Nach so vielen Informationen zur DVD, den Extras und den Tonspuren hier noch ein paar Infos zum Film. Dieser ist 1945 nach dem Roman von Oscar Wilde gedreht worden. In Roman und im Film geht es um die Folgen, die ein amoralisches Leben im Exzess auf den Menschen hat. Dies wird durch eine besondere Wendung erläutert. Denn durch einen magischen Trick - der nicht weiter ausgeführt wird - sieht Dorian als Hauptperson die Auswirkungen seines Lebens auf sein Ich in einem Bild, das er jederzeit mit seinem eigenen, unveränderten Gesicht vergleichen kann. Und natürlich ist dieses Bild ein Werk des Schreckens.
Tatsächlich ist das Bild eines der Höhepunkte des Films - und so wird es auch in Farbe in den ansonsten in Schwarzweiss gehaltenen Films eingeblendet. Tatsächlich habe ich das Bild vor ungefähr 10 Jahren in einem Museum gesehen, es existiert nach wie vor und es hat eine unglaubliche Wirklung auf den Betrachter. Für mich ist es ein Beispiel, dass man kein Blut braucht, um Schrecken zu erzeugen.
Aber auch über das Bild hinaus muss man den Film loben. Die Verbrechen und Sünden von Dorian bleiben zunächst im zwischenmenschlichen Bereich. Aus einer Laune heraus wird das zukünftige Leben eines Menschen ruiniert. Danach folgen viele Andeutungen von schlimmeren Taten. Und schließlich geht es noch eine Ebene weiter, aus Selbstekel und Angst heraus fällt dann auch noch die letzte Schranke der Menschlichkeit. Natürlich geht das alles nicht gut aus.
Insbesondere der Hauptdarsteller ist perfekt besetzt. Ein Gesicht wie gemahlt. Nicht deutlich homosexuell - was anhand des Buches ja nahegelegen hätte. Aber ein Mann, der unschuldig aussieht, trotzdem jedoch jede Ausschweifung als möglich erscheint. Auch ein gelungenes Abbild des hedonistischen Dandys, der möglicherweise der Idee von Oscar Wilde am besten entspricht.
Natürlich sieht man dem Film auch oft seine Entstehungszeit an. Es ist ein insgesamt stiller Film, der wenig von dem Schrecken zeigt, den er enthält. Weder einen Thriller, noch einen Horrorfilm würde man heute noch so drehen. Leider.