"Auf, steigen wir hinab, und verwirren wir dort ihre Sprache, do dass keiner mehr die Sprache des anderen versteht."
(Genesis 11, 7)
Der in seiner englischen Originalausgabe als "The Atlas of Lauguages" bereits 1996 veröffentlichte "Bildatlas der Sprachen" bietet nach dem Vorwort eine Einführung in die Welt der Sprachen und die Sprachwissenschaft. Neben anderen Charakteristika einer Sprache spielt hierbei auch die Grundwortstellung (Subjekt - Prädikat - Objekt), die in allen sechs möglichen Reihenfolgen (Wortstellungstypen) vorkommen kann und sich ebenfalls in Namensgebung wiederfindet, eine besondere Rolle.
Im ersten und zweiten Teil des Buches werden die Sprachfamilien der fünf Kontinente, ihre Verbreitung, Ausdehnung, sowie in einzelnen Fällen auch ihr Untergang, in acht Kapiteln vorgestellt. In einer detaillierten Präsentation werden interessante und einzigartige Grundzüge der jeweiligen Grammatik und das Vokabular erläutert. Daneben werden sogenannte "isolierte Sprachen" (z. B. Baskisch), die mit keiner anderen Sprache verwandt sind, erwähnt. Sofern archäologische, historische, kulturelle, soziale oder politische Aspekte Einfluss auf die Verbreitung, Entwicklung oder Niedergang einer Sprache genommen haben, wird näher darauf eingegangen. Genealogien von Sprachfamilien sind anhand von "Stammbäumen" (indoeuropäische, germanische, romanische, slawische Sprachen etc.), geographische Ausdehnung sowohl historischer, als auch lebendiger Sprachen aus mehr als dreißig farbigen Landkarten ersichtlich. Neben auch farblich abgesetzten Texten (Info-Boxen), die sprachwissenschaftliche, kulturelle und historisches Zusatzwissen vermitteln, wir der Haupttext zusätzlich durch eine Vielzahl von Fotos und Illustrationen aufgelockert.
Teil drei bietet schließlich eine detaillierte Darstellung der verschiedenen Schriftsystem der Welt. Unterschiedliche Schrift-/Lautzeichen (Hieroglyphen, Keilschriftsymbole, Silbenzeichen, Logogramme usw.) der letzten fünf Jahrtausende, werden mit ihrer Transliteration/Transkription in mehr als 40 übersichtlichen Tabellen präsentiert und anhand von Fotografien antiker Kunstwerke, Manuskripte, Monumente, Statuten pp. illustriert. Ausgewählte Beispiele erläutern und veranschaulichen die Evolution von über 200 Sprache.
Als "Nachwort" wird im vierten Teil das Thema "Sprachtod" und "Sprachwiederbelebung" behandelt. Dabei wird auf bereits untergegangenen Sprachen wie z. B. Sumerisch, Hethitisch (im Altertum), Manx (1974) oder Catawaba (1996), vom Untergang bedrohte Idiome (z. B. Istro-Rumänisch) und andere europäische Minderheitensprachen, sowie Bemühungen zur Sprachenerhaltung (Cornisch) oder Wiederbelebung (Neuhebräisch) eingegangen.
Ein Glossar, Literaturverzeichnis und alphabetisches Register bilden den Abschluss eines Standardwerkes, an dem mit den promovierten Philologen Bernard Comrie, Stephen Matthews und Maria Polinsky drei renommierte Linguisten als beratende Herausgeber mitgewirkt haben.
"Der Bildatlas der Sprachen" ist empfehlenswert für Leser, die in die sprachhistorische und 'wissenschaftliche Materie einsteigen möchten, besonders für diejenigen, die dazu eine Visualisierung durch Landkarten, Tabellen und andere Schemata bevorzugen. 5 Amazonsterne.