Aus der Amazon.de-Redaktion
Dave Barry, der einzige Journalist, der je einen Pulitzer Preis für den vorbildlichen Gebrauch von Wörtern wie "Popel" (englisch: "booger") bekommen hat, wird mit diesem derben Debütroman Humor- und Krimifans gleichermaßen begeistern. Der Ort der Handlung ist Miami. Im noblen Coconut Grove schleicht sich der Teenager-Sohn von Eliot, einem zum Werbefachman avancierten Reporter, an ein hübsches Mädchen heran, um sie mit einem Squirtmaster 9000 vollzuspritzen, um damit ein Highschool-Spiel mit dem Namen "Killer" zu gewinnen. Währenddessen schleichen sich zwei Männer an Arthur heran, den schlagenden Stiefvater des Mädchens, um ihn zu töten. Arthur hat seine Bosse bei der korrupten Firma Penultimate Inc. betrogen, die ein Gefängnis in Florida mit automatischen Toren ausgestattet hatte, die dann während eines Gewitters versehentlich Gefangenen den Weg in die Freiheit ermöglichte.
Eine possenhafte Verwirrung entsteht, die von einem gütigen Penner namens Puggy beobachtet wird, der in einem Baum in Arthurs Hinterhof kampiert. Puggy arbeitet im "Jolly Jackal Bar & Grill", in dem es gar keinen Grill gibt und wo stattdessen Schusswaffen und Bomben an einen Ableger der "Crips and Bloods" mit dem Namen "The Cruds" sowie an Penultimate Inc. verkauft werden (die vorhat, Kuba zu erobern). Doch als die begriffsstutzigen Schläger Eddie und Snake das "Jolly Jackal" ausrauben und Arthur ihnen erzählt, dass der Laden nur ein Aushängeschild für eine russische Gangsterbande ist, die Bomben verkauft, schnaubt der Inhaber: "Bomben? Quatsch! Nix Bomben -- ist Bar!"
Wird es Snake und Eddie gelingen, eine Koffer-Atombombe durch Miami zu schleusen, "wo sich die meisten Autofahrer am Verkehr und an den Gepflogenheiten ihrer jeweiligen Herkunftsländer orientieren"? Können Eliot und die Polizistin Monica Rodriguez die Rettung sein? Und was hat es mit der 150 Kilo schweren halluzinogenen Kröte, der vier Meter langen Pythonschlange Daphne, den Highway-Ziegen und dem "Denture Adventure"-Vergnügungspark für Senioren auf sich? Alles passt wunderbar zusammen, inklusive einiger dunkler Passagen, wie wir sie von Barry bisher nicht kannten. Aber seien Sie gewarnt: Wenn Sie dieses Buch lesen, während Sie Milch trinken, wird sie Ihnen irgendwann aus den Nasenlöchern geschossen kommen. --Tim Appelo
Kurzbeschreibung
Puggy hatte seinen Job im Jolly Jackal - Bar & Grillrestaurant, eine Bar ohne Grillrestaurant, schon seit fast drei Wochen. Für Puggy war das ein persönlicher Rekord. Nach all den Jahren als semi-professioneller Landstreicher dachte er jetzt ernsthaft daran, sich in Miami niederzulassen, Wurzeln zu schlagen und sich womöglich einen Schlafplatz in geschlossenen Räumen zu suchen. Obwohl er sich auf seinem Baum sehr wohl fühlte. In Miami gefiel Puggy einfach alles. Daß es warm war. Und daß die meisten Polizisten offenbar nichts gegen Typen wie ihn hatten. Typen, die bereits durch ihre bloße Existenz Gesetze zu brechen schienen, von denen Normalbürger keine Ahnung hatten. Zum Beispiel, wie lange man irgendwo herumsitzen durfte, ohne etwas zu bestellen oder zu kaufen. Die Einstellung der meisten Polizisten hier in Südflorida schien zu sein: Hey, Mann, sitz hier rum, so lange du willst; wir sind ja so froh, daß du nicht in der Gegend herumballerst! Puggy gefiel auch, daß hier in Miami so viel Spanisch gesprochen wurde. Das gab ihm das Gefühl, im Ausland zu leben, und das hatte er sich schon immer gewünscht. Sein einziger Auslandsaufenthalt lag allerdings schon vier Jahre zurück. Damals war er nach einem langen und verwirrenden Wochenende, das in Buffalo angefangen hatte, auf der kanadischen Seite der Niagarafälle für ein paar Stunden inhaftiert worden, weil er an einen Souvenirshop gepinkelt hatte. Das Komische war, daß Puggy gar nicht vorgehabt hatte, nach Miami zu kommen. Er hatte bloß eine Obdachlosenunterkunft in Cleveland verlassen und war Richtung Süden getrampt, auf der Suche nach einem warmen Ort zum Überwintern. Der Trucker, der ihn mitgenommen hatte, mußte seine Ladung im Hafen von Miami abliefern, genau im Stadtzentrum. Wie das Schicksal so spielte, fanden gerade Wahlen statt. Puggy war noch keine Stunde durch die Straßen gewandert, als plötzlich ein weißer Van neben ihm anhielt. Der Fahrer, ein älterer Mann, sprach ihn auf Spanisch an und hielt ihm einen Zehndollarschein hin. Puggy dachte, der Mann wolle für das Geld einen geblasen bekommen, und sagte freundlich wie immer: "Nein, danke!". Sofort ging der Mann dazu über, Englisch zu sprechen, und sagte, Puggy brauche für diese zehn Dollar bloß zur Wahl zu gehen und seine Stimme abzugeben. "Bin nicht von hier", sagte Puggy. "Kein Problem", sagte der Mann. Also stieg Puggy in den Van. Auf dem Weg zum Wahllokal sammelte der Ältere noch sieben Leute ein, von denen einige ziemlich übel rochen. Am Wahllokal angekommen, gingen alle zusammen hinein, und der Mann erklärte ihnen, was sie tun sollten. Die offiziellen Wahlhelfer schienen nichts dagegen zu haben.