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Bilder von A. [Gebundene Ausgabe]

Barbara Honigmann
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 144 Seiten
  • Verlag: Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG (25. Juli 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3446237429
  • ISBN-13: 978-3446237421
  • Größe und/oder Gewicht: 20,6 x 13,2 x 1,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 299.464 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Eine bewegende Geschichte zwischen Judentum und Kommunismus im geteilten Deutschland." Klara Obermüller, Die Welt, 23.07.11 "Barbara Honigmann erzählt von der Enge Ost-Berlins und von der Macht der Kulturbürokratie ... und entwirft souverän das Bild eines Paares, das keines werden konnte." Manuela Reichart, Literaturen, 28.9.11 "Da es sich hier um einen Fall von Liebe handelte und nicht um Vergangenheitsbewältigung, ist dies umso herzzerreißender." Gabriele Weingartner, Die Rheinpfalz, 30.07.11 "...ein ernstes und liebenswertes Buch über eine lebenslange Liebe und eine tiefe, der unterschiedlichen und nie aufgearbeiteten Herkunft geschuldete Entfremdung, über die Schönheit der Poesie und die Trivialität von Alltag und Politik, über die Ambivalenz von Jüdischem und Deutschem." Michael Buselmeier, DIE ZEIT, 27.10.2011

Kurzbeschreibung

Ost-Berlin zu Zeiten der DDR: Eine unkonventionelle Liebe beginnt zwischen dem Theaterregisseur A. und einer jungen Frau, die sich nicht entscheiden kann, ob sie Theatermacherin, Malerin oder Schriftstellerin werden will. Barbara Honigmann erzählt mit „Bilder von A.“ eine bewegende Geschichte zwischen Judentum und Kommunismus im geteilten Deutschland. Mit unvergleichlicher persönlicher Nähe beschreibt sie die künstlerische Gegenkultur der letzten Jahrzehnte der DDR und die Probleme einer jungen Frau, die sich langsam ihres Judentums bewusst wird.

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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ulrich Gellermann TOP 1000 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
"A. ist jetzt tot." Mit diesem Satz beschwert Barbara Honigmann die Enden vieler Kapitel in ihrem Buch, das "Bilder von A." zeigen soll und sich als Roman einer Liebe ausgibt. Nach wenigen Seiten wird dem Leser deutlich, dass es sich bei A. um Adolf Dresen handelt, den großen Theaterregisseur, der einst vom Osten in den Westen wanderte, als das noch Bedeutung hatte, und der vor zehn Jahren starb. Folgt man der Autorin, dann währte eine Form von Liebe der beiden, längst von der engen Bindung in ein grobmaschiges Netz von liebenswerten Botschaften gewandelt, fast bis zum Tod des Regisseurs: "Nach 26 Jahren und neun Monaten beendete ich unsere Korrespondenz" notiert Honigmann penibel, und was bei anderen Kapiteln wie eine Klage klang, das klingt beim letzten wie: "A. ist jetzt endlich tot."

Die Liebe begann in Ostberlin, in den 70er Jahren, rund um das Deutsche Theater, sie hatte ihren Anfang in einer Leichtigkeit, die nur vom neuen Preußen belastet wurde: Von einer DDR, die den Liebenden zu eng ist und deren Kritik das Paar in Kleists Auseinandersetzung mit seinem Preußen wiederfinden: "Dies Land ein Grabeshügel aus der See." Es wird ein Kleist-Projekt sein, dass die beiden bis zum Ende begleitet, und es wird das Theater sein, dem sie lange ihre Hingabe widmen, Dresen ein ganzes Leben lang, Honigmann bis zu einer Aufführung der gemeinsam geplanten Kleist-Montage "Dichter in Preußen", die an der Zensur scheiterte. Wenn deren Inszenierung Jahre später im selben Theater, das nun in jenem Westen lag, der zwischenzeitlich überall sein Wesen trieb, aus "technischen" Gründen erneut zerplatzte, dann ist die Ironie zu greifen: "Als wir später in den Westen kamen . . . als wir uns dort gezwungen sahen, unsere Rollen einzunehmen und in dieser Komödie mitzuspielen, während wir das in der DDR noch dramatisch verweigert hatten . . ." schreibt die Autorin über den Wechsel in andere politische Verhältnisse.

