Der Film kommt als Komödie daher, will in erster Linie unterhaltsam sein und diesen Anspruch - finde ich - erfüllt er voll und ganz.
Zur Story will ich gar nicht viel schreiben, dazu steht hier auf dieser Seite mehr als genug.
Was gefällt mir?
Unverbrauchte Schauspieler stellen herrlich schräge Typen dar, so zum Beispiel den Vater der Braut, der die Welt in Griechen und solche Menschen, die gerne Griechen wären, aufteilt, für alle Verletzungen, kosmetische und chirurgische Probleme auf Glasreiniger als Therapie schwört und glaubt, er sei das Familienoberhaupt ohne zu merken - oder merken zu wollen - dass die Brautmutter die Regentschaft innehält. Diese wiederum betrachtet das Kochen - mit Erfolg - als Strategie zur Konfliktlösung. Dann eine ganze Schar an reichlich abgedrehter griechischar Verwandschaft, die vor allem laut und extrem zahlreich ist. Nett auch die Darstellung der äußerst steifen und emotionslosen Eltern des Bräutigams, die allerdings nach einigen Ouzos deutlich lockerer und emotionsgeladener werden. Dann schließlich eine unverbrauchte Hauptdarstellerin, die erfrischend natürlich daherkommt und Gott sei Dank so gar nichts Hollywoodmäßiges verkörpert. Ich habe mich jedenfalls die 95 oder 96 Minuten, die der Film dauert, bestens amüsiert.
Im übrigen fiel mir positiv auf, dass der Film im Gegensatz zu zahlreichen anderen amerikanischen Produktionen darauf verzichtet, dass die Einwanderer sich erst amerikanisieren müssen um ihr Glück zu finden. Wenn das griechisch-amerikanische Brautpaar schließlich ein Haus in direkter Nähe zu den Eltern der Braut bezieht ist dies für mich eine nette Metapher der friedlichen Koexistenz.
Diejenigen, die sich an den Klischees stören und den Film "zu seicht" finden, müssen sich fragen lassen, ob eine realitätsbezogene Darstellung einer - sagen wir mal - dicken fetten irakischen Hochzeit deutscher oder österreichischer Produktion wirklich soviel wünschenswerter wäre!?