Ich habe schon viele Bücher und noch mehr Rezensionen gelesen, schlechte und gute, finde es aber immer wieder schade, dass manche Rezensenten nur Seifenblasen von sich geben. Man darf skeptisch sein, wenn von mysteriösen Dingen die Rede ist. Aber was soll man von Gegenbehauptungen halten, in denen nicht ein einziges beweiskräftiges Beispiel genannt wird? Kritisiert wird etwa das Marsgesicht", das nicht echter" wird, wenn es hier zum hundertsten Mal gezeigt wird." Dass Habeck ein Verfechter von der Echtheit des Marsgesichts" wäre, kann ich aus seinem Buch nicht herauslesen. Eher das Gegenteil. Habeck zeigt wertneutral ein Originalfoto der Vikingsonde aus dem Jahre 1976 und stellt es aktuellen Aufnahmen der Marsmissionen gegenüber mit der Bemerkung, dass vom vermeintlichen Gesicht nicht mehr viel übrig" sei. Optische Täuschungen spielen uns manchmal einen Streich. Auch das verschweigt Habeck nicht. Trotzdem erfährt der Leser Details, die ich bislang nirgendwo in einem Buch gelesen habe. Etwa, dass das Marsgesicht" bereits 1958, in einer Comicgeschichte von einem offenbar hellseherisch begabten Künstler genau beschrieben wurde, 18 Jahre bevor das Thema publik wurde. Kritisiert wird auch, dass in Habecks Buch Bilder gezeigt werden, die kaum zu erkennen wären. Manchmal fehlt nur eine neue, vielleicht bessere Brille, denn ich habe ohne Schwierigkeit das Dargestellte auf den rund 70 Bildern, viele davon farbig und auf Hochglanz, erkennen können und bin begeistert. Ich weiß von keinem Buch, das phantastische Bilderrätsel wie den 4,5 Kilometer langen Marree Man" in der australischen Wüste, Himmelsphänomene des Wallfahrtsortes Maria Taferl, die bizarre Kopfreliquie des heiligen Galgano, das Schwert im Fels" von Monte Siepi, die Clearwater-Madonna" aus Florida, das Saurier-Motiv auf einer Anasazi-Vase, das Palestrina-Mosaik und viele andere Motive, so anschaulich und übersichtlich präsentiert wie der neue Habeck. Mehr noch: Habeck stellt die wundersamen Bildmotive vor, erklärt warum es sie nicht geben dürfte, und nennt ebenso genaue Quellen und Orte, wo sich die Bilderrätsel befinden. Kritische Leser können sich die Werke und Funde ggf. selbst in den betreffenden Galerien, Museen und Kirchen anschauen, sich also selbst ein Urteil bilden. Das gilt genauso für den Fälschervorwurf zu Bild 20 (Ein menschlicher Fußabdruck, der angeblich etliche Millionen Jahre alt sein soll und in Bolivien entdeckt wurde). Habeck schreibt dazu im Bildtext mit Fragezeichen: Der älteste Amerikaner?". Auch hier nennt der Autor die Forscher, die den Fund untersuchen und die Homepage, wo die Studien dazu veröffentlicht wurden. Fazit: Schon das Vorgängerbuch Dinge, die es nicht geben dürfte", (da ging es um mysteriöse Museumsstücke) war genial. BILDER die es ...., finde ich, gerade der Bilder wegen, noch besser gelungen! Ich kann das Buch mit guten Gewissen jedem weiterempfehlen, der von den Geheimnissen unserer Welt fasziniert ist. Selbsternannte Entlarver", die sich aber gleichzeitig outen keine Experten" zu sein, können evtl. mit dem neuen Habeck nicht viel anfangen und sollten sich einer Lektüre zuwenden für die sie Experte sind.