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Die Bildungslüge. Warum wir weniger wissen und mehr verstehen müssen
 
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Die Bildungslüge. Warum wir weniger wissen und mehr verstehen müssen [Gebundene Ausgabe]

Werner Fuld
3.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (13 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 301 Seiten
  • Verlag: Argon Verlag; Auflage: 1 (2004)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3870245980
  • ISBN-13: 978-3870245986
  • Größe und/oder Gewicht: 21,6 x 14,8 x 2,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (13 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 615.570 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Mit einem hat Werner Fuld sicherlich Recht: Wissen allein genügt nicht. Man muss auch Zusammenhänge verstehen und Bezüge herstellen können. An unseren Schulen kommt die Sorte von Lehre, die eben dazu befähigte, in der Tat entschieden zu kurz! Und deshalb nützt später denn auch vielen, zumal den Studenten, ihr ganzes Wissen nichts. Punktum.

Mit einem aber hat Werner Fuld sicher nicht Recht -- dass wir nämlich durch die Bank (wirklich) zu viel wüssten. Beispiel dafür, dass der Autor (auch zweier Lexika zu einigermaßen abseitigen Themen!) manchem Missverständnis aufsitzt, ist seine Forderung nach der weit gehenden Abschaffung des Geschichtsunterrichts in den Schulen: "Nur noch die deutsche Geschichte seit 1945 sollte eigenständiger Lerninhalt bleiben." Dazu bedarf es wohl keines Kommentars. Und ebenso unkommentiert kann man Fulds Ratschlag lassen, man solle keine Bücher lesen, zumindest keine Klassiker ("Die Kanon-Debatte: Warum die Lektüre von Klassikern dumm macht").

Zwar kommt der Büchermacher und Literaturkritiker durchaus zu manch richtiger Erkenntnis, die Überspitzung jedoch (Klappentext: "Bildung macht dumm!"), mit der der Autor um die Aufmerksamkeit all derer buhlt, die immer noch -- welch eine Zeitverschwendung -- Bücher lesen, wirkt vielfach doch arg aufgesetzt. Trotz allem: Die Auseinandersetzung mit Fulds Thesen, ob wir ihnen nun zustimmen oder nicht, ist keine schlechte Vorbereitung auf die anstehenden Bildungsdebatten, die wir so vielleicht besser verstehen. Ob es darauf tatsächlich ankommt? Vermutlich nicht. Aber wirklich schaden tut's sicher nicht, wenn man weiß, was von dem einen oder anderen Argument eigentlich zu halten ist. --Hasso Greb

changeX

Deutschlands Schulen leben noch im 19. Jahrhundert, so Fulds Argument. Unnützes, veraltetes Wissen vernebelt den Schülern die Sinne. Sie werden immer dümmer, weil ihnen das notwendige Wissen für Gegenwart und Zukunft vorenthalten wird. Schluss mit Goethe, Sinuskurven und Ablativ! Er rät zur Abschaffung von Mathematik & Co. in ihrer bisherigen Form.

„Das Erstaunliche war, dass nach dem miserablen Abschneiden der deutschen Schüler in der PISA-Studie die Folgerung war, unsere Schüler müssten wieder mehr lernen“, merkt Fuld an. „Anstatt zu erkennen, dass sie etwas anderes lernen müssen. Sie lernen nur Daten und Fakten, aber was PISA abgefragt hat, waren Zusammenhänge.“ Dass Schule Allgemeinbildung vermitteln will, hält er für veraltet. Die Schule versuche immer, einen tradierten Kanon zu vermitteln. Vollkommen unabhängig davon, ob Bestandteile dieses Kanons nun veraltet sind oder nicht. Sein Argument: Wir brauchen heute nicht mehr nur ein anderes Wissen, sondern auch ein anderes Menschenbild. Eines, das von der Aufklärung verschüttet worden ist. Es geht in der Bildung zunächst um Anschauung, um Ästhetik, um die Wahrnehmung von Dingen. Aus Wahrnehmung, aus Ästhetik und Ethik entsteht eine andere Sicht auf die Welt als die, die wir durch die klassische Schulbildung erhalten. Weil die Schule selbst nicht auf der Höhe der Zeit ist.

Die kontroversesten Stellen seines bewusst provokanten sind sicher die, in denen Fuld leicht zynisch einen „Urlaub von Auschwitz“ fordert. „Wir haben ganz dringende Probleme in unserer Gesellschaft zu lösen. Wir lösen sie nicht, wenn wir uns ständig mit der Vergangenheit beschäftigen“, argumentiert er und kritisiert, dass wir heute außerordentlich genau informiert sind über die Täter, die ganze Nazi-Bürokratie bis hin zu Hitlers Leibkoch und Chauffeur. Diese ganze Kenntnis setzt uns nicht in die Lage, Auschwitz zu verstehen. Ein Besuch des Jüdischen Museums macht diese Faktenansammlung vollkommen überflüssig. Der Terror wird durch die Anschauung des Grauens präsent.

Es ist zu hoffen, dass sich Fulds Kritiker nicht an diesen Passagen festbeißen, sondern der eine oder andere seiner Denkanstöße ins Schulsystem einsickert.

