als helmut newton [31.10.1920 - 23.1.2004] margaret thatcher fotografieren wollte, versuchte er, als hintergrund einen hotel-pool durchzusetzen - "was sie in ziemlich strengem tonfall ablehnte. es sei stürmisch draußen, sie wolle sich ihre frisur nicht ruinieren lassen. ich bat sie, sich auf einen stuhl zu setzen und die beine übereinander zu schlagen. ... sie setzte sich, aber schlug die beine nicht übereinander ... und lächelte säuerlich in die kamera... ich fand das foto wunderbar, sie sah darauf aus wie ein haifisch." dieser kleine einblick in die lebenslange passionierte arbeit des im letzten jahr verstorbenen helmut newton zeigt, dass hier nicht nur ein revolutionärer fotograf mit seinen wichtigsten werken aus seiner reifsten schaffensperiode zu studieren ist, sondern dass zudem ein mensch dahinterstand, der auch noch sinn für humor hatte. hinter der scheinbar sadistischen, zumindest extrem distanzierten fassade steckte offensichtlich ein mensch, der kreativ und mit unverhohlenem spass an einem frauen-image getüftelt hat, das selbstbewusster war als je ein anderes in den generationen davor. die frau als gebärmaschine (im dritten reich) oder als heimchen hinterm herd (in den falschen fünzigern) - newton hat ein sehr einprägsames gegen-image geschaffen - das nicht völlig aus der luft gegriffen ist: man (frau) prüfe selbst ...