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Bildungspanik: Was unsere Gesellschaft spaltet
 
 
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Bildungspanik: Was unsere Gesellschaft spaltet [Taschenbuch]

Heinz Bude
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 144 Seiten
  • Verlag: Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG (29. August 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3446237615
  • ISBN-13: 978-3446237612
  • Größe und/oder Gewicht: 20,8 x 13 x 1,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 161.740 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Heinz Budes "Bildungspanik" ist eine erfrischende Lektüre,... weil er ... vor polemischen Pointierungen nicht zurückschreckt." Ulrich Greiner, Die Zeit, 08.09.11 "... scharfzüngig und scharfsinnig beschreibt er die Fronten im deutschen Schulkrieg." Markus Verbeet, Spiegel online, 08.09.11 "... sozialwissenschaftlich informiert, allgemeinverständlich, pointiert bis zackig für Bürger, denen der Zustand des Gemeinwesens nicht gleichgültig ist und die daher von Revoluzzertum wie resignativer Selbstbescheidung die Nase voll haben." Jens Bisky, Süddeutsche Zeitung, 29.08.11 "... ein glänzender Analyst, der es versteht, seine originären Einsichten und Perspektiven einer breiten Leserschaft zu vermitteln." Volker Saupe, Frankfurter Rundschau, 02.09.11 "Mit kühlem soziologischen Blick manövriert Bude zwischen den jeweiligen Positionen und analysiert prägnant und anschaulich, wo Feinheiten und Fallstricke der meist allzu verkürzten Bildungsdebatte liegen." Nils Markwardt, Literaturen, Heft 10 /11

Kurzbeschreibung

Werden unsere Schüler und Studenten gegen die internationale Konkurrenz bestehen können? Die Ergebnisse der PISA-Studie haben in Politik und Gesellschaft eine Grundsatzdiskussion über das Schulsystem ausgelöst. Diese Debatte muss das Grundrecht auf Bildung genauso ernst nehmen wie das Bedürfnis, durch Bildung einen sozialen Status zu erreichen. Denn gerade auf dem Feld der Bildung werden soziale Unterschiede ausgespielt. Wie viel Gleichheit braucht unsere Gesellschaft? Wie viele Unterschiede erträgt sie, und was bedeutet das für die Schule in Deutschland? Diese Diskussion will der Soziologe Heinz Bude in Gang bringen - weil sie weiterführt als der panische Blick auf PISA-Werte.


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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Dem Soziologen Bude ist ein Buch gelungen, in dem er im aktuellen Streit um die Zukunft der Schulformen Stellung bezieht und das zugleich anspruchsvoll und gut zu lesen ist. Er beschreibt und analysiert klug die Motive und Ängste der Eltern, kritisch aber auch mit Verständnis und ohne erhobenem Zeigefinger. Heinz Bude nimmt den Hamburger Schulstreit um die Primarschule und das Gymnasium zum Anlass die Funktion der Schule und der Bildung für die heutige Eltern-Generation, die sich selbst über das Bildungswesen ihren Status in der Gesellschaft erarbeitet hat, zu beschreiben: die widersprüchlichen Gefühle der Eltern, die wissen, dass Bildung allen zugute kommen sollte, die aber fürchten, dass dies zu Lasten ihres Nachwuchses passiert. "Die Gewinner der letzten Bildungsexpansion in Deutschland wollen mit Blick auf die Zukunft ihrer Kinder nicht als Verlierer der jetzigen Bildungsreform darstehen" (21). Aufgeschreckt durch die PISA-Ergebnisse investieren diese Eltern im Kampf um Bildungsabschlüsse immer mehr Geld in ihre Kinder, wodurch sich ein "bildungsindustrieller Komplex" herausgebildet hat, den Bude verurteilt. Wie kann die Gesellschaft trotz dieser Rahmenbedingungen zusammenleben, was muss sich ändern und welches Bildungsverständnis wäre angemessen, damit Bildung nicht mehr länger ein Spaltpilz ist? Was Bude anführt ist nicht neu, doch wie er es anführt ist einprägsam und prägnant, und daran liegt das größte Verdienst der 136 Seiten.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Prof Dr Olaf-Axel Burow TOP 1000 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
"Bildungspanik" - dieser Titel bringt auf den Begriff, was viele Eltern empfinden, die sich zu Recht vom Bildungssystem im Stich gelassen fühlen. Statt auf die Förderung aller Schüler gemäß ihren individuellen Vorraussetzungen, setzt die deutsche Schule noch immer zu sehr auf Selektion. Angesicht von 250 000 Schülern, die nach wie vor pro Jahr sitzenbleiben und eines viel zu hohen Prozentsatzes von Schülern, die die Schule ohne Bildungsabschluss verlassen, erfasst viele Eltern die berechtigte Angst, ihr Kind könnte Opfer der Auslesemaschinerie werden.