Dresen begreift sich als ein "Fluchttier", als jemanden, der bindungsunfähig ist. Selbst in dem einen Jahr, in dem das Paar ihr "Verhältnis Liebe nannte", wird es kein gemeinsames Frühstück nach einer gemeinsamen Nacht geben. "A" hatte "diese Frau" und Honigmann hatte deren Namen "Gott sei Dank" nie erfahren. Der um Jahre ältere Mann war für die damals junge Frau auch ein Mentor, jemand, der sie beschützte und dessen Liebe sie zugleich als Leibeigenschaft empfand, gegen die sie sich lange nicht auflehnen konnte und wollte. Erst als sie für sich, das Kind von Emigranten, die sich bewusst für die die DDR als Heimat entschieden hatten, ihre jüdische Herkunft neu entdeckt, beginnt ein Ablösungsprozess vom "Marxisten, Sozialisten, Antifaschisten, Atheisten" Adolf Dresen. Diesen Prozess macht die Autorin ihrer alten Liebe in einem so nie geführten Dialog, der zum Kernstück ihres Buches geworden ist.

Wo Dresen sagt, sie seien beide Menschen und Deutsche, ist Barbara Honigmann die jüdische Herkunft "kulturell und ethnisch" wichtiger als dem Mann, der im Ethnischen auch den Rassismus wittert. Wo sie beharrt, dem "jüdischen Volk" anzugehören, sieht er kein Volk, nur Religion, wo er das Jüdischsein als Flucht begreift, stellt sie eine gescheiterte Beziehung zwischen den Juden und den Deutschen fest. Der erfundene Dialog stützt sich natürlich auf Sätze aus Briefen, die es gab. Und er mündet in einer letzten Botschaft von ihm, in dem er, nach dem Ende der DDR, den Kampf gegen den Kapitalismus über die "jüdischen Sachen" stellt.

Während man dieser divergierenden Entwicklung ein wenig unentschlossen gefolgt sein mag - wer will schon angesichts einer alten Liebe Partei ergreifen - wacht man bei einem der Honigmann-Schlussätze heftig auf: "Und weil der Antikapitalismus nie sehr weit vom Antisemtismus entfernt ist . . ." schreibt sie im Streit mit Dresen. Der linke Reflex zwingt, an Marx zu erinnern, auch an Luxemburg oder Tucholsky, alles Leute, die als Juden aufwuchsen und fraglos Antikapitalisten waren. Doch noch klarer ist diese infame Bemerkung der Honigmann mit dem jungen Israel und seinen Kibuzim zurückzuweisen, die sehr bewusst Juden waren und ebenso antikapitalistisch. Aber das wird sie nicht hören wollen, die Frau, die unter dem dünnen Mantel eines Romans Teile ihrer Biografie ausbreitet, wortmächtig, literaturfähig, nur leider denunziatorisch, wenn sie Adolf Dresen, der sich nicht mehr wehren kann, einen Antisemiten nennt.
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6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Intellektuelle Trauerarbeit 27. September 2011
Format:Gebundene Ausgabe
Eine in die Jahre gekommene Frau blickt zurück und zieht Bilanz. Man schaut mit und erlebt die Beziehung zwischen A. 'der jetzt tot' ist und der Ich-Erzählerin.

Diese beginnt im Berlin der DDR-Zeit, die des 'realen Sozialismus', wo die Protagonistin den 15 Jahre älteren, verheirateten Theaterregisseur A. kennenlernt, den Mann mit dem unaussprechlichen Namen ('Was für ein blonder, blauäugiger Gewittergoi... Und der Name! Wie kannst du dich denn in so einen verlieben!', Seite 36). Sie ist noch am Anfang ihrer künstlerischen Karriere als Dramaturgin, er bereits erfolgreich und bekannt. Gerade hatte er seine erste Arbeit im Westen, die 'Die Wupper' von Else Lasker-Schüler inszeniert.
Die beiden fühlen sich sofort zueinander hingezogen. Er ist fasziniert ('schockiert'), wie ähnlich sie Lasker-Schüler sieht, nannte sie Prinz Jussuf. Sie war 'toll in A. verliebt und toll vor Poesie' (Seite 19).

Es verbindet sie fortan und immer die gemeinsame Liebe zu Kleist, politisch und künstlerisch ('Kleist sprach von Preussen, aber wir meinten DDR' und 'dass wir unser Herz mit uns herumtragen, wie ein nördliches Land den Keim einer Südfrucht. Es treibt und treibt und kann nicht reifen.' - Seite 15). Eine Zeitlang arbeiten sie gemeinsam am Berliner Theater. Die Protagonistin inszeniert dort ein 'Kinder-Kleist-Stück' und das Konzert 'Dichter in Preussen'.

Sie wird schwanger, treibt heimlich ab, ohne A. zu informieren.