(c)changeX – Online-Magazin für Wandel in Wirtschaft und Gesellschaft


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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Wenn man Fulds Buch liest, fallen einem seine provokativen Thesen sofort ins Auge. Schon das einleitende Zitat Andre' Gides lässt eine umfassende Kritisierung erwarten, die Fuld dann auch durchführt.
Seine provokativen Thesen und teilweise radikale Argumentation, gewürzt mit Ironie und sein teilweise satirisierender Stil weiß zu gefallen und zieht sich durch die unterschiedlichen Kapitel.

Die allerdings sind von unterschiedlicher Qualität: Manche Themen, vor allem die, welche Literatur zum Gegenstand haben, glänzen durch fundierte Recherche und der Fachkompetenz des Autors und enthalten einige beachtbare und zu bedenkende Aussagen.
Diffiziler wird es für den Leser im Bereich Mathematik und Naturwissenschaft, wenn Fulds Aussagen allgemeiner, provokativer und erkenntnistheoretischer werden, so er dann fordert, die Physik aus dem Schulunterricht zu verbannen, da das Weltbild der modernen Physik letztlich eine Frage des Glaubens und damit Privatsache sei...
Beinahe konträr zu den bisher erwähnten und trotz alledem (s. o.) zum Nachdenken anregenden Thesen, wird es, wenn der Autor sich, besonders im Bereich Geschichte, phasenweise selbst widerspricht oder manche erkenntnistheoretischen Zweifel den Eindruck erwecken, nur um des Zweifelns Willen geschrieben worden zu sein.
So hinterlässt Fulds "Die Bildungslüge" einen zwiespältigen Eindruck: Teils beinahe genial, teils banal und teils absurd, aber nichtsdestotrotz bietet es viele Anregungen, selbst zu denken - und sei es nur, weil man mit dem Autor, der stellenweise belehrend daherkommt, nicht so ganz übereinstimmen mag...
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Zu viel versprochen 4. August 2005
Format:Broschiert
Das Buch stellt eine Mischung aus interessanten Thesen und nicht
ganz nachvollziehbaren Meinungen dar - es wird seinem eigenen Anspruch aber nicht gerecht. Wenn der Autor über das Bestreben zur Auswanderung aus Deutschland referiert, setzt er einen Absatz über den Auswanderungsstrom ins frühe Amerika dazu, eine normale, bedenkenswerte Analogie - aber wie passt diese Vorgehensweise zu der mehrfach auftretenden These, dass wir aus der Geschichte nichts lernen könnten? Das Kapitel über Naturwissenschaften ist schwach, dass über Mathematik extrem schwach - erkennbar nicht sein Fachgebiet.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von ToToTom
Format:Broschiert
Als ich es fertig gelesen habe, hatte ich ein Problem mit dem Buch: Viele - sehr viele - Aussagen sind einfach nur unterste Schublade, dazwischen finden sich kleine Perlen.
Nun, worum geht es, Werner Fuld sagt, dass Bildung dumm macht [sic!]. Man solle sich doch auf wichtiges konzentrieren, am besten lässt man Goethe weg in den Schulen und führt Internetkurse ein. Mich erinnert das an die zweckrationale Anpassung des Menschen an ökonomische Bedürfnisse. Fuld hat zwar einen guten Punkt aufgegriffen, versteht es aber nicht ihn konkret, und wissenschaftlich auszuarbeiten - eher polemisch. Hier einige Beispiele:

