In letzter Zeit gab es wirklich sehr viele Bands, die ihren Stil der Allgemeinheit angepasst und eine neue Richtung eingeschlagen haben. Aber bereits beim ersten Hören von "Billy Talent III" merkt man, dass die vier Jungs aus Kanada nach wie vor ihrem alten Stil und ihren alten Sound behalten und wieder einmal ein gutes Album herausgebracht haben. Trotz des hohen Wiedererkennungswertes ist aber zu sagen, dass Sänger Benjamin diesmal wesentlich ruhiger agiert als auf den vorherigen beiden Alben. Auffällig ist auch, dass sowohl E-Gitarrist Ian D'Sa als auch Bass-Gitarrist Jon Gallant diemsal wesentlich mehr Einsatz haben als vorher und vor allem der Bass nun deutlich hörbar ist.
Diesmal sind zwar nur 11 Tracks zu hören, aber diese ergeben insgesamt dennoch eine Spielzeit von 42 Minuten, womit es immerhin noch länger ist als das erste Album. Nun gehe ich auf jeden einzelnen Track genauer ein...
"Devil On My Shoulder (5/5)"
Das erste Lied, von dem ich gehört habe. Zum ersten Mal gehört habe ich es beim diesjährigen Rock am Ring Festival. Bei diesem Track hört man sofort, dass er von Billy Talent kommt. Der Anfang hört sich ein wenig wie "Living in the Shadows" an, dann nimmt das Lied Fahrt auf und mittlerweile gehört es zu meinen persönlichen Favoriten.
"Rusted From the Rain (5/5)"
Das Lied wird mittlerweile sicher ziemlich bekannt sein, da es hier ja bekanntlich um die erste Single des Albums handelt. Wurde auch beim diesjährigen Rock am Ring Festival gespielt, und sie haben es wirklich gut vorgetragen. Beginnt ruhig, wird dann etwas schneller und ist textlich wirklich gut gelungen. Mein nächster persönlicher Favorit dieses Albums.
"Saint Veronika (4/5)"
Auch dieses Lied habe ich zum ersten Mal beim angesprochenen Rock am Ring Festival gehört. Textlich und gesanglich ist dieser Song wirklich gelungen, und wer sich gefragt hat, wo denn Bens beliebte Schreie bleiben, der wird hier fündig werden.
"Tears Into Wine (5/5)"
Was mir beim diesem Song gut gefällt, ist die Bassline, die sich perfekt mit dem Gesang von Ben beißt. Ian D'Sa selber sagte, dass der Bass auf diesem Album besser denn je zu hören sei. Etwas ruhiger als seine Vorgänger, aber textlich sowie instrumental wirklich perfekt!
"White Sparrows (5/5)"
Erinnert mich irgendwie ein wenig an "Covered in Cowardice" von Billy Talent II, was wahrscheinlich an der ausdrucksstarken second Voice von Ian liegen wird. Auch hier wird der Song eher ruhig angespielt, bevor er zum Schluß dann doch noch ein wenig Fahrt aufnimmt. Beeindruckt hat mich hier vor allem der starke Songtext.
"Pocketful of Dreams (4/5)"
Erinnert einen thematisch gleich an "Fallen Leaves", ist aber leider dennoch nicht so stark wie die angesprochene Single des zweiten Albums. Der Refrain wirkt ein wenig chaotisch, aber Ian rettet den Song noch mit seinen gut gespielten Riffs.
"The Dead Can't Testify (5/5)"
Auch hierbei handelt es sich um einen richtig guten Song. Besonders gut gefällt mir hier vor allem Ians Gitarrensolo, das mit allerlei Sounds unterstützt wird. Der Text kann so wirklich nur aus Bens Feder stammen. Wie immer perfekt und ebenso gut umgesetzt.
"Diamond on a Landmine (5/5)"
Auch dieses Lied kann man nicht Ballade nennen, obwohl es anfangs noch einige Grundzüge einer typischen Ballade in sich trägt. Irgendwie wirkt dieser Song wie eine Vorschau oder eine Art Vorspiel zum nächsten Song, jedenfalls finde ich ihn sehr gut gelungen.
"Turn Your Back (5/5)"
Durch einen Freund wurde ich auf diesen Song aufmerksam. Als ich hörte, dass Billy Talent einen neuen Song aufgenommen hatte, bin ich sofort auf die Myspace-Seite der Kanadier gegangen und war von diesem Song begeistert. Umso größer war die Freude, als sie diesen Song bei ihren Auftritt bei Rock am Ring in die Setlist aufnahmen. Ein wirklich wichtiges Thema, textlich und instrumental perfekt ausgedrückt.
"Sudden Movements (4/5)"
Anfangs fand ich diesen Song ein wenig schwach, aber mittlerweile habe ich mich mit ihm anfreunden können und finde ihn in Ordnung. Zwar ist er ein wenig langsam, aber das tut dem Hörer nach so viel Energie und Power nur gut. Ein Takt, bei dem auch der letzte Mensch im Saal anfängt zu tanzen.
"Definition of Destiny (4/5)"
Gesanglich ist dieser Song ein wenig angelehnt an "Pins and Needles", aber insgesamt wirkt er auf mich deutlich besser. Dieser Song ist wirklich ein starker Ausklang eines ebenso starken Albums. Vor allem das Intro hat mir hier wirklich gut gefallen.