Derzeit in einer Ausbildung stehend, die den transpersonalen Ansatz vertritt, kenne ich die praktische Arbeit mit inneren Identitäten. Man könnte sagen, die vorliegende Lektüre, ist eine Möglichkeit, sich in die Arbeit mit Identitäten hineinzulesen, die nach meiner Erfahrung sowohl in Coaching-Settings, als auch Trainings in Richtung "Bewusstseinsarbeit" immer mehr Einzug hält, was ich persönlich für eine unglaublich wertvolle Arbeit halte. Wenn ich die Rezensionen hier so durchlese, bin ich mir nicht sicher, wie gross die reale Erfahrung der Rezensenten hier ist. Ich habe ein wenig den Eindruck, dass dies dann doch einen gewaltigen Unterschied machen kann, wie die vorliegende Prozessarbeit empfunden und und eben auch interpretiert wird.
Man muss wissen, dass die Arbeit mit "inneren Stimmen" bereits in den neunziger Jahren von Hal und Sidra Stone mit ihrem Titel
Du bist viele ihren Ursprung unter dem Namen "Voice Dialogue" ihre Wurzeln hat. Roshi der seine Wurzeln vor allem im Zen-Bhuddismus hat, verbindet auf gewisse Weise, den östlichen mit dem westlichen Ansatz, wenn man so will. Sicherlich spielt es eine Rolle, mit welchen Augen, welchem Interesse oder auch Erwartung man an das vorliegende Buch herangeht. Ich persönlich habe es gelesen, weil ich meiner praktischen Erfahrung, einen theoretischen Hintergrund geben möchte, vielleicht auch, um ein grösseres Gesamtverständnis mit der Arbeit von gebildeten Identitäten zu bekommen.
Gebildete Identitäten können sein, um einmal ein paar zu nennen: Der Beschützer, der Kontrolleur, der Skeptiker, die Angst, die Wut, das Opfer, das verletzte Kind, das Verlangen oder auch der Saboteur. Mich persönlich interessiert vor allem die Wirkung "verhindernder Identitäten", weil sie unser Leben beeinflussen, manchmal sogar tragisch mitentscheiden. Roshi geht in seinem Ansatz, darüber hinaus. Er geht dabei in positive Identitäten, wie: Geduld, Absicht, Weisheit, Sorgfalt, Beharrlichkeit usw. Den Bogen den er macht, geht vom dualistischen Ansatz bis zum Non-Dualistischen Ansatz, und mündet am Ende in das nichtzugreifende, nichtstrebende Bewusstsein. Das heisst, wir finden hier eine Synthese von psychologischer Arbeit, oder psychologischem Ansatz, den Roshi letztendlich für seine spirituelle Ausrichtung nutzt. Das kann und soll jeder für sich selbst interpretieren wie er will.
Mich persönlich interessiert vor allem wie wir mit beeinflussenden und verhinderden Identitäten umgehen können, und das hat mich wirklich ohne Einschränkung an diesem vorliegenden Buch begeistert. Ich denke aber, dass die Hinwendung zur Transzendenz, der spirituellen Ausrichtung nur Menschen etwas geben kann, die eh schon auf diesem Weg sind, sei es mit Meditation, Zen oder einer sonstigen spirituellen Praxis.
Fazit: Eine äusserst wertvolle Arbeit, im Umgang mit inneren Identitäten, ob in Coaching-Setting, oder in der Arbeit in Seminaren, die den Aspekt von wirkenden Identitäten, die sich im Laufe unserer Entwicklung gebildet haben, miteinbeziehen wollen. Ich bin nicht nur für die Arbeit und die Erfahrung die ich mit dieser Arbeit gemacht habe dankbar, sondern auch für die Weiterentwicklung und die klare, einfühlsame und liebevolle Art eines Genpo Roshi, der es sich zum Ziel gemacht hat, sein Wissen spirituell Suchenden anzuvertrauen und Klostermauern einzureissen, weil er suchenden Menschen, diese Schlüsselarbeit nicht vorenthalten will.
Eine Methode, die nicht nur dadurch besticht, dass sie sowohl mit einem Begleiter (Facilitator) als auch alleine gemacht werden kann. Ein wertvolles Werkzeug, um im Leben etwas gelassener zu stehen, gerade dann, wenn jene innere Stimmen auf den Plan gerufen werden und wir vielleicht bis dato "gehorchen" mussten, jetzt haben wir ein Werkzeug um damit entspannter und vielleicht auch freier umgehen zu können. Das alleine schon finde ich eine unglaubliche Erweiterung, und Friedensarbeit, die in uns selbst stattfinden kann, wo auch sonst.
Empfehlung, an spirituell interessierte Leser, und Menschen die sich für den Umgang mit Identitäten eine Unterstützung wünschen.