schnell nervend verschwinden.
Die Songs sind ihre, bis Dato, am aufwendigsten produziertesten (ohne dabei den Fehler zu machen und Timbaland-mäßig, überproduziert zu klingen), und entfalten ihre Wirkung, mit jeder zusätzlichen Rotation.
Aus Songs, mit denen man Anfangs wenig anfangen kann, werden so, mit der Zeit, Lieblingstracks.
Wenn ihr ein persönliches, nicht nach fadem Abklatsch klingendes, Album haben möchtet und euch mal auf eine Christina, gepaart mit Elektrobeats, einlassen möchtet, dann solltet ihr zuschlagen!
Auch Fans oder Nichtfans, die Christina nur aufgrund ihrer älteren Alben mögen, werden (bei diesem gewagten Album) auf ihre Kosten kommen.
Es gibt sowohl Powerballaden, Pop-Tracks, als auch Dirrty-X-Tina-Tracks.
Es ist dennoch schön, dass Christina sich nicht wiederholt und mit jedem Album einen neuen, gut durchdachten und produzierten, Musikstil präsentiert, welchen sie sich nicht bloß auf den Leib schneidern lässt.
Da ist es auch gut zu verkraften, dass sie nicht jedes Jahr mit einem neuen Album daherkommt und sich Zeit lässt.