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Produktinformation
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Das Buch ist natürlich nicht die Frechheit, als die es daherkommt. Das ist heute nicht mehr zu erwarten, wo demonstrative Unbildung als ausgesprochen telegen gilt ("Hier wird Sie geholfen!").
Bildung, lautet das Credo derer, die dazugehören, kann man ja nicht "lernen", man muß sie erwerben. Mühsam. Ein Leben lang: Klavier mit vier, humoristisches Gumminasium mit Griechisch und Latein, Tanzstunde, Auslandsstudium. Am Ende sagt man dann Sätze, die alle klingen wie Schwanitz auf Seite 398 vorführt:"Wie Sie wissen, ist der Strukturalismus nur ein verkappter Neukantianismus". Aber wichtig ist, wie man auf so einen Partysatz zu reagieren hat, um als gebildeter Mensch zu gelten. Zum Beispiel kann man guten Gewissens "ein Geräusch verursachen wie eine Kuh, die zu muhen anhebt, aber es sich dann anders überlegt".
Landläufige Bildung in Europa ist ja keineswegs allumfassend. Die Zahl der Themen und Gegenstände, über die es Bescheid zu wissen gilt, ist überschaubar. Ihnen widmet Schwanitz die erste Hälfte des Bandes, knapp 400 Seiten: Literatur, Kunst, Musik, Philosophie, Ideologien pointiert, witzig und äußerst erhellend dahingeplaudert.
Der eigentliche Kern aber ist der zweite Teil, der sich damit beschäftigt, das im ersten Teil erworbene Wissen strategisch richtig und eben "gebildet" anzuwenden.
Schwanitz dürfte diesen Herbst viel diskutiert werden (kaufen, lesen und -- gebildet --mitreden!), aber der Band reflektiert ungeachtet der Ironie durchaus ein wichtiges Thema: Was ist Bildung? --Michael Winteroll
Im ersten Teil "Wissen" zeigt der Autor, wie wir das Bürgerrecht im Land der Bildung erwerben: er präsentiert die Geschichte Europas als große Erzählung, von der Antike über die Entstehung der europäischen Staatenwelt bis zum Epos der Modernisierung, der Revolutionen, der großen Katastrophen und der Demokratie; er begleitet durch uns die Formensprache und die großen Werke der Literatur, er verführt uns mit der Geschichte von Kunst und Musik und ihren maßgeblichen Werken. Im zweiten Teil "Können" geleitet Schwanitz den Leser unter anderem durch das "Haus der Sprache": er macht uns mit der Infrastruktur der Bildung vertraut, wie sie durch die Welt der Schrift und des Buches, der Schulen und Universitäten, der Feuilletons der Zeitungen und die Märkte der Meinungen vermittelt wird.
Über 1000 ausgewählte Fotos und Illustrationen, eine Zeittafel, informative Kürzestfassungen von "Büchern, die die Welt verändert haben", Tips zum Weiterlesen und ein ausführliches Namensregister machen dieses Handbuch zu einem besonderen Vergnügen. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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Auch die Abschnitte über Literatur, Kunst und Musik können einem diesbezüglichen Laien, wie auch ich einer bin, Neues vermitteln.
Daß eine solche Art der Zusammenfassung nicht frei von persönlicher Wertung sein kann, dürfte jedem klar sein. Kritische Anmerkungen anderer Leser, diese Zusammenfassungen befänden sich auf Bild-Zeitungsniveau, kann ich nicht nachvollziehen.
Die behandelten Themen sind sicherlich dazu geeignet,einem Leser mit durchschnittlichen Vorkenntnissen, einige neue Erkenntnisse zu bescheren, bzw. vergessenes Schulwissen wieder zu erlangen.
Aber gerade bei der Auswahl der Themen liegt das Problem :
Der Autor unterliegt nämlich, wie viele andere Geisteswissenschaftler, dem Irrtum, nur ihre eigenen Themen als wissens-notwendig zu erachten.
Sieht man von dem sehr verworrenen Abschnitt über Einstein ab, so werden keine Naturwissenschaftler und deren Arbeiten vorgestellt. Darüber hinaus, erklärt der Autor ausdrücklich, naturwissenschaftliche Kenntnisse seien für den gebildeten Menschen nicht nötig !
Gerade eine solche Meinung zeigt, wie schwer sich der Autor damit tut über seinen eigenen, wohl leider begrenzten, geistigen Horizont hinauszublicken.
Deshalb kann ich dieses Buch nur demjenigen empfehlen, der sich sehr kompakt über die wichtigsten Aspekte von
Geschichte, Literatur, Kunst und Musik informieren möchte.
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