Bibliographie de la Philosophie 50/1-2/2003
"Der (typo-)grafisch anspruchsvoll gestaltete Band beschäftigt sich mit Otto Neuraths Konzept einer grafisch schematisierenden Bildersprache, deren historischer Verortung im Schnittpunkt von Schrift- und Bildkultur (...) und dessen Aktualität und Grenzen im Rahmen einer rapide wachsenden Informationsgesellschaft."
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Kurzbeschreibung
Wer schnellen und bleibenden Eindruck machen will, bedient sich der Bilder.(Otto Neurath 1933)
Bilder und Bildzeichen bestimmen den medialen Alltag. Visuelle Leitsysteme prägen öffentliche Räume. Die soziale Ordnung steckt voller Bedeutungen, die bildlich kommuniziert werden. Diese Bildformen und Piktogramme, die im modernen Kommunikationsdesign Verwendung finden, haben ihren den meisten unbekannten Ursprung in Otto Neuraths revolutionärem Entwurf einer Bildersprache. Gemeinsam mit dem Grafiker Gerd Arntz schuf der Wiener Sozialphilosoph Otto Neurath die Bildpädagogik nach Wiener Methode, die er später zu ISOTYPE erweiterte. Es entstanden Design-Ikonen einer ästhetischen Moderne, die bald wie selbstverständlich in den Alltag von Gebrauchsgrafik und Reklametechniken integriert wurden.
Der Band ist zukunftsweisend: Die Autoren führen im Zusammenhang mit der aktuellen medienwissenschaftlichen Wende zum Bild dem iconic turn die Aktualität Neuraths vor. Ausgehend von seinem Ansatz einer radikalen Demokratisierung des Zugangs zu Wissen wird die Frage nach Visualisierungen im digitalen Zeitalter neu gestellt und in aktuellen Stellungnahmen pointiert kommentiert. In ihren Beiträgen und visuellen Kommentaren greifen internationale Theoretiker und Designer wie Peter Bexte, Wolfgang Coy, John A. Kantara, Michael Manfé, Armin Medosch, Yukio Ota, Claus Pias, Artur P. Schmidt, Tjebbe Van Tijen, Fons M. Hickmann, Klaus Hesse, KnyrimNovakTeufel, norm, +rosebud, sensomatic, Xiao Yong
die Ideen Neuraths auf und führen sie auf ganz persönliche Weise fort.