Nach Mathematik (Fermats letzter Satz) und Informatik (Geheime Botschaften) hat sich Simon Singh dieses Mal die Geschichte der Astronomie/Kosmologie zum Thema gemacht. Und wie bei seinen beiden "Vorgängerwerken" ist auch dieses Mal ein interessantes und lesenswertes Buch dabei herausgekommen.
Der Aufbau ist wie bei Singh gewohnt chronologisch, die wissenschaftlichen Erkenntnisse werden mit einigen Anekdoten aus den Leben der beteiligten Forscher und Astronomen gewürzt. Los gehts bei den "alten" Griechen, die neuesten Erkenntnisse stammen aus den späten 1990ern, die Daten sind also ziemlich aktuell. Worauf allerdings nicht mehr näher eingegangen wird sind neuere Theorien und Erkenntnisse wie Multiversen oder ähnliches, das würde wohl aber auch den Rahmen sprengen. Wirklich um den "Big Bang", also den Urknall, gehts erst ab etwa der Mitte des Buches, der erste Teil ist eher den Grundlagen der Astronomie und Kosmologie gewidmet, von Aristoteles über Kopernikus und Newton bis hin zu Einstein. Singh verzichtet fast gänzlich auf mathematische Formeln, womit auch weniger mathematikbegeisterten Leser Zugang finden sollten. Auch ohne Formeln gelingt es ihm jedoch, die Inhalte klar und gut verständlich zu vermitteln.
Angenehm auch, dass das das am Ende des Buches stehende Literaturverzeichnis von Singh (kurz) kommentiert ist; so gibt er kurze, aber interessante Hinweise zu Inhalt und Anspruch der erwähnten Bücher.
Anmerkung: ich selbst habe "Big Bang" im englischen Original gelesen, wie sehr sich dieses von der noch nicht erschienenen deutschen Ausgabe unterscheiden wird, muss man abwarten. Die Übersetzung des letzten Werkes war jedoch exzellent.