'Ein einziges Mal sind wir ein Paar gewesen. Eine einzige Woche.' Und zwar in Moskau wo die beiden Künstlerkollegen, Dissidenten und Regiemekritiker besuchten und die einzige 'richtige gemeinsame' Zeit verbrachten, ''sogar mit der Frage 'Möchtest du Käse oder Marmelade?'' am Morgen.

Der weitere Inhalt 'gerafft':
A. verlässt seine wechselnden 'festen' Frauen nicht. Er führt ein Nomadenleben, lebt in verschiedenen Städten, wo er künstlerische Aufträge hat. Kontakt hält er zu ihr, die im Roman keinen Namen hat, über Briefe all die Zeit, bis an sein Lebensende.

'Sie' setzt sich zunehmend mit ihrer jüdischen Identität auseinander im Kontext mit Deutschsein, und das zuerst im sozialistischen, dann im kapitalistischen Deutschland.
Sie heiratet und wandert mit ihrem jüdischen Ehemann Yoav aus in ein anderes Land - nicht nach Israel wie viele ihrer Freunde - nach Frankreich.

Barbara Honigmanns Erzählstil ist geschliffen und glasklar, trotz der Tiefe der geschilderten Erlebnisse immer leise distanziert, fast ironisch. Man ist gepackt, ohne hineingerissen zu werden. Vielleicht ist dies auch Kalkül (und Selbstschutz). Intellektuelle Trauerarbeit.

Als Zeitdokument und Liebesgeschichte interessant. Allerdings hat man beim belletristischen Lesen das deutliche Empfinden eine Dokumentation in Händen zu halten (dem ist ja wohl auch so).

Sehr viel Geschichte in einem kleinen Buch, politisch und privat. Ein bereichernder Genuss!
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe|Von Amazon bestätigter Kauf
Die Malerin und Schriftstellerin Barbara Honigmann hat eine intensive und exklusive Liebesgeschichte geschrieben. Sie erzählt die Geschichte ihrer großen Liebe zu dem Regisseur A., der unschwer als Adolf Dresen zu erkennen ist. Er war 1975 Regisseur am Deutschen Theater Berlin und sie Dramaturgieassistentin.

Beflügelt vom Gleichklang ihrer Empfindungen über Poesie, über Kleist und beim Betrachten der Bilder Caspar David Friedrichs bis hin zu den Eindrücken des Theaterlebens in der ehemaligen DDR ist der Roman eine Geschichte von Glück, Gemeinsamkeit, Euphorie, seltener Harmonie und einer fast traumhaften Entrückung. Lernt B. doch mit A. zusammen, sich der Theaterluft- und Lust zu nähern, in der es so viel zu entdecken gibt. Glücklich ist der Beginn dieser großen Liebe, die jedoch zuletzt in Unverständnis und fast Gleichgültigkeit übergeht. Der Wechsel von innigem Einvernehmen und späterer Trennung bei gleichzeitigem Missverstehen zeigt einmal mehr die Vergänglichkeit von Liebe. Ungewöhnlich waren die Vorzeichen der Affäre, die eng mit der Geschichte der ehemaligen DDR verbunden ist. Marxismus, Kommunismus, Atheismus und die Hoffnung auf gesellschaftliche Veränderungen bei gleichzeitiger Enttäuschung über das wahre Gesicht des so gepriesenen Sozialismus beflügelten das Leben der Liebenden.

Der egomanische Mann hat Frau und Kind und wechselt häufig die Theaterorte, als er mit der jungen Barbara eine Beziehung eingeht. Sie geht eng mit der geistig-seelischen Entwicklung beider Protagonisten einher. Die symbiotische Beziehung bei zwei äußerst eigenwilligen Individuen mit 15 Jahren Altersunterschied konnte nicht von Dauer sein.

Barbara Honigmann ist eine Suchende in Sachen Liebe, wie man schon in ihrem Roman "Eine Liebe aus nichts" nachlesen kann. Sie ist deutsch-jüdischer Abstammung und hat als lebenslängliches Trauma die Suche nach der eigenen Identität in ihre Werke einfließen lassen. So endet auch diese Geschichte bei der Suche nach ihren jüdischen Wurzeln.

Ihre Sprache bezaubert mit Tiefenschärfe, mit der sie ihre Blicke auf den Mann und die Welt richtet. Einfühlsam und feinfühlig bleibt sie in einer Sphäre der Diskretion, die den literarischen Wert ihrer Ausführungen erhöht.
Nachfühlbar und warmherzig entwickelt sie ihre Geschichte mit einer Spontaneität, die anrührt und ein Gefühl für die Theaterwelt der siebziger Jahre spürbar werden lässt.
Sehr lesenswert!
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