Fuld kritisiert zwar (173 ff.) dass Englisch als lingua franca anerkannt ist, es aber nicht hinreichend gelehrt wird, kurze Zeit später regt er sich aber darüber auf, dass kein Hochdeutsch an Schulen vermittelt wird. Hier vergisst er aber den Einfluss der vermehrten Anglizismen in der deutschen Sprache. Zum anderen, auch wenn viele wissenschaftliche Aufsätze nur noch im Englischen Verbreitung finden, dass ist eher zu kritisieren, da ein Muttersprachler ja wohl viel besser mit seiner Sprache umgehen kann als mit einer Fremdsprache.
Makaber wird es auch hier: Auf Seite 190 spielt er den Gewalteinfluss durch Internet und neue Medien dadurch herunter, dass er meint in Brechts "Hauspoststille" findet sich auch Gewalt. Mir fällt dazu nichts mehr ein.> Cum hoc ergo propter hoc< - Ursache und Wirkung sind hier nicht klar einsehbar. Wenn man die "Hauspoststille" mit einem Vorverständnis lese, kann man sehr wohl unterscheiden, dass gerade die Gewalt einen aufklärenden Charakter hat.
Zudem fordert Fuld Medienkompetenz für junge Menschen. Die sieht er darin, wenn diese beim Lesen, Landschaftsschilderungen überblättern (S.242). Ich sehe darin eine Zweckrationalität, eine Verstümmelung der Kunst. Gerade diese Ungeduld und Ökonomisierung wird durch die neuen Medien vermittelt - kritische Worte gegen Medien finden sich bei Fuld nicht.
"Wir müssen auch in der Lage sein, das Alte zu vergessen." (S.245). Wie soll das bitte gehen? Das Neue begründet sich ja auf dem Alten. Fuld zitiert zwar Popper und Feyerabend, dabei vergisst er aber Lacatos, der aufgezeigt hat das es einen >harten Kern< gibt, der entweder teilweise verworfen oder ergänzt wird. Ganz zu schweigen von Thomas Kuhn, man könnte mit ihm argumentieren das Fuld einem Paradigma folgt. Aber wissenschaftstheoretisch ist Fulds Forderung sowieso als Absurdum zu bewerten.
Weiter auf Seite 244 stellt er mal, mit Verweis auf >die Zeit<, fest, dass die Psychoanalyse wiederlegt sei, das hätten empirische sozialwissenschaftliche Untersuchungen gezeigt. Aja Herr Fuld, nun könnte man wissenschaftstheoretisch argumentieren, dass man einen Beweis für diese Untersuchungen wiederum bräuchte. Es nimmt schon lächerliche Bahnen an.
"Von der Vergangenheit kann man nichts lernen" - wer will uns hier verdummen Herr Fuld (S. 248)? Aber warum wiederholt sich den die Geschichte nicht? Weil wir sie nun kennen, würden wir sie vergessen, würden wir die selben Fehler wiederholen.
Fuld hat sicherlich auch einige ansprechende Stellen, wie z.B. dass es mehr gute gekürzte Textausgaben der Klassiker geben sollte (S. 241). Oder aber auch, wenn er sagt in der Schule wird nur auswendig gelernt, aber kein Wissen an sich vermittelt. Oder dass Trockener Stoff veranschaulicht gemacht werden soll, wir aber auch Pädagogen brauchen, die sich wie Menschen benehmen, "ohne gekünstelte Worte", wie es schon Anton Baumgartner 1786 forderte (S. 41).

Aber:
Diese Diskussion geht dann doch am Entscheidenden vorbei, nämlich dass Kinder nicht gezwungen werden, sollen in die Schule zu gehen, sondern von sich auch lebendig die Welt entdecken (Summerhill). Dadurch hätten wir auch eine ganz neue Lernqualität, wir müssen nicht Auswendiglernen, sondern kritisches Denken fördern. Kinder sollen nicht nur wissen wie man ins Internet kommt, und gutes >Human-Kapital< darstellen, sie sollen eine kritische Distanz zu den neuen Medien haben. Das ist wichtig: Denn nur so entwickelt sich Persönlichkeit.
Von daher ist dieses Buch nur ausreichend. Sicherlich gut zum Durchlesen und Aufregen, aber nicht für den vertiefenden Blick.
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Unstrukturiert
Das Werk enthält eine Reihe von erfrischenden Gedanken zum Bildungsballast. Unter genau diesem scheint jedoch auch Fuld selbst zu leiden; in vielen seiner seitenlangen und... Lesen Sie weiter...
Vor 5 Monaten von Arno N. veröffentlicht
Thema verfehlt
Den Thesen des Autors kann ich -als Bildungsopfer- voll und ganz zustimmen: weniger (totes) Wissen sollte durch mehr (lebendiges) Verstehen abgelöst werden. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 30. Januar 2010 von Flanel
teilweise sehr schön
Das Buch hat einige absolute Höhen, die richtig Spaß machen, die interessant sind und auch wichtig. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 8. Januar 2010 von Frog Frau
Sturm aufs Bildungsbürgertum
Ein anschaulich und unterhaltsam geschriebenes, ungemein lesenswertes Buch. Der Autor läuft Sturm gegen viele liebgewonnene und nach Meinung des Autors längst... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 22. Mai 2007 von Jürgen vom Scheidt
"Die Benutzung des Internets nicht zu lernen ist ruinös!"
Die Benutzung des Internets nicht zu lernen ist ruinös!

Noch schreien alle klassischen Bildungsinstitutionen laut auf und Fußnotenquerverweiszähler... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 31. August 2006 von Happyx
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Am 9. August 2004 veröffentlicht
Ziemlich Paradox
Das Buch ist unterhaltsam geschrieben und es ist teils erstaunlich, welches Wissen der Autor auf den armen Leser losläßt: Seitenweise werden (wirklich extrem schwer... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 18. Juli 2004 von ERNST51145
Was ist Bildung?
Fulds "Bildungslüge" ist in der Tat ein streitbares Buch. In der Hoffnung, auf Antworten zu treffen muss der Leser zunächst erfahren, dass viele Fächer in seinem... Lesen Sie weiter...
Am 13. Juli 2004 veröffentlicht
Rundumschlag
Werner Fuld ist der Meinung, dass die Lehrpläne überfrachtet sind mit unnützem Wissen und startet in Die Bildungslüge einen RUndumschlag gegen Mathematik,... Lesen Sie weiter...
Am 26. Mai 2004 veröffentlicht
Mathematik, ein Spiel für Verrückte ?
Werner Fuld, seines Zeichens Autor und Literaturkritiker, hat als Nichtpädagoge die Ergebnisse der PISA-Studie verstanden und kritisch nach verwertbaren Aspekten untersucht. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 13. Mai 2004 von Liesel Hahn
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