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Buchnotiz zu : Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.10.2000
In der Einleitung beschäftigt sich Karl-Heinz Kohl mit den Frivolitäten der Fünfziger Jahre, nach Hiroshima eine sexuell attraktive Frau `Sexbombe` zu nennen und einen zweiteiligen Badeanzug `Bikini` und diesem Zusammenhang ist denn wohl auch das über dem Ganzen prangende absurd-neckische Foto einer Bikini-Schönheit in der FAZ zu danken. Das eigentliche Thema, nämlich die Verarbeitung des traumatischen Verlusts ihrer angestammten Umgebung durch die Bikinier, kommt erst recht spät in den Blick des Rezensenten. Es geht, so legt Karl-Heinz Kohl nahe, um eine Art zweite, revidierte und erweiterte Version des bereits 1983 erstmals erschienenen Buches über die ehemaligen Bewohner des Bikini-Atolls, das als Atomtestgelände bis heute unbewohnbar ist. Damals mehr vom `Betroffenheitspathos` der Anti-Atom-Kampagnen getragen, besteht der Kern der Neufassung vor allem aus der Auswertung neuerer ethnologischer Forschungen, meint Kohl. Im Mittelpunkt stehe bei Kramer die Adaption des christlichen Weihnachtsfestes als Matrix für die Nachinszenierung von Vertreibung, atomarer Explosion, Verlust und Neubestimmung der Bikinier. Kramer weist dabei, so Kohl nach kurzer Wiedergabe, auf Parallelen der Adaption christlicher Mythen auch im europäischen Mittelalter hin. Man weiß nicht recht: hat's ihm gefallen oder hätte er gern mehr kritische Bemerkungen über die `Ostermarschierer` und Anti-Atom-Bewegung oder gar über `Sexbomben` und `Bikinis` gelesen?
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