oder
Loggen Sie sich ein, um 1-Click® einzuschalten.
oder
Mit kostenloser Probeteilnahme bei Amazon Prime. Melden Sie sich während des Bestellvorgangs an. Erfahren Sie mehr
Alle Angebote
Möchten Sie verkaufen? Hier verkaufen
Der Bildverlust oder Durch die Sierra de Gredos: Roman
 
Größeres Bild
 
Den Verlag informieren!
Ich möchte dieses Buch auf dem Kindle lesen.

Sie haben keinen Kindle? Hier kaufen oder eine gratis Kindle Lese-App herunterladen.

Der Bildverlust oder Durch die Sierra de Gredos: Roman [Gebundene Ausgabe]

Peter Handke
2.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
Preis: EUR 29,90 kostenlose Lieferung. Siehe Details.
  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o
Auf Lager.
Verkauf und Versand durch Amazon.de. Geschenkverpackung verfügbar.
Nur noch 2 Stück auf Lager - jetzt bestellen.
Lieferung bis Mittwoch, 30. Mai: Wählen Sie an der Kasse Morning-Express. Siehe Details.
‹  Zurück zur Artikelübersicht

Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Die Protagonistin in Peter Handkes neuem Roman Der Bildverlust hat viele Feinde. Allerdings wirken die meisten aus der Ferne und sind deshalb ungefährlich -- bis auf einen, und der ist der allerschlimmste. Dabei hatte alles mit Liebe begonnen, damals, als sie sich "auf einer Lichtung tief im Innern" des Waldes "auf einem schwarzalten Bohlenweg" zum ersten Mal trafen. Für ihn war es so etwas, wie die Liebe auf den ersten Blick. "Sie müssen mich lieben. Sie werden mich lieben", sagte der Mann. "Ohne mich sind Sie verloren".

Damals, auf der Waldlichtung, hatte die Bankiersfrau keine Angst. Denn während der Begegnung wurde sie heimgesucht vom Bild "eines leeren Gastgartens unter Kastanien im Hochland von Triest". Überhaupt ist sie "durchwirkt" von Bildern wie ein Text: beruhigenden Bildern, die plötzlich kommen wie bei Proust; Bilder mit denen ihr "nichts geschehen" kann. Und Schutz kann die Bankiersfrau gut gebrauchen: Immerhin macht sie sich auf die abenteuerliche Reise zu einem abgelegenen "Manchodorf" in der Sierra de Gredos, um einem "Autor" ihr Leben -- und ihre Lieben -- zu erzählen. In Nuevo Bazar, Polvereda, Pedrada oder Candeleda trifft sie auf allerlei sonderbare Gestalten, auf Maultrommelspieler und "Stadtrandidioten", auf die Sänfte von Karl V. -- und manchmal auf sich selbst: "mich erzähltwerden spüren", selbst zum Bild zu werden, ist dabei das oberste, tröstliche Ziel. Gefährlich wird es immer dann, wenn der Verlust der Bilder der Protagonistin den Boden unter den Füßen zu entziehen droht.

Der Bildverlust ist eine sprachlich weitgehend virtuose, bisweilen anstrengende Gratwanderung zwischen Literatur und Reflexion, Märchen und abstraktem Dichten, Traum und Wirklichkeit: ein schwebender Parforceritt durch die Räume und Zeiten im Niemandsland der Literatur. Über lange Strecken ist dieses artistisch verspiegelte Changieren Handkes genauso aufregend zu verfolgen wie die Reise der Bankiersfrau über die verschneite, fast 200 Kilometer lange Gipfelflur in der Sierra de Gredos. Nur hin und wieder hätte man sich die eine oder andere Straffung des Geschehens sehr gewünscht. Und sicher wird es auch viele Leser und Kritiker geben, die sich nicht zurechtfinden (wollen) in Handkes hoch artifizieller, von Neologismen gespickter Welt. Wer aber Mein Jahr in der Niemandsbucht mit Gewinn gelesen hat, der wird von der symbolgewaltigen Metaphorik des Bildverlusts begeistert sein. --Thomas Köster

