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Billard um halb zehn: Roman
 
 
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Billard um halb zehn: Roman [Taschenbuch]

Heinrich Böll
4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 336 Seiten
  • Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag; Auflage: Neuaufl. (1. April 1974)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3423009918
  • ISBN-13: 978-3423009911
  • Größe und/oder Gewicht: 19,3 x 12,1 x 1,9 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 53.355 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

»Eine breit dahinflutende, schmerzlich schöne Elegie vom Leben dieser unserer eigenen Zeit, von Hoffnungen, Leiden und Illusionen.« Karl Korn in der ›Frankfurter Allgemeinen Zeitung‹

Drei Generationen einer rheinischen Architektenfamilie werden sich an diesem 6. September 1958 versammeln, um den achtzigsten Geburtstag ihres Oberhauptes zu feiern. Heinrich Fähmel hatte 1907 den Auftrag erhalten, die Abtei St. Anton zu erbauen. Sein Sohn Robert - er spielt täglich von halb zehn bis elf im Hotel Prinz Heinrich Billard - hat als Sprengmeister der Wehrmacht diese Abtei in den letzten Kriegstagen zerstört. Der Enkel Joseph wird am Wiederaufbau beteiligt. In den Gesprächen Roberts mit dem Hotelboy, in Rückblenden und Erinnerungen seines Vaters verknüpfen sich Vergangenheit und Gegenwart, werden die Situationen der einzelnen Zeitabschnitte deutlich.

Der Grundkonflikt, den Böll dabei mit der Symbolik vom »Lamm« und vom »Büffel« thematisiert, ist der Konflikt zwischen den selbständig denkenden und handelnden einzelnen und der opportunistischen Mehrheit.

Über den Autor

Heinrich Böll, am 21. Dezember 1917 in Köln geboren, war nach dem Abitur Lehrling im Buchhandel. Danach Studium der Germanistik. Im Krieg sechs Jahre Soldat. Seit 1947 veröffentlichte er Erzählungen, Romane, Hör- und Fernsehspiele, Theaterstücke und war auch als übersetzer aus dem Englischen tätig. 1972 erhielt Böll den Nobelpreis für Literatur. Er starb am 16. Juli 1985 in Langenbroich/Eifel. Sein gesamtes Werk liegt im Taschenbuch bei dtv vor.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Bücher-Liebhaberin TOP 1000 REZENSENT
Heinrich Fähmel ist Architekt und feiert als Patriarch der rheinischen Architektendynastie 1958 seinen Geburtstag. Sein Sohn Robert hat im zweiten Weltkrieg als Sprenger die Abtei seines Vaters gesprengt, die wiederum von Roberts Sohn Joseph wiederaufgebaut wurde. Politische und persönliche Aspekte mengen sich an und die geladene Wut endet in einer kleinen Katastrophe...

Böll veranschaulicht in diesem Roman das Leben dreier Generationen einer angesehenen Architektenfamilie. Genauso wie in Thomas Manns "Buddenbrooks" wird also hier das Motiv des Geschäftlichen durch verschiedene Personen unterschiedlichen Alters im familiären Umfeld aufgegriffen und als Stoff verarbeitet. Das Buch ist also eine Darstellung einerseits, zum anderen aber auch zeigt es den Konflikt zwischen "Lämmern" in der Gesellschaft und den "Büffeln". Erstere werden, da sie selbstständige und eigenständig handelnde Individuen sind und sich nicht der Masse anschließen und dem dort herrschenden Wahn und der Verblendung folgen wollen, von den Zweiten ausgegrenzt und sogar auf das Übelste beleidigt und verhöhnt.

"Billard um halb zehn" ist nicht unbedingt Bölls interessantester und bester Roman, da "Die verlorene Ehre der Katharina Blum" wohl eher in den Gedächtnissen hängen bleibt und populärer als dieser Roman ist, und dennoch ist er lesenswert, wenn auch stellenweise die Handlung und die Bedeutungen etwas schwer nachzuvollziehen sind, da Böll sie in Windungen niederschreibt, die einem bei erstmaligem Lesen nicht sofort deutlich werden. Es ist also ein Porträt einer geschäftlich engagierten Dynastie und das Erwähnen der Ungleichheit zwischen Einzelgängern und der Masse. Bölls Werke sind allgemein in das Genre der Nachkriegsliteratur aufzufassen und insofern hat er sein Thema nicht verfehlt und ordentlich umgesetzt.

Dieser Text wurde von einer 18-jährigen verfasst.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Lamm und Büffel 8. April 2010
Von jury HALL OF FAME REZENSENT TOP 10 REZENSENT
Der 1985 verstorbene Literatur-Nobelpreisträger Heinrich Böll zeichnete in seinem 1959 erschienenen Roman "Billard um halb zehn" Bilder dreier Generationen sowohl mit Feingefühl als auch mit der ihm eigenen Akribie.

Auch in uns Spätgeborenen erwacht so eine recht fassbare Vorstellung von den großen Wellen, welche die politischen Veränderungen und der Krieg in unsere Gemeinden, unsere Familien und über unsere Menschen einschlagen ließen.

