Meine Erwartungen an das US-Rocker-Quartett waren nach dem wirklich tollen Album PRIDE entsprechend hoch, als ich den Nachfolger BIG GAME zum ersten Mal auf den Plattenteller legte - und mein erster Eindruck war: oje, die Erwartungen waren zu hoch, die Bank bemüht sich zwar, kann aber den vorgelegten (und erhofften) Standard zum Großteil nicht halten. Das heißt aber natürlich noch keineswegs, dass es sich deshalb um ein schlechtes Album handelt, aber es ist halt nicht der Nachfolger, den man erwartet hat.
Auch wenn sich die Jungs dazu entschlossen haben, noch in wenig weiter in experimentelle Gefilde vorzustoßen und ihren Sound streckenweise zu verändern, so haben sie dieses an sich recht lobenswerte Ziel nicht vollkommen überzeugend umsetzen können. Songs wie etwa „If My Mind Is Evil" sind zwar keine Knaller, anders sind sie hingegen allemal.
Natürlich weiß der Löwe auch auf diesem Album so richtig zu glänzen, Songs wie „Broken Home", „Going Home Tonight" oder das allerliebste „Little Fighter" (mit seinem niedlichen Seitenhieb auch die Rainbow-Warrior-Geschichte) können auf ganzer Linie überzeugen und lassen den treuen Fan davon träumen, was vielleicht im Bereich des Möglichen gewesen wäre. Auch die tolle Ballade „Cry For Freedom" mit ihrem unerwartet aggressiven Mittelpart und das tolle Golden-Earring-Cover „Radar Love" sind nicht von (allzu) schlechten Eltern.
Fazit: Obwohl BIG GAME nicht an PRIDE herankommt, legen die Jungs dennoch eine durchaus noch akzeptable Perfomance hin und wissen mit ihrem straighten melodiösen Rock und dem wirklich unter die Haut gehenden Gesang von Mike Tramp zumindest einige Punkte gutzumachen.
Die Luft ist wohl raus, drei Punkte aber scheinen mir allemal noch vertretbar.