Dieses Buch ist für Praktizierende der Bikram Yoga Methode gedacht und nicht als allgemein Anleitung, um Hatha Yoga zu üben und zu erlernen. Bikram Yoga ist eine festgelegte Abfolge von 26 Yogaposen (Asanas) und zwei Atemübungen (Pranayamas), welche in einem auf 40°C geheizten Raum ausgeführt werden. Da viele Übende sich anfangs mit der Wärme schwer tun, die höchste Konzentration und Willenskraft fordert und fördert, können die Leute die vielen kleineren Details der Posen, welche die Lehrer vermitteln, im Unterricht nicht gleich zu Anfang aufnehmen. Dieses Buch hilft Bikram Yoga Anfängern, sich die Posen genauer ansehen zu können und sich über Ablauf-Details zu informieren. Für diesen Zweck ist es ein sehr gutes, flüssig geschriebenes Buch mit vielen Praxisbeispielen.
Bikram Choudhury kann als kontroverse Person bezeichnet werden, hat der doch einen Fuhrpark voller prunkvoller Autos und lebt in Beverly Hills. Dazu zu sagen ist nur, dass er alle diese Autos als Schrottkarren gekauft und selber bis ins Detail repariert und restauriert hat (sein grosses Hobby). Was seinen Umgangston betrifft: Warum fluchen Jugendliche? Es geht auch hier um Aufmerksamkeit. Nur so hören die Menschen hier im Westen auch richtig zu und verstehen, was dieser Inder mit einem total anderen kulturellen Hintergrund mit seinen uns fremden Verhaltensregeln ihnen vermitteln will. Bikram sagt in seinem oft rauen Ton aber immer die Wahrheit, welche bekanntlich nicht nur schön ist. Wenn man jemanden immer nur sagt, wie toll er doch alles macht, wo in Wahrheit diese Person nur im Ansatz etwas kann, dann bringt man diese Person nicht weiter. Nur wer seine Grenzen überschreitet merkt, dass es keine Grenzen gibt. Und das ist eigentlich auch die Hauptbotschaft dieses Buches.
In Indien wird Bikram Choudhury von allen führenden Yogapersönlichkeiten sehr respektiert und bekam von Sami Sivananda mit 14 Jahren den Titel 'Yogiraj' ('König der Yogis'). Bikram's Guru war der jüngere Bruder von Paramahansa Yogananda, Autor des bekannten Buches 'Autobiographie eines Yogis'. Dies allein dürfte genügen, um Bikram Choudhury als echten Yogaexperten zu akzeptieren.
Es ist erstaunlich, wie sich manchmal fortgeschrittene Praktizierende oder Lehrer anderer Yogastile über Bikram Choudhury und sein Yoga negativ äussern, ist doch Yoga eine tolerante und offene Philosophie. Eigentlich geht es nur darum, die Leute zum Yoga zu bringen, egal welcher Stil, denn alles Yoga ist gutes Yoga! Es führen schliesslich viele Wege nach Rom.