Anders als die bekannteren Werke "Gruppenbild mit Dame" oder "Die verlorene Ehre der Katharina Blum" konzentriert sich "Billard um halb zehn" nicht auf einen zeitgeschichtlichen Missstand, sondern verarbeitet familiäre Eindrücke von den Großeltern bis zur frühen Nachkriegszeit. Dabei werden aber durchaus auch politische Fehlentwicklungen des jungen Nachkriegs-Deutschland thematisiert.

Im Mittelpunkt steht eine Architektenfamilie, tief verwurzelt in der rheinisch-katholischen Kultur, eigentlich aber ihr nicht zugehörig.

Zum 80. Geburtstag des Patriarchen kommt die Familie zusammen. Der Sohn sprengte die vom Vater gebaute Abtei, der Enkel baute sie wieder auf. Was könnte mehr die Sinnlosigkeit unserer Existenz verdeutlichen?

Immer aber vermittelt die Erzählung die Sicht des einzelnen Menschen, seine kleinen Hoffnungen und Pläne, seine Strategien und Träume. Mehr noch als über die gesellschaftlichen Wechsel erfahren wir über Familie und Individuen ("Lämmer"), die unter der Brutalität des politischen Mobs ("Büffel") zerrieben werden. Deutlicher noch als die äußere Zerstörung erarbeitet Böll die Verzweiflung und Leere der inneren Verletzungen.

"Billard um halb zehn" ist nicht nur ein großer und bewegender Roman - er transportiert auch den Lebensschmerz unserer Vorgänger-Generationen zu uns, macht erlebbar und verständlich, was unsere Eltern und Großeltern zu verantworten und worunter sie zu leiden hatten.

Heute, ein halbes Jahrhundert danach, hat dieser Roman nichts von seiner Bedeutung eingebüßt: Böll schenkte uns ein Buch, das Generationen verbinden kann.

jury 5* A0076 12.5.2010e 8 A
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Lämmern und Büffeln 27. Dezember 2010
Von Th. Leibfried TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Nach Jahrzehnten nahm ich aus dem Bücherregal einmal wieder Heinrich Bölls Roman "Billard um halb zehn" zum Lesen heraus. Das Buch ist im Gegensatz zu anderen Hauptwerken des Nobelpreisträgers von 1972 weniger aktuell-politisch, sondern schaut in Rückblenden auf den Zeitraum 1907 bis 1958, hauptsächlich aber auf die Zeit des Nationalsozialismus und des zweiten Weltkriegs, sowie deren Nachwirkungen in der Nachkriegszeit.

Böll unterteilt die Bevölkerung in diejenigen, die vom "Sakrament der Lämmer" gekostet haben und diejenigen, die das "Sakrament der Büffel" erhalten haben. Letztere sind die, die opportunistisch und / oder überzeugt den Nationalsozialisten gefolgt sind, mit all den Schrecken und Gräueltaten im Großen und im Kleinen. Darunter auch Otto, ein Sohn des Protagonisten Heinrich Fähmel. Die Lämmer sind der Teil der Bevölkerung, der mehr oder minder offen in Opposition gegangen ist und dafür vielfach die letzte Konsequenz erfuhr, vertreten beispielsweise durch Johanna Fähmel, die Ehefrau Heinrichs und langjährige Insassin eines Sanatoriums, die schlussendlich rebelliert in ihrem Lammsein gegen die weiterhin herrschenden Büffel.

An einem Tag im Jahr 1958, dem 6. September und dem 80. Geburtstag von Heinrich Fähmel, dem Architekten, spielt die Kernhandlung des Romans. Von hier aus erfolgen kapitelweise Rückblicke, überwiegend aus jeweils verschiedenen Perspektiven der Figuren im Roman. Böll konstruiert eine komplexe Struktur in seinem Werk, das vielleicht an die komplexe Bauweise einer Abtei, hier Sankt Anton, erinnern soll. Diese Abtei erbaut Heinrich Fähmel in jungen Jahren als ersten großen Auftrag als Architekt. Sein Sohn Robert sprengt am Ende des 2. Weltkriegs seines Vaters Werk in einer Mischung aus Widerstand gegen den eigenen Vater, eigenen Überzeugungen und opportunistischer Befehlsausführung. Der Enkel Joseph wird beteiligt am Wiederaufbau der Abtei, entscheidet sich jedoch an diesem Tag gegen ein weiteres Engagement, bleibt also zwischen Großvater, dem Erbauer und Vater, dem Zerstörer, hängen.

"Billard um halb zehn" ist keine leichte Kost. Der Text, viel in inneren Monologen erzählt, nahm mich in Bann, machte mich betroffen und ist doch, bei aller angebrachten Ernsthaftigkeit, nicht ohne Humor. Ein fesselnder Blick in die schlimme Zeit zwischen den beiden Weltkriegen und in die Zeit der Wirtschaftswunders der 50er Jahre in der jungen Bundesrepublik Deutschland.
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