Kunst, Wissenschaft und big biz gleichen sich immer mehr an, verschmelzen miteinander. Josef Virek ist der Boß einer der größten corporations der Welt, teilweise bekriegen sich seine Subunternehmen, doch Virek sieht das eher gelassen. Er haust in einem lagerhausgroßen Lebenserhaltungssytem, und dank seiner kapitalen Potenz, dank Cyberspace und Holographie, hat er verschiedenste Möglichkeiten der Manifestation. Turner ist ein Merc, ein Söldner, auf keiner Lohnliste stehend, unabhängig und ein Profi im Ausfindig-Machen von Topwissenschaftlern, die ihren Arbeitgeber verlassen wollen. So zum Beispiel Mitchell, der für Maas-Neotek an der Entwicklung von Bio-Chips arbeitet und zu Hosaka wechseln will. Die corporations lassen ihre Spitzenleute jedoch nur ungern zur Konkurrenz entweichen, und so ist es Turners Auftrag, Mitchell rauszuholen... Es gibt ein Gemetzel, jemand spielt falsch, doch einer Person gelingt zusammen mit Turner die Flucht: Angie Mitchell, die Tochter. Neuromancer ist unglaublich schnell, der Plot drängt weiter, die Sprache ist knapp wie bei Hammett, und überall gibt es eben diese kleinen street-tech-Errungenschaften. Biochips (im englischen Original: Count Zero) ist wesentlich breiter angelegt, und Gibson zeigt sehr viel Stilbewußtsein. Der Roman schließt mit einigen unbeantworteten Fragen, aber vielen Andeutungen. Man muß die SF mögen, man muss bereit sein, sich auf die verrückte, zunächst undenkbare Reise mit Gibson einzulassen, dann stören einen auch seine Wortschöpfungen, seine Zukunftsvisionen, die teilweise wirklich abartig sind, nicht. Ausserdem muss man den ersten Teil der Trilogie gelesen haben und benötigt zum Abschluß noch den "Mona Lisa Overdrive". (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)