Morgan geht davon aus, dass es sehr schwierig ist, Organisationen zu verstehen. Wenn man sie wirklich verstehen will, sei es am klügsten, davon auszugehen, dass Organisationen komplex, vieldeutig und paradox sind.
Um diese Komplexität zu bewältigen führt Morgan in seinem Werk die von Metaphern geleitete Analyse ein, die in zwei Schritten erfolgt: Zuerst wird der Charakter einer Situation mit Hilfe der Metaphern differenziert erfasst, dann folgt eine kritisch bewertende Interpretation. Morgan beschreibt mit den Metaphern sowohl das Geschehen innerhalb von Organisationen als auch ihr Verhältnis zur Umwelt.
Bevor Morgan im Schlussteil seines Buches diese Methode an einem Beispiel vorführt, erläutert er zuvor ausführlich acht auf Organisationen anwendbare Metaphern: Organisation als Maschine, als Organismus, als Gehirn, als Kultur, als politisches System, als psychisches System, als Fluß und Wandel und als Machtinstrument. Sicher gibt es noch mehr mögliche Metaphern, auch Morgan weist darauf hin, dass Mitglieder einer Organisation oft ihre eigenen Metaphern zum Verständnis und zu Erklärung ihrer Organisationsumwelt haben.
Die einzelnen Metaphern führt Morgan auf ihre Ursprünge und den ihnen zugrunde liegende Theorien zurück. So fasst er mit den Metaphern auch komplexe Theorien in einfachen Bildern zusammen.
Für Morgan ist die Arbeit mit Metaphern nicht nur ein Weg, die Komplexität von Organisationen zu erfassen, sondern auch eine Methode die sich im (Veränderungs-) Management anwenden lässt. Wenn in kreativen Prozessen neue Bilder und Ideen entstehen, dann können diese auch neue Handlungen hervorbringen. Schließlich seien Organisationen immer durch die ihnen zugrunde liegende Vorstellungen geprägt.
Ingesamt liefert Morgan mit seinem Werk einen sehr praktikablen Ansatz, wie man mit der Komplexität von Organisationen und den sie beschreibenden Theorien umgehen kann. Dies gilt sowohl für Mitglieder von Organisationen als auch für Organisationsberater. Aber in der Kraft der Bilder liegt auch eine Gefahr, denn sie machen blind für die Dinge, die nicht im Bild enthalten sind. Aber auch auf diese Seite seiner Methode geht Morgan ein.