Ein Buch, dass keine Tipps gibt im Stil von: wie werden sie in 10 Tagen ihre Bindungsangst los. Gut geschrieben und sehr anregend. Mir hat es sehr geholfen, zu verstehen, zu erkennen. Gerade weil das Buch nicht predigt: tuen sie das oder jenes, dann geschieht dieses. Es zeigt auf, Schlüsse darf/muss man selber ziehen. Es geht unter anderem um die Tendenz des Menschen, zu wiederholen, sich immer wieder in ähnliche beziehungsmässige Konstellationen zu begeben. Was, so meine ich, hilft, seine eigenen Widerholungen mal anzuschauen. Das Buch ist also eher eine Art Spiegel, in dem man sich anschauen kann (darum kaum interessant für Leute, die Ratschläge suchen, wie sie sich verhalten sollen). Ein Buch, bei dessen Lektüre ich auch angeregt wurde, mich zu fragen: was ist das überhaupt, eine Bindung. Und: gibt es so etwas wie ein «normales Mass» an Nähe? Interessant fand ich auch die Betrachtungen des Autors zur Bedeutung von Beziehung, die heut ja eine vollkommen andere ist als vor 50 Jahren, und zu den diesbezüglichen Veränderungen. Und - last but not least - ist das kein Buch, das verkündet, dass sowieso alles hoffnungslos ist und man sich von Menschen mit Bindungsangst am besten fernhält.