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Produktinformation
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Bei der Beantwortung dieser Fragen bieten vor allem die Physik und die Chemie "Spielraum für sinnvolle Spekulation". Sie können erklären, was zwischen dem Urknall und dem Auftauchen der ersten Einzeller zirka zehn Milliarden Jahre später ablief. Wie sich zum Beispiel im Hexenkessel des jungen Universums die Materie ganz allmählich an bestimmten Punkten verdichtete, so wie Regen auf "einer Straße voller Schlaglöcher.
Warum in der anorganischen Ursuppe mit Amino- und Fettsäuren die Grundbausteine des Lebens entstehen konnten. Welche entscheidende Rolle Sonne und Mond spielten und immer noch spielen: "Die frühen Sterne waren die Geburtshelfer, die heutigen sind die Ammen des Lebens." Durch prägnante Bilder werden unsichtbare Phänomene und astronomische Dimensionen fassbar gemacht, in separaten Boxen kann man sich Grundlagen wie den Aufbau einer Zelle vergegenwärtigen oder Spezialwissen abrufen.
Die Leser müssen mitdenken und sollten bei Begriffen wie "Planetesimale" oder "interstellares Medium" nicht gleich aus der Bahn geraten. Hintergründige Pointen à la "Auch der Außerirdische ist nur ein Mensch" hätte man dabei gerne noch öfter gelesen. Denn so wird klar, dass alles, was existiert, aus demselben Material, den 92 Elementen, besteht. Die wiederum gehen letztlich auf erloschene Himmelskörper zurück. Dass es uns Geschöpfe aus Sternenstaub gibt, ist für Lesch und Müller "im höchsten Maße unwahrscheinlich" und dennoch "absolut kein Zufall, sondern schlichtweg selbstverständlich".
Auch solche Widersprüche machen das Buch ungemein anregend und in den besten Passagen zu einem Wissenschaftsthriller für ambitionierte Laien. Und können wir nun mit außerirdischem Leben rechnen? "Keine übertriebenen Erwartungen bitte!", lautet die Zwischenbilanz. Doch schon in 500.000 Jahren kann die Sache ganz anders aussehen. --Patrick Fischer -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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Harald Lesch und Jörn Müller haben sich hierzu Gedanken gemacht. Was sich dabei herauskristallisierte, haben die beiden Astrophysiker in ihrem neuen Buch "Big Bang: Zweiter Akt. Auf den Spuren des Lebens im All" auf substantielle und interessante, interdisziplinär geprägte, mit Spannung gewürzte und mit Liebe zum Detail geschriebene Art und Weise verdichtet. Wenn es jemals eines Beweises bedurfte, dass astronomische respektive physikalische Sachbücher alles andere als langweilig und schwer verständlich sein müssen, dann liegt hier das Paradebeispiel schlechthin, besser gesagt "guthin" vor. Gewiss, die Spannung des Buches lebt von Fragen, die auch die größten "Naturwissenschaftsbanausen" oder Philosophie-Ignoranten nicht ungerührt und unberührt lassen können: Gibt es außer uns noch andere Lebensformen in der unermesslichen Tiefe und Weite des kosmischen Ozeans? Wenn ja: warum - wenn nein: warum nicht? Kann sich nicht, ähnlich wie auf der Erde, auch anderswo im Kosmos Leben entwickelt haben? Und wie könnte dieses aussehen? Sind die Bausteine, aus denen Materie, die Planeten und das Leben bestehen, überall im Universum vorhanden? Gelten überall dieselben Naturgesetze? Aber um hierauf Antworten zu erhalten, verknüpfen die beiden Autoren in ihrem 443-Seiten starken Opus geschickt astrobiologische Fragestellungen mit den großen kosmologischen Entwicklungen, sprich der Evolution des Universums und stellen dabei eine alles entscheidende Prämisse voran: Wer die Geschichte des Kosmos und die kosmo-historischen gewachsenen Randbedingungen nicht kennt, die für die Ausbildung von Leben, so wie wir es kennen, notwendig sind, wird auch keinen Zugang zu den exobiologischen Geheimnissen des Universums und Überraschungen finden, die dasselbige für uns noch parat hat.
Präzise recherchiert, sachkundig wie anschaulich formuliert und mit zahlreichen Abbildungen versehen, erweist sich Leschs und Müllers flüssig geschriebenes und ohne jeglichen Formelballast inszeniertes spannendes Buch als ein kurzweiliges mit Informationen vollbepacktes trojanisches Pferd, ja in gewisser Weise sogar als ein "Urknall interdisziplinären Wissens". Nicht zuletzt deshalb, da beide Autoren sehr weit ausholen, um die Voraussetzungen von Leben im All zu diskutieren. Denn indem sie die Entstehung und Beschaffenheit der Planeten unseres Sonnensystems erläutern und dabei in weit entfernte Galaxien, in die Welt der Schwarzen Löcher und Weißen Zwerge, der unzähligen Planeten und Sterne vorstoßen sowie die zahlreichen Methoden vorstellen, mit denen die Wissenschaftler versuchen, dem Leben auf anderen Planeten auf die Spur zu kommen, (z. B. SETI , führen sie uns vor Augen, dass Astrobiologie nichts anderes als eine Fortsetzung der Astronomie mit anderen Mitteln ist.
Resümierend bleibt demnach festzuhalten, dass Harald Lesch und Jörn Müller ein sehr lesenswertes Werk komponiert haben, das sich wohl für den interessierten Laien als auch für den informierten Experten eignet, da es beiden Wissenschaftlern gelingt, die komplexen Zusammenhänge, die die Geheimnisse des Lebens bergen, anschaulich zu vermitteln und zugleich einen einzigartigen Blick in die unbekannte Welt der Astrophysik zu öffnen: vom Mikrokosmos der Atome, hin zu den ersten Zellen, in denen alles Leben seinen Ursprung nimmt, bis zu den unendlichen Weiten des Universums.
Auf jeden Fall dürfte nach dem Studium dieses Buches endlich jedem klar sein, was Albert Einstein wohl gemeint hat, als er im Jahr 1932 folgenden Aphorismus zu Papier brachte: "Das schönste und tiefste Erlebnis, das der Mensch haben kann, ist das Gefühl für das Geheimnisvolle. Es ist das Grundprinzip der Religion ebenso wie aller ernsthaften Anstrengungen in Kunst und Wissenschaft...Wer diese Erfahrung nie gemacht hat, scheint mir tot oder mindestens blind sein."
ein Physiker, oder Astronom steht immer wieder vor der Aufgabe sein Fach ausenstehenden zu erklären. Lesen Sie weiter...
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