"Es existiert nichts ohne Beobachter!"
Ich möchte behaupten: das einfachste, das beste Maturana Buch, wäre da nicht der schöne, bunte,
beispielreiche "Baum der Erkenntnis".
Dennoch Maturana entzieht sich ja praktisch mit jedem Satz einem Urteil.
Darin grade besteht sein Denken ja.
Es ist eines der nettesten, symphatischsten Bücher.
Naiv (im besten Sinne des Wortes) auf ganzer Linie ('im ganzen Kreise' müsste man wohl sagen). (Angeblich verwendet er einige philosophische Fachbegriffe falsch).
Wie ein Kind, das die Welt betrachtet, das sich aber der Sprache eines Erwachsenen bedient.
Der aber auch Sprache selbst zum Thema macht.
Der Begriff der "Strukturellen Determiniertheit" scheint mir noch der Problematischste.
"Alles was gesagt wird, wird von einem Beobachter gesagt."
Aber unterscheiden sich diese Beobachter? Kann der eine besser "erkennen" als der andere?
Nach Maturana nicht(!), aber wie immer bei den ganz Großen, so lädt auch dieser Begriff zu Fehlverwendungen ein.
Wie Bertrand Russel wohl einmal über Ludwig Wittgenstein sagte, dass er bei diesem am Anfang nicht gewusst hätte, ob er einen Bekloppten oder ein
Genie vor sich hätte ...
stellt man auch hier sehr bald zweites fest.
"Ein sanfter Schocker", eine Katastrophe für alle Eingebildeten/Überzeugten behaupte ich.
Oft wird ihm der Begriff der Liebe vorgeworfen. Aber auch dieser Begriff muß(te) zurückerobert werden.