Selten genug dass ein Buch es schafft mich laut auflachen zu lassen. Dem 'Knüller' gelang das nicht nur einmal - dank den vielen Herz erwärmenden Dialogen und vor allem dank des Knüllers ganz eigenem, höchst charmanten Sprachstil! Der Knüller heißt Jonas, hat das Down-Syndrom und ist '>fizzen alt< (14 Jahre alt). Zumindest am Anfang des Buches. Am Ende dann schon 15 und zwischendurch mal Kleinkind, mal Schüler mal Teenager. Denn Doro Zachmann schafft es auf sehr unterhaltsame und spannende Art sämtliche Lebensphasen miteinander zu verknüpfen, erinnert sich mittels Tagebucheintragungen zurück an intensive Zeiten wie beispielsweise die schwere Zeit der Operation, an schöne, das Leben bereichernde Begegnungen, an Lustiges wie Trauriges. Und ergänzt die Erzählungen um Familienfotos, Knüller-Zeichnungen und berührende Gedichte. In jeder Zeile spürt man wie sehr sie ihren Jonas liebt. Genau deshalb kann sie es sich erlauben, kein Blatt vor den Mund zu nehmen, erzählt schon mal vom verpatzten Urlaub, von Stresssituationen oder Konflikten ohne dass dabei aber eben Jonas grundsätzlich in Frage gestellt wird ' im Gegenteil. Denn auch und vor allem von all den wunderbaren, oft so tiefgründigen Erfahrungen und Begegnungen wird berichtet, die gerade durch ein Kind mit Down-Syndrom ins Leben purzeln. Ganz zu schweigen von den Wachstumschancen für sich selbst. Ich kann das Buch nur weiterempfehlen - gerade auch Menschen, die nicht unmittelbar "betroffen" sind. Mit seinen ehrlichen und offenen Einblicken ins Leben mit einem nicht der Norm entsprechenden Kind eröffnet das Buch dem Leser neue Perspektiven. Und es ist jede Leseminute wert!