Hin und wieder gibt es einen Film, der aus der Masse heraussticht, der mit kleinem Geld produziert wurde und dem man den Enthusiasmus der Beteiligten anmerkt. "The Big Empty" ist ein solcher Film. Und er ist ein Film, wie er kurioser, skuriller, eigenartiger kaum sein könnte, denn hier ist nichts, wie es scheint. Der Film ist bevölkert von merkwürdigen Charakteren, deren Leben inmitten der Wüste ebensogut auf einem anderen Stern stattfinden könnte. Und John Person ist wie ein Fremdkörper in dieser anderen Welt. Ein Verzweifelter unter Verzweifelten, der tut, was er tun muss, um sich selbst eine zweite Chance zu geben. Autor Steve Anderson achtet darauf, die Handlung geschickt voranzutreiben und ins immer Absurdere zu übersteigern - bis hin zum Finale, das alles oder nichts bedeuten kann und für die Interpretation des Zuschauers offen ist. "The Big Empty" ist ein Kultfilm von morgen, ein Ereignis, das noch entdeckt werden muss, und ein umwerfender Geheimtipp. Fazit Skuriller Trip ins Nirgendwo
Moviemans Kommentar zur DVD: Das Bild neigt zu teilweise überstrahlenden Farbtönen und minderen Kontrastwerten. Sprachlich bleibt das Original sehr leise, während die deutschen Fassungen durch Präzision punkten können. Die Extras sind sehenswert, da durch Kommentare des Regisseurs zahlreiche wissenswerte Fragen zur Produktion geklärt werden.
Bild: Nicht bloß was die Farben betrifft präsentiert sich die DVD sehr vital aber ab und an etwas übertrieben (roter Overall, 00:47:47). Auch in punkto Schärfe werden saubere Werte angeboten, die lediglich in dunkleren Einstellungen von mildem Rauschen etwas beeinträchtigt werden. Anders sieht es hingegen mit den Kontrastwerten aus. Vor allem, was die Schwarzabstufungen angeht, könnte hier wesentlich mehr Breite drin sein. Ein schwarzes T-Shirt vor einer weißen Wand kommt beispielsweise nur als undefinierbare Dunkelmasse zum Vorschein (vor Tür 00:01:47, im Flur, 00:03:06 oder Haar, 01:19:44). Stoffstrukturen oder Falten in dunklen Materialien werden selten sichtbar. Hin und wieder kommt es vor, dass rötliche Nuancen leicht überstrahlen, was aber auch stimmungsvoller und angelegter Natur sein kann (Schlafender,00:17:59). Die Kompression arbeitet im zufrieden stellenden Bereich. Da immer mal wieder leichte Treppchenbildungen oder Bildzittern in Schwenks zu vermerken sind, ist leider nicht mehr drin.
Ton: Das Original wird sprachlich wesentlich leiser ausgespielt als die deutschen Fassungen, die sauber voluminiert und auch was die Synchronisation angeht sehr plastisch ankommen. Noch präziser als die DD 5.1-Versionen geben sich die DD 2.0-Fassungen. Zwar bringen die Upmixe hin und wieder in den Richtungen schön variierende Signale innerhalb von Musikstücken, was Dialoge und Kulisse angeht, könnte da aber wesentlich mehr geboten werden. So sind Details wie Türenklappen, Naturgeräusche oder Automotoren häufig gar nicht zu hören, weil sie vom Soundtrack überlagert werden (Jeep rollt an, 01:04:11). Dies mag zwar als Konzept gewertet werden können, wirkt aber weniger authentisch. Selten kommt es zu Raum ergreifenden und auch Hintergrund und Subwoofer ordentlich ausspielenden Effekten wie bei einer Explosion (01:14:05).
Extras: Auf der Hauptdisc befindet sich ein ins Detail gehender, weil unter vielen anderen Aspekten auch die Vorlagen des Drehbuches berücksichtigender, untertitelter Audiokommentar. Außerdem präsentiert Disc eins einen Trailer uncut (4:45 Min.), einen Trailer (1:13 Min.) und neun Programmtipps.Die gesonderte, untertitelte Bonusdisc beinhaltet neben dem Kinotrailer (4:45 Min.) eine Bildergalerie mit Audiokommentar (4:52 Min.), alternative Artworks (0:52 Min.) wohinter sich eine Show von Filmplakaten verbirgt. Außerdem werden zusätzliche kommentierte Szenen angeboten, die sich aufteilen in alternative Szenen (3:04 Min.), ein alternatives Ende (2:06 Min.) und unveröffentlichte Szenen (15:34 Min.). Ein Making Of (15:03 Min.) dokumentiert die Arbeit am Set und portraitiert die Mitwirkenden sowie den Drehort Mojave-Wüste. Pannen (4:18 Min.) ist eine Zusammenstellung witziger Ausrutscher und Versprecher. In den Biografien werden Jon Favreau, Daryl Hannah, Kelsey Grammer, Sean Bean und Rachael Leigh Cook vorgestellt. --movieman.de