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Bier auf Wein, das lass sein!: Kleines Lexikon der unsinnigen Regeln und Ermahnungen
 
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Bier auf Wein, das lass sein!: Kleines Lexikon der unsinnigen Regeln und Ermahnungen [Gebundene Ausgabe]

Jürgen Brater
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (20 Kundenrezensionen)

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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Jürgen Brater räumt auf mit vermeintlichen Volksweisheiten und unbrauchbaren Alltagstipps. "Lies nicht bei schlechtem Licht, du verdirbst dir die Augen!" - "Wenn der Automat die Münze nicht nimmt, muss man sie auf Metall reiben" - "Bier auf Wein, das lass' sein" - "Der Schlaf vor Mitternacht ist der gesündeste" - "Heb dir keinen Bruch": Jeder von uns hat solche Ratschläge und Sprüche tausendmal gehört oder gibt sie selbst dauernd von sich. Und kein Mensch fragt sich, ob das eigentlich stimmt, was uns da dauernd erzählt wird.
Außer Jürgen Brater - er hat den Wissensschatz des gemeinen Volks mal auf seinen Wahrheitsgehalt abgeklopft und meldet zu unserer grenzenlosen Erleichterung: Das meiste davon ist Quatsch. Wir sterben nicht von drei oder sieben Hornissenstichen, dürfen ab jetzt ohne Angst vor Pickeln Schokolade essen und auch gefahrlos einen Schlafwandler ansprechen.
Ein vergnüglicher Rundumschlag gegen die unsinnigsten Weisheiten und Regeln, die uns schon immer genervt haben.

Über den Autor

Dr. Jürgen Brater, geboren 1948, studierte Medizin und Zahnmedizin und praktizierte bis 1996 in eigener Niederlassung. Seitdem ist er als Seminarleiter in der Aus- und Weiterbildung medizinischer Fachkräfte sowie als Fachautor tätig und schreibt unter anderem populäre medizinische Bücher. Er lebt in Aalen (Baden-Württemberg).

Auszug aus Bier auf Wein, das lass sein! von Jürgen Brater. Copyright © 2004. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Man soll aufhören, wenn es am schönsten ist!
Ein geradezu klassisches Sprichwort! Und dennoch schon deshalb höchst
zweifelhaft, weil man ja in der Regel gar nicht weiß, ob es gerade am schönsten
ist oder ob nicht noch etwas Schöneres nachkommt. Oder anders ausgedrückt: Wann
es am schönsten war, weiß man immer erst dann, wenn es wieder schlechter ist.
Und dann ist es nicht mehr möglich, dem Rat des Sprichworts zu folgen. Tatsache
ist, dass derjenige, der sich bemüht, stets dann aufzuhören, wenn es nach seiner
Meinung am schönsten ist, eine ganze Menge besonders Erfreuliches versäumt.
Deshalb also: Bitte jetzt nicht mit der Lektüre dieses Buchs aufhören!
Lies nicht bei schlechtem Licht, sonst verdirbst du dir die Augen!
Eines gleich vorweg: Diese Regel ist nicht ganz und gar sinnlos, denn
tatsächlich können die Augen von Kindern und Jugendlichen durch sehr häufiges
und lang andauerndes Lesen bei extrem schlechtem Licht - beispielsweise
nächtelang mit der Taschenlampe unter der Bettdecke - Schaden nehmen. Und zwar
deshalb, weil sich die Augenlinse bei der im Dunkeln stark verminderten
Tiefenschärfe erheblich anstrengen muss, um das Licht so zu bündeln, dass es auf
der Netzhaut ein scharfes Bild ergibt. Damit die Linse weniger hart arbeiten
muss, passt sich das Auge der Belastung allmählich an, indem es ein wenig in die
Länge wächst. Dadurch bekommt der Betroffene zunehmend Schwierigkeiten, weit
Entferntes scharf zu sehen, das heißt er wird mehr oder minder kurzsichtig.
Aber das passiert, wie gesagt, nur bei extrem langer Beanspruchung der Augen –
und auch nur, solange diese noch »jung« sind. Bei Jugendlichen, die nicht Nacht
für Nacht stundenlang bei schlechtem Licht lesen – und wer tut das schon? – und
bei Erwachsenen sind als Folge der vermehrten Anstrengung der Augenlinse dagegen
keinerlei Schäden zu befürchten. Allenfalls ermüden die Augen rascher oder
schmerzen vielleicht ein wenig, mehr passiert nicht.
Pilze darf man nicht aufwärmen!
Zu Großmutters Zeilen war das ein eisernes Küchengesetz: Um Gottes willen keine
aufgewärmten Pilze - davon wird man schwer krank! Tatsache ist, dass Pilze aus
Wasser und relativ viel Eiweiß bestehen und dass Eiweiß rasch zersetzt wird.
Dadurch verderben Pilzgerichte nicht nur schneller als andere Nahrungsmittel,
sondern es bilden sich auch giftige Abbauprodukte. Ganz besonders gilt das, wenn
man sie längere Zeit im Warmen lagert. Und hierin - in der Aufbewahrung, nicht
im Aufwärmen (!) - liegt bzw. lag das eigentliche Problem! Früher, als man noch
nicht über geeignete Kühlgeräte verfügte, war die Empfehlung, Reste von
Pilzgerichten lieber wegzuwerfen, als sie noch ein zweites Mal auf den Tisch zu
bringen, sicher sinnvoll. Zu groß war das Risiko, sich an den in der Wärme
entstandenen Abbauprodukten den Magen zu verderben. Heute ist diese Sorge jedoch
unbegründet, sofern man die Reste der Pilzmahlzeit möglichst bald in den
Kühlschrank stellt. Auf diese Weise kalt gehalten, bleibt das Gericht ohne
weiteres noch bis zum übernächsten Tag genießbar. Wer ganz sicher gehen will,
sollte es erst kurz vor dem zweiten Essen herausholen, es dann möglichst rasch
erwärmen und auf gründliches Durchkochen achten.
Zünde deine Zigarette nie an einer Kerze an!
Nicht wenige Menschen sind der Meinung, die ersten Züge aus einer Zigarette
seien besonders gesundheitsschädlich, wenn man sie an einer Kerzenflamme
entzündet hat. Zur Begründung führen sie an, die Verbrennungsprodukte der Kerze
gingen über das Feuer auf die Zigarette über und würden dann vom Raucher
eingeatmet. Das stimmt zum Teil sogar, aber dennoch bestehen gegen die
Verwendung der Kerze zum Anzünden des Glimmstängels keinerlei Bedenken, da
brennendes Kerzenwachs weitaus weniger Schadstoffe abgibt, als im
Zigarettenrauch ohnehin enthalten sind. Wer aus Angst um seine Gesundheit
anstelle einer Kerze ein Streichholz oder ein Feuerzeug zum Anzünden verwendet,
verhält sich genauso töricht wie jemand, der zuerst ein kleines Glas Bier mit
Hinweis auf den darin enthaltenen, schädlichen Alkohol ablehnt - und dann einen
halben Liter Hochprozentiges in sich hineinkippt.
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