Die arabische Welt hat in den vergangenen Jahren einen wahrhaften Wandel durchlebt. Politisch ist seit ca. einem Jahr einiges in Bewegung geraten. Kaum zu glauben, dass im Februar die (arabische) Welt noch ganz anders aussah. Daniela Flemming kann davon ein Lied singen. Denn sie war im Februar 2011 im Oman, einem Land, das sich nach außen abschottet und öffnet zur gleichen Zeit. Und davon berichtet sie in ihrem neuen Reisetagebuch 'Bin im Oman'.
Drei Wochen 'Ali Baba de luxe'. Drei Wochen in einem Land, das die meisten nur vom Überfliegen (der Landkarte) kennen. Drei Wochen in dem einzigen Land der Erde, das mit einem 'O' beginnt.
Oman wird von einem Sultan regiert, einem, der seine Bevölkerung schützt. Omani werden bei der Jobvergabe bevorzugt. Ausländer werden zwar ins Land gelassen, jedoch nur mit Einschränkungen. Touristen sind gern gesehen, aber eben nur in Maßen, nicht in Massen. Während sich die Nachbarländer auf Shopping- und Luxussüchtige spezialisiert haben, wird hier der Traum aus 1001 Nacht wahr. Verträumte Paläste, elegante Promenaden, ursprüngliche Lebensweisen in der Wüste, teils unberührte Natur ' das alles gepaart mit einer schrittweisen und bedachten 'Annäherung an den Westen': Das ist der Oman!
Daniela Flemming schläft unterm klaren Sternenzelt, besichtigt wohlriechende Souqs, erobert im Jeep die Wüste und entdeckt farbenprächtige Paläste. Auf der andern Seite sieht sie auch das alltägliche im Oman, beim Mittagessen im Kreise einer Familie. Sie trifft Privilegierte und deren Angestellte. Sie macht sich ihr eigenes Bild. Denn auch hier ' wie über all auf der Welt ' ist nicht alles Gold, was glänzt. Die positiven Eindrücke überwiegen aber deutlich.
Durch ihr Mobiltelefon hält sich Anschluss nach Zuhause: Die Revolten im arabischen Raum, auch im Oman (hier fallen sie jedoch viel sanfter aus), sind oft Thema am Abend. Auch die Atomkatastrophe von Fukushima.
So gerät ihr Trip zu einer Geschichtsstunde. Sie ist eine der letzten, die Arabien so sieht, und eine der ersten, die die ersten zögerlichen Veränderungen wahrnimmt.
'Bin im Oman' ist ein echter Appetitmacher. Er macht Appetit auf Arabien, auf den Oman im Speziellen. Brechen andernorts auf der arabischen Halbinsel und in Nordafrika die Dämme, so halten diese hier noch. Denn sie sind auf anderem (festeren) Fundament erbaut. Oman ist kein Land, das man 'mal eben so' bereist. Für Oman nimmt man sich Zeit ' schon allein wegen der verhältnismäßig hohen Reisekosten. Aber auch, weil hier Arabien noch erlebbar ist. Die zahlreichen Abbildungen sind mehr als Dokumente, sie verzaubern durch ihre Wahrhaftigkeit. Sie stehen exemplarisch für eine Reise in eine andere (Märchen)welt. Als Zugabe zu einem Reiseführer besticht 'Bin im Oman' durch klare Sprache und leidenschaftliche Beschreibungen. Und irgendwie hat man das Gefühl, dass man unbedingt noch einen zweiten Teil erarten kann. Nicht, weil etwas fehlt. Ehr, weil das Reiseherz danach dürstet.