"In seinem Wesen ist Mario stets ein großzügiger Mensch geblieben, freimütig in seiner liberalen Gesinnung, freigiebig und hilfsbereit im Umgang mit Freunden." So äußert sich der Schauspieler, Schriftsteller und Produzent Peter Berling im Vorwort zu "Mario Adorf - Bilder meines Lebens" über seinen langjährigen Freund Mario Adorf. Und genau so präsentiert sich der Schauspieler in dem Bildband, der anlässlich seines 75. Geburtstags erschienen ist. Alle darin enthaltenen Fotos und Bilder sind in Schwarzweiß abgebildet, was dem Buch eine zusätzliche nostalgische Note verleiht.
Der Bildband gibt einen gelungenen Überblick über das Leben von Mario Adorf. Kurze Texte schildern seinen Lebenslauf. Darunter sind Beiträge von Peter Berling, Helmut Dietl, Günter Grass, Elke Heidenreich, Armin Mueller-Stahl und Volker Schlöndorff.
Elke Heidenreich schildert die Kindheit des Schauspielers, der 1930 als uneheliches Kind seiner Mutter Alice geboren wird. Diese zieht daraufhin zurück in ihren Heimatort Mayen in der Eiffel, wo Mario Adorf zunächst in einem Waisenhaus aufwächst, da seine Mutter Geld verdienen musste und sich deswegen nicht um ihn kümmern kann. Nach dem Krieg beginnt Mario Adorf ein Studium der Philologie und der Theaterwissenschaft in Mainz.
Überaus witzig und anekdotenhaft schildert Mario Adorf seine Aufnahme auf die "Otto-Falckenberg-Schule" für Schauspiel in München. Mehr zufällig hat er sich dort beworben und wird - auch wenn er denkt, dass sein Vorsprechen katastrophal gelaufen ist - sofort genommen. Eine Reihe von Fotos dokumentiert seine Tätigkeit als Bühnenschauspieler bei den "Münchener Kammerspielen".
1962 kommt Mario Adorf wieder durch einen Zufall zum Film. Er begleitet einen Freund zu einem Vorsprechen und wird stattdessen selbst genommen. Der Beginn einer großen Karriere. Nicht nur in Deutschland, sondern auch in Hollywood dreht Mario Adorf Filme. Über seine Zusammenarbeit mit Charlton Heston in dem Film "Sierra Charriba" von 1965 schreibt er: "Durch diese Erfahrung wuchs in mir schnell die Überzeugung, dass dieses Amerika, dieses Hollywood, für mich nie und nimmer das gelobte Land sein würde."
Der Bildband "Mario Adorf - Bilder meines Lebens" bietet einen gelungenen Einblick in das Leben von Mario Adorf. Fotos aus seinen verschiedenen Filmen und sich selbst in den verschiedensten Rollen sind darin enthalten. So bietet das Buch - mit dem Anhang, in dem alle Filme mit Mario Adorf nachgelesen werden können - auch einen Überblick über sechs Jahrzehnte Theater- und Filmgeschichte. Aber der Bildband bietet auch lustige Bilder aus seinem Privatleben, beispielsweise Fotos von ihm beim Witzerzählen, wobei er sein Gesicht herrlich verzieht. Seine Frau Monique ist ebenfalls ein Teil des Buches. So schildert Mario Adorf wie er sie kennen gelernt hat - an der Seite der großen Brigitte Bardot.
Günter Grass, Helmut Dietl, Volker Schlöndorff und Armin Mueller-Stahl beschreiben, wie sie ihre Zusammenarbeit mit Mario Adorf in vielen Filmen erlebt haben. Natürlich fehlen auch hier die Fotos von den entsprechenden Filmen nicht. Helmut Dietl hat zu seinen Filmen "Kir Royal" und "Rossini" auch die Bildunterschriften gestaltet.
Mario Adorf - wie er sich hier präsentiert - kommt dem Betrachter ganz nah, vor allem in den Abbildungen, die ihn nicht als Schauspieler zeigen, sondern ganz privat als Bildhauer, Schriftsteller oder in seiner Wahlheimat im Süden. Eine besonders gelungene Doppelseite bildet den Abschluss des Bandes: Eine Gegenüberstellung eines jüngeren und des älteren Mario Adorfs.
"Mario Adorf - Bilder meines Lebens" ist eine überzeugende Zusammenstellung von Fotos aus Mario Adorfs Leben - nicht nur etwas für Fans.