Die hilfreichsten Kundenrezensionen
64 von 66 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
zum Teil wahr, aber etwas bemüht und zu einseitig, 25. Januar 2005
Rezension bezieht sich auf: Bier auf Wein, das lass sein!: Kleines Lexikon der unsinnigen Regeln und Ermahnungen (Gebundene Ausgabe)
Ich habe mir das Buch nach den vielen positiven Leser-Rezensionen gleich drei Mal zugelegt. 2x. um es zu verschenken und einmal für mich selbst. Nachdem ich es gelesen habe, würde ich dies nicht mehr tun. Daher fühle ich mich geradezu verpflichtet, eine Rezension zu schreiben, die ein etwas objektiveres Bild gibt. Zugegeben, Jürgen Brater versteht es, die so oft gehörten Ermahnungen, die im Laufe der Zeit den Effekt einer Gehirnwäsche haben, in Ihren scheinbar unerschütterlichen Grundwahrheiten zu hinterfragen. Dabei bedient er sich aber keinesfalls, wie hier oft zu lesen ist, einer schönen, geistreichen oder gar witzigen Sprache sondern einer Menge Ausrufezeichen, die auf die Dauer zermürbend und ebenso belehrend wirken, wie die angeprangerten Lebensweisheiten selbst. Und dabei ist seine Betrachtung alles andere als ganzheitlich und bewirkt durch die fehlende „Rund-um"- Beleuchtung zumindest teilweise eine einseitige und damit falsch anmutende Darstellung. Wahr ist beispielsweise, dass eine Erkältung nicht durch Kälte sondern durch Viren entsteht. Fehlen tut aber die Ergänzung, dass nasses Haar in kalter Umgebung einen starken Auskühlungseffekt für den Körper hat, was eine Schwächung des Immunsystems nach sich ziehen kann, das sich dann gegen die im Alltag nun mal vorhandenen Erkältungsviren schlechter wehren kann. Und auch die Behauptung, bürsten würde kein glattes Haar bewirken ist so schlichtweg falsch, was jeder Friseur bestätigen kann, denn durch das Bürsten (verstärkt in Kombination mit Föhnen) wird die obere Haarstruktur geglättet, was die Lichtstreuung reduziert und durch Reflektion zu einem glänzenden Effekt führt. Und wer seinem Leser nahe legt, bei rot über die Ampel zu fahren sofern der Verkehr dies erlaubt, hinterfragt zwar zu Recht die Obrigkeitshörigkeit, vernachlässigt aber zu erwähnen, dass eine Missachtung unangenehme und kostspielige Folgen haben kann. Manchmal wirken die als unwahr beschriebenen Weisheiten wie auch im Fall der roten Ampel sehr bemüht, als hätte noch zu viel in der alphabetisch sortierten Darstellung gefehlt, um das Buch zu füllen. Weil aber der Anstoß geliefert wird, die manifestierten Grundwahrheiten im Leben zu hinterfragen, gebe ich trotzdem 2 Punkte und empfehle das Buch. Allerdings reicht eine einmalige Anschaffung oder das Leihen beim Freund aus.
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16 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Zum gleichen Thema gibt es bessere Werke, 9. Juni 2006
Meine Beurteilung ist insofern unfair, da ich alle "Stimmt's"-Bücher des ZEIT-Redakteurs Christoph Drösser kenne und sehr viele Beispiele Braters die gleichen waren. Ich will Brater nicht unterstellen, daß er abgeschrieben hat, daher soll das nicht in die Bewertung einfließen. Im Gegensatz zu Drösser, der seine Antworten wissenschaftlicher unterlegt (zB Versuchsanordnungen beschreibt oder namhafte Wissenschaftler zitiert), stellt Brater aber oft Thesen in den Raum, die er nicht weiter beweist. (Ein allgemeines Literaturverzeichnis ist am Ende des Buches, aber halt nicht den einzelnen Thesen zugeordnet). Der sprachliche Stil ist m.E. auch nicht so geschliffen. Neben den naturwissenschaftlichen "Volksweisheiten" untersucht Brater auch, ob es richtig ist, an einer für die Autos roten Fußgängerampel stehenzubleiben, wenn alle Fußgänger schon rübergegangen sind. Da ruft er zu einer Ordnungswidrigkeit auf, was aber m.W. im Gegensatz zum Aufruf zu Straftaten selbst nicht strafbar ist ;-). Ob es dagegen sinnvoll ist, daß Damen bei der Begrüßung sitzenbleiben oder auf treppauf vorangehen (abgesehen davon, daß seine Beschreibung des Knigge-Istzustands eine andere ist, als ich es in der Tanzschule gelernt habe), ist m.E. eine Privatmeinung und hat in einem "wahr/falsch"-Buch nicht unbedingt etwas verloren (ansonsten könnte man ja alles mögliche nicht naturwissenschaftlich Klärbare diskutieren, zB ob es einen Gott gibt und ob der Irakkrieg sinnvoll war....).
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27 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Höchst verblüffend und aufschlussreich, 4. Oktober 2004
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Bier auf Wein, das lass sein!: Kleines Lexikon der unsinnigen Regeln und Ermahnungen (Gebundene Ausgabe)
Da hält man sich doch tatsächlich ständig an irgendwelche überlieferten Regeln und Verbote und merkt erst, wenn sie jemand einmal in Frage stellt, dass man sich über ihren Sinn und Unsinn nie Gedanken gemacht hat. Kaugummis habe ich bisher wirklich immer ausgepuckt, weil ich geglaubt habe, sie würden heruntergeschluckt den Magen verkleben, und meine Frau traut sich nicht, die Haare an den Beinen zu entfernen aus Furcht, sie würden dadurch immer stärker wachsen. Etwas, was sie auftaut, friert sie höchstens nach der Zubereitung wieder ein, und im Wald trauen wir uns beide keine Beeren roh in den Mund zu stecken, weil wir Angst haben, uns mit Fuchsbandwurm-Eiern anzustecken. Unsere Kinder halten wir an, nicht bei zu wenig Licht zu lesen, weil sie sich damit angeblich die Augen kaputt machen, und Lebensmittel in einer offenen Konservendose aufzubewahren, käme uns niemals in den Sinn. Da macht es richtig Spaß zu lesen, dass das alles Quatsch ist. Und das noch kompetent, verständlich und mit einer gehörigen Portion Humor. Fazit: unbedingt lesen!
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