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5.0 von 5 Sternen
Ein Film, der die Menschen verzaubert, 17. Juni 2011
Rezension bezieht sich auf: The Big Blue - Im Rausch der Tiefe [Blu-ray] (Blu-ray)
Da ist sie wieder, diese Magie, die schon bei Bessons Kompositionen im drei Jahre zuvor entstandenen
Subway so fasziniert. Die Kongenialität von Carlo Varinis Kamera und Eric Serras Musik kreiert eine Gesamtwirkung, die in manchen Partien einer Kunst-Installation ähnelt. Obschon bereits 1988 entstanden, wird man sich - von kleineren Mängeln abgesehen, die wohl überwiegend auf einen lieblosen HD-Transfer zurückzuführen sein dürften - bis heute schwertun, eindrucksvollere Bilder auf 35 mm Film zu finden.
Die Frauen in Bessons Filmen sind schon Legende - oder sind sie vielleicht bei gerade bei Besson so attraktiv, weil er ihre besondere und einzigartige Schönheit erkennt, verehrt und zeigt? Sowohl bei Isabelle Adjani (30) in Subway als auch hier bei Rosanna Arquette (29) findet man Kommentare, dass man die Damen in keinem anderen Film so verlockend bewundern kann - man mag sich auf dem hochgeladenen Foto davon selbst ein Bild machen. Sicher könnte man auch Anne Parillaud in
Nikita bei dieser Gelegenheit erwähnen - die Mutter von Bessons Tochter Juliette, welcher der vorliegende Film gewidmet ist.
Serra bedient sich wie bereits in Subway wieder mal bei einem aktuell erfolgreichen Ohrwurm - dieses Mal hatte ihn
Sledgehammer, Peter Gabriel Smash-Hit von 1986 (US #1), mächtig beeindruckt - Césars für die Filmmusik und den Ton gab es trotzdem - oder deswegen?
INHALT (enthält Hinweise zum Ende der Erzählung)
"Im Rausch der Tiefe" ist nicht nur ein faszinierendes Liebesdrama, sondern vor allem auch die Heldensaga von Jacques (Jean-Marc Barr, 28) und Enzo (Jean Reno, 40), die gleichzeitig eine Rivalität von Kindheit an, aber auch eine Freundschaft verbindet. Sie sind die Besten in der Tiefe - wenn auch auf völlig verschiedene Art; Enzo verfügt als kräftig gebauter Athlet über ein großes Lungenvolumen, Jacques hat das besondere Talent, seine Körperfunktionen beim Tauchen auf ein Minimum zu reduzieren, wie das auch die Delphine tun. Diesem Talent steht Enzo fassungslos gegenüber - dennoch bleibt er in jeder Situation seinem aus seiner Sicht außerhalb des Wassers unbeholfenen Freund eine fast väterliche Stütze.
Letztlich, ohne das zunächst zu wissen, werden sie den gemeinsamen Weg zum unvermeidlichen Ende suchen - wie Krieger, die von klein auf im Bewusstsein leben, dass bei all ihren Siegen nur eine wirkliche Bestimmung auf sie wartet - der Tod - in "The Big Blue" märchenhaft symbolisiert durch die Meerjungfrau, die im Schwarz der Tiefe auf die wartet, die reinen Herzens sind.
So entfernen sie sich gemeinsam und gegenseitig vom Wettbewerb der Normalen, steigern ihre Leistung ins schier Unglaubliche und suchen dann ihr Ende. Nichts kann sie von ihrer Bestimmung abhalten, nicht einmal die verständnisvolle Liebe der bezaubernden Johana oder Jacques Aussicht, ein eigenes Kind aufwachsen zu sehen. Bessons filmische Umsetzung des lockenden Todes durch den Ruf der Tiefe gehört wohl mit zum Schönsten, was das Kino zu bieten hat.
WÜRDIGUNG
Die Rolle Jean-Marc Barrs beruht auf dem Leben des französischen Apnoe-Taucher Jacques Mayol, der beim Film auch als Berater tätig war.
"The Big Blue" hat tragische, aber auch komödiantische Seiten - siehe dazu auch das hochgeladene Foto. Die Schwere des Stoffes wird ausgeglichen durch den leichten, teilweise ins Alberne gehenden Humor Luc Bessons, die Schönheit der fantastisch fotografierten Natur, die Erkenntnis der ihr innewohnenden Ewigkeit, die Märchenhaftigkeit und die Selbstverständlichkeit, mit der Jacques und Enzo ihren Weg bis zu Ende gehen.
Apnoe-Tauchen kann - wie andere Risikosportarten auch - zu schweren Schäden oder sogar zum Tod führen. Menschen gehen solche Risiken ein, manche müssen dafür bezahlen. Aber es gibt auch einen gesellschaftlichen Konsens, Risikosportarten zu gestatten. Es kann daher eigentlich nur zum professionelleren Ausübung solcher Sportarten beitragen, wenn ein Film offen auf die damit verbundenen Gefahren aufmerksam macht. So banal es klingt: Liebe, Freundschaft, Tod - das sind doch die Themen des Lebens. Und es ist das, wovon Bücher und Filme nun mal handeln.