Brilliant analysiert Bude die gesellschaftlichen Hintergründe der um sich greifenden Bildungspanik und knüpft in einem historischen Exkurs an Dahrendorfs Forderung des Bürgerrechts auf Bildung an. Schon in den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts hatte dieser den Skandal eines Schulsystems angeprangert, das den Benachteiligten zu wenig Chancen lässt. Fünfundreissig Jahre später sind wir da nicht viel weiter.
Dass dies nicht so sein muss zeigt Bude anhand eine Analyse sozialstatistischer Daten: Demnach gab es in den 80iger Jahren eine Phase, in der - auch durch die Öffnung des Bildungssystems - kurzzeitig mehr Bildungsgerechtigkeit herrschte. Bude fragt sich: "Woher kommt es, dass das in den achtziger Jahren sozial durchlässigste Bildungssystem in Europa mit einem Mal zu den ungerechtesten und undurchlässigsten zu rechnen ist?"

Zwar liefert er aus soziologischer Perspektive scharfsichtige Analysen zur Erklärung dieses Rätsels, doch fällt er in seinem Ausblick bezüglich möglicher Lösungen, weit hinter Dahrendorf zurück. Forderte dieser nämlich ein radikales Recht auf Bildung für alle, ganz im Sinne der aktuellen Inklusionsdebatte ein, so arrangiert sich Bude am Ende seiner kenntnisreichen Analysen mit dem System und speist die Verlierer mit einem zweifelhaften Versprechen ab: Der demographische Wandel werde dafür sorgen, dass schließlich doch noch jeder eine Stelle bekomme.
Angesichts der Krisen unseres Wirtschaftssystems und der prinzipiellen Unvorhersagbarkeit von Zukunftsverläufen halte ich eine solche Prognose für fragwürdig. Da verhalten sich die Eltern, die von Bildungspanik erfasst sind und deshalb dafür sorgen, dass ihre Kinder auf die besten Schulen kommen, wirklichkeitsangemessener. Nebenbei bemerkt handeln sie damit so, wie der Soziologe - als persönlich betroffener Familienvater - selbst.

Warum kann ich das Buch trotz dieser kritischen Anmerkungen empfehlen?
Der Analyseteil ist ausgezeichnet und sorgt für Durchblick. Den Schlussfolgerungen des Autors muss man ja nicht folgen.

Prof.Dr. Olaf-Axel Burow Universität Kassel
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Winfried Stanzick HALL OF FAME REZENSENT TOP 10 REZENSENT
Wer in diesen Zeiten als Angehöriger der "bildungsorientierten Mittelschicht" ein Kind hat, das schulpflichtig ist, kann von dem, was Heinz Bude hier in seinem lesenswerten Essay beschreibt, ein Lied singen. Erstens, weil er selbst von dem, was Bude "Bildungspanik" nennt, wahrscheinlich nicht ganz frei ist, zum anderen, weil er um sich herum Eltern erlebt, die ihren Kindern mit allen Mitteln "Bildungschancen" eröffnen wollen, sie von einer sportlichen oder musischen Maßnahme zur anderen Karren und dabei immer weniger wirkliche Beziehungszeit mit ihren Kindern haben.
Er erlebt Eltern, die mit aller Macht ihr Kind auf ein Gymnasium schicken wollen, nicht nur wegen der Bildung, sondern auch, um es von den Kindern des bildungsfernen Prekariats abzuschirmen. Die Kinder sollen mehr Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben, sie sollen sich durchsetzen in einem als gnadenlos und hart fantasierten Existenzkampf.

Ich persönlich frage mich dabei immer, welche von diesen Eltern, die in Konflikten regelrecht unangenehm werden können, ihre Kinder in der Zeit zwischen der Geburt und der Einschulung "gebildet" haben in ihrer Entwicklung, etwa durch tägliches langes Vorlesen, durch verbale und nonverbale Kommunikation etc. Aber das nur nebenbei.

Bude beschreibt eindrücklich, wie sich in unserem Schulsystem die Spaltung der Gesellschaft wiederholt und zementiert. In den in Deutschland seit Jahrzehnten wie in keinem anderen Land geführten heftigen und kontroversen Bildungsdebatten, geht es deshalb auch um die sozialen Unterschiede in unserer Gesellschaft. Deshalb muss man es doch sehr hinterfragen, wie ernst die von vielen geforderte gerechte Schule für alle wirklich gemeint ist. Es geht Bude darum herauszufinden, wie viel Gleichheit unsere Gesellschaft braucht und wie viele Unterschiede sie erträgt. Denn das Bedürfnis, sich zu unterscheiden und die Angst vor einem sozialen Abstieg in den Mittelschichten sind Fakten, die nicht übersehen werden dürfen. Deshalb muss, so Bude, die ganze Debatte um Schule und Bildung, PISA und vieles mehr das Grundrecht auf Bildung genauso ernst nehmen wie das Bedürfnis der Menschen, eben durch diese Bildung eines gewissen sozialen Status zu erreichen.
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