Keren Ann (bürgerlicher Name: Keren Ann Zeidel) wurde 1974 in Israel geboren. Bis zum Alter von elf Jahren lebte sie in den Niederlanden, bevor es sie nach Frankreich zog. Mittlerweile pendelt sie zwischen Frankreich, den USA und Island. Sie selbst hörte (und hört) gern Musik von Francoise Hardy, Bob Dylan und/oder Joni Mitchell und lernte schon als Kind, Gitarre und Mundharmonika zu spielen. Durch ihr Engagement in der Band 'Shelby' wurde 1998 Frankreichs Nouvelle-Chanson-Star Benjamin Biolay auf sie aufmerksam, mit dem sie im Jahr 2000 dieses Debutalbum aufgenommen hat. Der Titel 'La biographie de Luka Philipsen' entstammt einer Kombination aus einem ihrer persönlichen Lieblingslieder - 'Luka' (von Suzanne Vega) - und dem Familiennamen von Keren Anns Großmama.
Das Album enthält 13 Titel (knapp 47 Minuten Laufzeit) und zeigt schon zu diesem Zeitpunkt auf, über welch besonderes Potenzial die junge Songwriterin verfügt: bezaubernde, leicht melancholische und mit luftig-laszivem französischen Flair garnierte Kompositionen zu verfassen, die sich angenehm abwechslungsreich zwischen Jazz, Blues und Folk bewegen. Bis auf die zwei selbst geschriebenen Titel 'Peut-être' und 'Deux' stammen alle übrigen Songs aus der gemeinschaftlichen Arbeit von Keren Ann und Benjamin Biolay, der auch einmal als Duettpartner seine Stimme leiht ('Décrocher les étoiles'), übrigens einer der zahlreichen Höhepunkte dieser höchst ansprechenden Produktion.
Auch wenn Keren Ann vielleicht nicht unbedingt ein ausgewiesenes Stimmwunder im herkömmlichen Sinne ist, so vermag sie doch, ihren gerne in sanftes Flüstern oder lässiges Sprechen mündenden Gesang umwerfend delikat und mit hauchzarter Brillianz einzusetzen. Unwiderstehlich und fesselnd - hier passt einfach alles zusammen! Wer bisher 'nur' die späteren Alben ('La disparition', 'Not going anywhere' oder 'Nolita') kennt, sollte hier nicht zögern, sondern entschlossen zugreifen. Für ein Debutwerk ist 'La biographie de Luka Phlipsen' insgesamt höchst lobenswert und rückblickend ist es daher keinesfalls verwunderlich, dass Keren Ann mittlerweile auch außerhalb der französischsprachigen Musiklandschaft riesige Erfolge feiert. Chapeau!