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Buchnotiz zu : Süddeutsche Zeitung, 24.03.2004
Nichts geringeres als "eine kleine Sittengeschichte des 20. Jahrhunderts" habe Beate Bergers mit ihrem "witzig bebilderten" Band vorgelegt, konstatiert Dorion Weickmann. Mit ihrer Schilderung des Siegeszuges der Badeklamotte von einer geächteten Anstößigkeit zur vergötterten Kunstfaser zeichne die Autorin auf unterhaltsame und informative Weise die Karriere eines Modestücks nach und stelle damit - zumindest illustrativ - einen Beziehung her zwischen ästhetischen und politischen Entwicklungen der letzten 60 Jahre. Angefangen bei den amerikanischen Atom-Tests auf dem Bikini-Atoll und der päpstlichen Ächtung des Kleidungsstücks in den späten Vierzigern, über die Entstehung eines antibourgeoisen Befreiungszwangs in den Siebzigern durch das Blecken weiblicher Brüste, bis zur gegenwärtigen, aus Miniatur-Bikinis herrührenden Notwendigkeit der Intimrasur, werde man von Berger über alle wichtigen Ereignisse und wissenswerten Anekdoten zum Thema in Kenntnis gesetzt, versichert unser verzückt Rezensent, der sich von Bergers Band aber auch unangenehm an die Strände seiner Jugend erinnert fühlt, sowie an die letzten Anti-Bikini-Bastionen unserer Tage.
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Kurzbeschreibung
Das Meer ist eine Garantie: für Strände, Wellen, Wind und ein Gefühl von Freiheit, wie es der Bikini verspricht. Dieses Kleidungsstück ist das Bindeglied zwischen Mode, Mensch und Wasser; ein erstaunliches Textil mit einer noch erstaunlicheren Geschichte. Die Modeexpertin Beate Berger verfolgt, wie der allmähliche Abschied von Prüderie und Spieß der Adenauer-Zeit den Sittenwandel spiegelt, und erzählt zugleich mit viel Esprit die Erfolgsgeschichte des hübschen Nichts , das der Erotik neuen Raum eröffnet hat.