Zeit seines Lebens war Henry Miller ein Anarchist, wollte mit der Bürgerlichkeit nichts zu tun haben, wollte ein wahrer Künstler sein.
„Big Sur" ist das Buch in dem ganz deutlich wird, dass er nicht nur diese Ideale hatte, sondern sie auch wirklich gelebt hat. Er beschreibt sein Leben in Big Sur, einen einsamen Ort an der Kalifornischen Küste, ein Ort der zu damaligen Zeit noch ziemlich frei war von Zivilisation.
Es leben dort nur einige wenige Hartgesottenen, die von Miller exzellent beschrieben werden.
Das Buch ist in drei Teile gegliedert, der erste erzählt uns etwas über den Ort, der zweite Teil befasst sich mit den Menschen die dort leben und im dritten Teil bekommt Miller Besuch aus Frankreich von einem total skurrilen Menschen.
Lesenswert, da es eins seiner späteren Werke ist (1955 erschienen) und somit auch reifer, ruhiger und doch anarchistisch und bewegend.
Wer hofft oder befürchtet Obszönitäten vor zu finden, der wird enttäuscht werden, denn nichts dergleichen ist vorhanden.
Ich hatte den Eindruck, dass Miller seinen Frieden gefunden hat und zwar in Big Sur.
Zur Erzählweise kann man nur sagen, dass nichts fehlt, Philosophie ist vorhanden, ebenfalls Religion, Kunst, Astrologie, typische Miller Träume und schließlich die ganz gewöhnlichen Tageserlebnisse, die in Big Sur jedoch zu ganz besonderen Ereignissen werden.
Einfach traumhaft zu lesen.
Wer die Einfachheit des Lebens versteht, der ist wahrhaft reich, dies zumindest vermittelte mir das Buch.