Perlentaucher.de


Buchnotiz zu : Die Tageszeitung, 19.01.2002
An Anfang war noch Hoffnung. Dass Handke Handke bleiben würde nämlich, 759 Seiten lang, bis zum Schluss. Und weil Frauke Meyer-Gosau nur ganz hinten nachgesehen hat, ob alles gut geht, und weil es tatsächlich ein schönes Happy-End gibt, hat sie sich drauf eingelassen, auf diese ganze "Mordsmarathonpapierstrecke" und - ist enttäuscht worden. Na ja, enttäuscht. Zunächst mal sind da ein paar hundert Seiten Leseglück. Die Lebensgeschichte einer erfolgreichen Frau, "hinreißend erzählt von Peter Handke". Das geht gut, bis die Heldin dieses von Meyer-Gosau als "ein utopischer Abenteuer-, ein Reise- und Liebesroman" bezeichneten Buches ihren Ort der Läuterung, das Zentrum des "Bildverlusts" ("ein tiefes, düsteres Tal in der Sierra") betritt. Da dämmert der Rezensentin dann so einiges: Das hier verbratene "wohlbekannte Modell" von der mächtigen, aber schuldbeladenen Frau auf der Suche nach dem "wirklichwahren Leben" etwa. Dann dass Handkes "Frau" nichts anderes ist als "ein Sprachrohr für die Empörung und Resignation über eine fortschreitende Dekadenz, den Verlust der Ideale" usw., aus dem die sich überschlagende Stimme des Autor- Predigers tönt. Und schließlich dass, was gut anfängt, noch lange nicht gut weitergehen muss, und wenn es auch gut endet.

© Perlentaucher Medien GmbH

Buchnotiz zu : Süddeutsche Zeitung, 19.01.2002
Recht feierlich ist Thomas Steinfeld bei dieser schnell geschriebenen Kritik zumute. "Der Bildverlust", so schließt er seine Kritik, die zwei Tage vor Erscheinen des Romans in der SZ gedruckt wurde, sei "das große Gegenbuch zu unserer aktuellen Literatur", nicht mehr und nicht weniger. Gemeint ist damit einen Gegenentwurf zu einer vom Journalismus infizierten Literatur, zur allgegenwärtigen Gestalt des Reporters, der nurmehr einen flüchtigen Blick auf das werfe, was er für die Realität hält, ein Plädoyer für die "lange Dauer" auch. In sie gestellt sieht sich eine Finanzexpertin, die ihre Großstadt verlässt, um die Sierra de Gredos, jene Landschaft, in der der "Don Quijote" spielt, zu durchwandern und auf einen Erzähler zu stoßen, der ihr womöglich sagt, wer sie ist. Den "Don Quijote" liest Steinfeld als Parallelbuch und Referenz zu Handkes großem Roman. So wie sich Don Quijote an den Bildern einer vergehenden Epoche mit ihren Ritterromanen abarbeitet, so scheint auch Handke in diesem Buch einen Epochenwechsel annoncieren zu wollen. Wie genau diese neue Epoche, in der die Medien ihre Übermacht offensichtlich verloren haben, aussehen soll, erfährt man bei Steinfeld nicht aber neugierig macht seine Kritik schon.

© Perlentaucher Medien GmbH

Buchnotiz zu : Die Zeit, 24.01.2002
Hat sich der Autor in seiner Sierra doch glatt verlaufen. Ulrich Greiner schlägt die Hände überm Kopf zusammen: Handlung, Figuren, Dramatik, Abenteuer - alles verschwindet in den "Schluchten der Mystifikation", den "Staubwüsten des Schwadronierens". Da hilft es wenig, dass dem Rezensenten bei der Lektüre hin und wieder aufgeht, was dieser Autor eigentlich kann (Intensität vermitteln, Seh-, ja Lebenshilfe geben); alles hier ist mühsam, "als habe Handke alles hineingepackt, was ihm einfiel". Ebenso wenig freilich hilft es Greiner, dass die Verwirrung, wie er erklärt, in diesem Buch Methode hat und die Auflösung der herkömmlichen Perspektive wie jene der vertrauten Dimensionen von Zeit und Ort zugunsten des durch den Roman mäandernden Bewusstseinsstroms betrieben werden. Wo die "obligaten Bestimmungen" durch "Fragezeichen-Orgien" vervielfältigt bzw. neutralisiert werden, müssen 759 Seiten einfach reichlich lang erscheinen.