Wer sich tatsächlich von etwas ganz Besonderem bezaubern lassen möchte, hat mit Bessons vielgerühmten Rausch der Tiefe ein Kunstwerk gefunden, das wohl einzigartig in der Welt des Kinos sein dürfte - aber auch vom Betrachter eine gewisse Hingabe verlangt.
Bei mehrfachem Anschauen wird der Film eher noch eindrucksvoller, wobei man sich auf jeden Fall für die 166-Minuten - Version entscheiden sollte, die viele Zusammenhänge erst wirklich stimmig vermittelt. Nach drei Durchgängen jedenfalls muss ich meine Bewertung von 4 Sternen auf das Maximum erhöhen.
TECHNIK & KONFEKTION
Die Maximalbewertung wurde bewusst unter der Diskussion des Films platziert - hinsichtlich der technischen Realisation der Blu-ray findet man viele völlig zu Recht verärgerte Kommentare. Aber Licht und Schatten liegen nah beisammen.
Die Blu-ray von Concorde Home Entertainment beschneidet das Original-Format des 166-minütigen Films von 2.39:1 geringfügig auf 2.35:1 (16:9). Die Bildqualität ist überwiegend gut, in den Farbteilen sogar teilweise sehr gut. Man darf bei einem älteren 35-mm Film keine Wunder erwarten, aber womöglich könnte ein 4k-Remastering vom Original-Negativ mit sorgfältiger Nachbearbeitung durchaus Verbesserungen bringen.
Auffällig ist ein häufiges Helligkeitsflackern vor allem, aber nicht nur, im S/W-Teil - es ist schwer zu verstehen, wieso man das nicht in der Digitalisierung ausgeglichen hat. Die enttäuschenden Landschaftspanoramen zu Beginn des Peru-Teils sehen nach Fehlbelichtung aus - da kann der Transfer auch nicht mehr viel machen, aber es betrifft schließlich nur ein paar Sekunden.
Beim "Trick"-Titel war wohl der Geist willig, aber das Fleisch schwach. Da fragt man sich, warum Luc Besson, der sich hoffentlich wohl bester Gesundheit und solider Finanzen erfreut, nicht ein paar Minuten digitaler Nachbearbeitung spendiert und den Trick so überarbeiten lässt. An dieser Stelle sollte man Regisseure wie Ridley Scott rühmen, die auch Jahre nach einer Produktion viel Aufwand treiben, um ihre alten Schätze auf Hochglanz zu bringen. "The Big Blue", auf den Besson zu Recht so stolz ist, hätte etwas mehr Liebe verdient.
Im Vergleich zum making off sieht man, dass doch ziemlich an der Farbsättigung und am Kontrast gedreht worden ist - m. E. aber zum Vorteil der Bilder. Weiterhin treten gelegentlich leichte Doppelkonturen auf, die wohl auf digitale Schärfung zurückzuführen sind. Das bereits erwähnte Helligkeits- und Kontrastflackern könnte darauf zurückzuführen sein, dass ältere Filmkopien abgetastet worden sind. All dies ändert aber nichts daran, dass es über weite Strecken fantastische Aufnahmen in vorzüglicher Qualität zu sehen gibt.
An Tonspuren sind Deutsch und International wählbar (Französisch, Englisch und Italienisch), beides in DTS-HD Master Audio 5.1. Untertitel stehen in Deutsch und für Hörgeschädigte zur Verfügung. Die Tonspuren klingen recht ähnlich, im internationalen Ton kommen die Dialoge eine Spur kräftiger. Nicht zu verstehen sind die Lautstärkesprünge, die bei lautem Hören mindestens ein Dutzend mal Lautstärke-Korrekturen erforderlich machen. Hier ist nachlässig und lieblos gearbeitet worden - gerade bei einem solch großen Film sehr bedauerlich.
Das 97 Minuten lange "Making Of", dem nach Ansicht des Rezensenten kräftige Schnitte gut tun würden, kommt in 1,33:1 und äußerst mäßiger Bildqualität, vor allem aber sind Informationen dünn gesät. Der Trailer fällt deutlich gegenüber dem Hauptfilm in der Bildqualität ab.
Die Hülle verfügt über kein Wendecover. Es liegt ein Mini-Faltblatt mit spärlichen Infos zur Entstehung des Films und Zitaten von Luc Besson bei.
jury 5* A0648 6.8.2011e 20A 1E
Rosanna Lauren Arquette (* 10. August 1959 in New York)
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1985 -* -0000 Susan... verzweifelt gesucht
....... R: Susan Seidelman D: Rosanna Arquette, Madonna
1985 4* A0622
Die Zeit nach Mitternacht
....... R: Martin Scorsese D: Griffin Dunne, Rosanna Arquette
1988 5* A0648
The Big Blue - Im Rausch der Tiefe [Blu-ray]
....... R: Luc Besson D: Rosanna Arquette, Jean-Marc Barr, Jean Reno
1996 5* A0020
Crash
....... R: David Cronenberg D: James Spader, Elias Koteas
....... D: Holly Hunter, Deborah Kara Unger, Rosanna Arquette
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