Das vorliegende Hörbuch gefällt mir; auch, aber nicht vor allem deshalb, weil es der Autor selbst liest.
Herr Jonas zeichnet Charaktere, mit denen vermutlich viele schon irgendwann einmal irgendwie in Berührung gekommen sind. Die Zeichnungen sind ein wenig unscharf. Deshalb kann ich mir für einige der handelnden Personen ausgezeichnet Menschen vorstellen, mit denen ich selbst schon zu tun hatte. Für die anderen entsteht ein individuelles Bild; auch das gefällt mir.
Die meisten Menschen verfolgen den Protagonisten mit besonderem Interesse; ich ebenso. Er wirkt auf mich in etwa genau so chaotisch (z. B. beim Versuch der gleichzeitigen Bewältigung eines Telefonats, der Aufsicht über die Kinder und der Technik), verblüfft (z. B. über die Inhalte der Schreiben von Rechtsanwälten) oder hilflos (z. B. beim Versuch, einen Journalisten mit ihm einen Termin vereinbaren zu lassen), wie viele von uns es auch zumindest zeitweise sein werden.
Der Schriftwechsel mit den Rechtsanwälten ist mehr als eine Entschädigung für einige wenige Längen, die das Buch doch hat.
Ein vordergründig politisch satirisches Buch sollte man nicht erwarten. Das war vermutlich nicht der Anspruch von Herrn Jonas. Von einem Bergsteiger erwartet man vielleicht auch nicht unbedingt ein Buch über eine Trekkingtour, obwohl er für beides kompetent ist und mit beidem unterhält. Mich jedenfalls.