© Perlentaucher Medien GmbH

Kurzbeschreibung

In der Sierra de Gredos erstreckt sich von Ost nach West eine bis in den Frühling hinein verschneite, fast zweihundert Gratkilometer lange Gipfelflur. Dorthin macht sich die Bankfrau, von deren Abenteuern dieser Roman handelt, aus einer nordwestlichen Flußhafenstadt auf den Weg. Sie will diese Bergkette durchqueren und dort in dem Manchadorf den Autor treffen, mit dem sie einen klassischen Lieferantenvertrag abgeschlossen hat: Sie, die mächtige Strippenzieherin mit den verschiedenen Namen, die nach einem tödlichen Verkehrsunfall der Eltern bei ihren Großeltern auf dem Dorf aufwuchs, viel herumreiste und gar einmal als Schauspielerin in einem berühmten Film mitspielte, bezahlt den Autor und kümmert sich um seine Geldgeschäfte; und er erzählt im Gegenzug ihre Geschichte nach vorgegebenen Regeln. Abschweifungen sind erlaubt, und als einziger Maßstab gilt: "mich erzähltwerden spüren."
Wir erfahren von den Begegnungen der wundersamen Abenteurerin mit den Menschen in d er Sierra, vom Busfahrer und seinem Sohn, vom wandernden Steinmetz, dem Maultrommelspieler, vom Stadtrandidioten und Liebhaber und nicht zuletzt vom Bruder, der lange im Gefängnis gesessen hat, und der Tochter, die verschwunden ist und doch immer wieder ganz anwesend in der Erinnerung und Sehnsucht. Vergangenheit und Zukunft, Jetztzeit und geträumte Zeit fließen ineinander in eine von den Bildern erhöhte Gegenwart.
Der Roman handelt von einer "größeren Zeit", in der das Anschauen und die Liebe und die Güte, die Schönheit und der Frieden nicht nur als utopische Möglichkeiten gedacht, sondern im Erzählen hervorgebracht und tragfähig gemacht werden können, "für die und die, und die und die, und noch eine und noch eine lange Geschichte?" Peter Handke hat ein großes Sehnsuchtsbuch, ein Menschenbuch geschrieben.

Über den Autor

Peter Handke wird am 6. Dezember 1942 in Griffen (Kärnten) geboren. Die Familie mütterlicherseits gehört zur slowenischen Minderheit in Österreich; der Vater, ein Deutscher, war in Folge des Zweiten Weltkriegs nach Kärnten gekommen. Zwischen 1954 und 1959 besucht er das Gymnasium in Tanzenberg und das dazugehörige Internat. Nach dem Abitur im Jahr 1961 studiert er in Graz Jura. Im März 1966, Peter Handke hat sein Studium vor der letzten und abschließenden Prüfung abgebrochen, erscheint sein erster Roman Die Hornissen. Im selben Jahr 1966 erfolgt die Inszenierung seines inzwischen legendären Theaterstücks Publikumsbeschimpfung in Frankfurt in der Regie von Claus Peymann.

Seitdem hat er mehr als dreißig Erzählungen und Prosawerke verfaßt, erinnert sei an: Die Angst des Tormanns beim Elfmeter (1969), Der kurze Brief zum langen Abschied (1971), Die linkshändige Frau (1976), Langsame Heimkehr (1979), Die Lehre Sainet-Victoire (1981), Der Chinese des Schmerzes (1983), Die Wiederholung (1986), Mein Jahr in der Niemandsbucht (2004), Der Bildverlust (2002) sowie 2008 Die morawische Nacht.

Auf die Publikumsbeschimpfung folgt 1967, ebenfalls in Frankfurt uraufgeführt, Kaspar von hier spannt sich der Bogen weiter über Der Ritt über den Bodensee (1970), Die Unvernünftigen sterben aus (1973), Das Spiel vom Fragen oder Die Reise zum sonoren Land (1988), Die Stunde da wir nichts voneinander wußten (1991), über den Untertagblues (2002) und Bis daß der Tag euch scheidet (2008) zum großen Epos Immer noch Sturm, das im August 2011 bei den Salzburger Festspielen seine Uraufführung haben wird.

Darüber hinaus hat Peter Handke viele Prosawerke und Stücke von Schriftsteller-Kollegen ins Deutsche übertragen: Aus dem Griechischen Stücke von Aischylos, Sophokles und Euripides, aus dem Französischen Emmanuel Bove (unter anderem Meine Freunde), René Char und Francis Ponge, aus dem Amerikanischen Walker Percy.

Sein Werk wurde mit zahlreichen internationalen Preisen geehrt.

Die Formenvielfalt, die Themenwechsel, die Verwendung unterschiedlichster Gattungen (auch als Lyriker, Essayist, Drehbuchautor und Regisseur ist Peter Handke aufgetreten) erklärte er selbst 2007 mit den Worten: »Ein Künstler ist nur dann ein exemplarischer Mensch, wenn man an seinen Werken erkennen kann, wie das Leben verläuft. Er muß durch drei, vier, zeitweise qualvolle Verwandlungen gehen.«

‹  Zurück zur Artikelübersicht

Datenschutzerklärung von Amazon.de Versandbedingungen von Amazon.de Umtausch- & Rücknahme bei Amazon.de