In seiner Kindheit hat man Phasen, in denen Vorbilder eine wichtige Funktion erfüllen. Unabhängig davon, wie einen die eigenen Eltern erziehen und in welchem Umfang sie Zeit mit einem verbringen, sind Vorbilder Menschen, zu denen wir aufschauen, denen wir nacheifern möchten.
Die Vorbilder von Regisseur Chris Bell und seinen beiden Brüdern waren Hulk Hogan und Arnold Schwarzenegger. Als Bell in späteren Jahren erfährt, dass die Menschen die er so sehr verehrte, Steroide nahmen um dorthin zu kommen, wo sie heute sind, plagen ihn Zweifel. Ist es in irgendeiner Form vertretbar sich mittels Tabletten und Spritzen zu "pimpen" um besser zu sein als die anderen?
Bell, in seiner Funktion als Regisseur und Quasi-Hauptdarsteller von "Bigger Stronger Faster" macht sich auf eine höchst interessante Reise durch die Staaten und befragt Betroffene, zu denen auch seine beiden Brüder (ein Wrestler und ein Gewichtheber) gehören, die den Präparaten nicht abschwören können und auch nicht wollen.
Kritische Stimmen von Gegnern, die über die gesundheitlichen Spätfolgen berichten, die lange noch nicht alle erforscht sind, tauchen ebenso auf, wie betroffene Sportler und andere Befürworter, so z.B. Kampfflieger und Pornostars (!) der Substanzen.
Die Doku lässt den Zuschauer entscheiden, was der richtige Weg ist, wenngleich die Tendenz klar (und begrüßenswerterweise) dahin geht, die Mittel zu verdammen.
"Bigger Stronger Faster" erzählt eine hochinteressante Geschichte und ist eine äußerst kurzweilige Dokumentation. Bilder zum Schmunzeln, zum Staunen, aber auch zum Kopf schütteln, Bilder die nachdenklich machen und das Bild Amerikas wieder ein Stück weit verschieben; all das macht den Film zu einem Muss, für alle, die sich auch nur einen Hauch für die Thematik interessieren.
Einen kleinen Abzug gibt es für quasi nicht existentes Bonusmaterial.