Terroristen entführen Flugzeuge, Öko-Terroristen attackieren Walfänger und besetzen Schornsteine - und das alles nur, um möglichst viel Medieninteresse an ihrem politischen Thema zu gewinnen.
Alte Hüte.
Die radikalen Naturschützer Kelly Jordan und Horst Klingermann gehen gleich einen Schritt weiter: Sie besetzen einen ganzen Fernsehsender, um ihre Botschaft direkt in den Äther und damit zu einem Millionenpublikum zu bringen.
Den Betreibern des reichlich heruntergekommenen Provinzsenders KLAX-TV ist das nicht unrecht. Endlich haben Sie einen Knüller: Opfer berichten live von der Geiselnahme und porträtieren dabei auch noch die Täter. Das treibt die Quote nach oben und läßt die Werbekasse klingeln. Und: Die grüne Botschaft kommt an und bringt ein umstrittenes Atom-Projekt zu Fall.
Alles klappt wie am Schnürchen - nur die Obrigkeit runzelt jetzt erst recht die Stirn, und schon haben das LAPD und die CIA ihre zittrigen Finger am Abzug: Die Polizei will die Öko-Terroristen aus dem Verkehr ziehen und ist nun nicht mehr bereit, beim Showdown die Geiseln zu schützen.
Die Situation wird explosiv und leicht entzündlich, Geiseln und Geiselnehmer müssen sich etwas neues einfallen lassen. Und so veranstalten die Terroristen zusammen mit den alten Fernsehhasen noch mehr Medienzauber, um die Politik per Einschaltquote zur Vernunft zu bringen und die Geiselnahme mit heiler Haut zu überstehen.
„Bilder um Elf" ist ein page-turner erster Güte, Wahn und Witz gehen spielen sich hier in präzisen Dialogen die Bälle zu. Für mich der Medienthriller des Jahres, die Verfilmung ist nur eine Frage der Zeit.